19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Meine Lieblingsserie, 18. August 2006
Rezension bezieht sich auf: The L Word - Die komplette erste Season (4 DVDs) (DVD)
Ich finde, mehr als in anderen Serien wie "Sex and the City" oder "Desperate Housewifes" zeigt "The L- Word" zwar Erotik, aber auch Liebe in vielen Facetten.
In der Serie ist nicht nur Sex, sondern auch die Zerbrechlichkeit der Liebe und der Schmerz, den Liebe auslösen kann, immer wieder ein Thema. Zum Beispiel in der Trennung von Jenny und Tim. Oder den Problemen, die Kit Porter mit ihrem Vater hat, oder zwischen Bette und Tina.
Ausserdem finde ich die umstrittenen Sexszenen gut gemacht, denn anders als bei heterosexuellen Pornofilmen mit Lesben drin, finde ich die Sexszenen ziemlich realistisch.Und ein bisschen anturnend..
Ich finde, die Serie beinhaltet viele unterschiedliche Charaktere, mit denen man sich mehr oder weniger identifizieren kann, die alle Fehler und Widersprüche haben, denen man aber doch auch nachfühlen kann.
Was ich an der Serie kritisieren würde, ist das Fehlen von wirklich szenemässig aussehenden Lesben. Shane ist der einzige Charakter, der dahingehend ziemlich glaubwürdig aussieht. Es ist vielleicht ein manchmal negativ besetztes Klischee oder veraltet langsam, aber trotzdem ist ein grosser Teil der Lesben eher sportlich- jeansig- männlich gestylt und ich finde, die Serie müsste das etwas ehrlicher kommunizieren.
Ich habe in einem Interview mit der Regisseurin gelesen, dass das Fehlen etwas szenemässiger angezogenen Frauen daran liegt, dass sie sonst keine Produzenten für die Serie gefunden hätten, weil es schon genug gewagt war, überhaupt eine Serie zu produzieren, die sich mit diesem Thema befasst. Darum mussten sie einige Kompromisse beim Styling und z.T. auch in der Handlung eingehen. So hätte Kit Porter zu Beginn nicht die Schwester, sondern nur eine gute Freundin von Bette sein sollen.
Insgesamt ein grosses Lob für den Mut und den Durchsetzungswillen, den die Macherinnen der Serie bewiesen haben, und auch für die grossartigen Schauspielerinnen, die den Charakteren eine Seele verleihen.
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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"The L Word" - Leben, Liebe, Lesben, Lust, Leiden, Lügen etc, 9. November 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: The L Word - Die komplette erste Season (4 DVDs) (DVD)
"The L Word" wird als Nachfolger der erfolgreichen US-Serie "Sex and the City" mit dem Slogan "Same Sex. Different City" beworben, ist aber weit mehr als das.
"Different" ist nicht nur die Stadt (statt New York spielt die Serie in Los Angeles), sondern auch die Charaktere, bei denen es sich um lesbische Frauen zwischen Anfang 20 und Anfang 40 handelt, und deren sexuelle Orientierungen und Lebensziele:
das Paar Bette (Jennifer Beals als Museumskuratorin) und Tina (Laurel Holloman), deren primäres Ziel darin besteht, eine Familie zu gründen und dazu ein Kind zu bekommen (Bette und Tina sind gleichzeitig die Schlüsselfiguren der Serie); die zunächst heterosexuelle Jenny (Mia Kirshner als Schriftstellerin), die zu ihrem Freund Tim (Eric Mabius, Schwimmlehrer) nach L.A. zieht und dort von der Barbesitzerin Marina (Karina Lombard) verführt wird und die sich seit diesem Erlebnis ihrer eigenen sexuellen Orientierungslosigkeit bewusst wird und fortan zwischen Tim und der neuen Welt, die ihr Marina eröffnet hat, schwankt und immer wieder mit sich selbst hadert; die zunächst sich selbst für ihre sexuelle Orientierung hassende Tennisspielerin Dana (Erin Daniels), die lernt, zu ihrem Lesbischsein zu stehen, indem sie sich vor ihrer Familie und der Öffentlichkeit outet; die bisexuelle Reporterin und Journalistin Alice (Leisha Hailey), die kein Geheimnis für sich behalten kann und Dreh-, Tratsch- und Angelpunkt der Frauen-Clique ist; und last but not least die Friseurin Shane (Katherine Moennig), die mit ihrer Art & Ausstrahlung alle Frauenherzen der Umgebung höher schlagen lässt und von einem One-Night-Stand zum nächsten tingelt aus Angst vor einer richtigen Beziehung, obwohl sie sie sich insgeheim wünscht.
"Different" ist auch die Art der filmischen Gestaltung und Umsetzung, die sich eher am europäischen Kino orientiert und weniger an seifenoperähnlichen Serien oder amerikanischen Glanz & Glamour-Filmen, die versuchen ein schlechtes Drehbuch durch tolles Ambiente auszubügeln. Nein, in "The L Word" bekommt man fantastisches Kino geboten, was die schauspielerischen Leistungen angeht, die überzeugenden und intelligenten Drehbücher, die wunderbaren Dialoge und die Emotionen, die durch die Darsteller erzeugt werden.
Auch, wenn die Schauspieler nicht wirklich den alltäglichen Lesben rein äußerlich gleichen (Ilene Chaiken, die Schöpferin und Produzentin von TLW, hat zugegeben, dass dies notwendig war, um die Serie auch verkaufen zu können), ist dies jedoch nichts Verwerfliches, weil die Serie nicht vordergründig auf die äußerlichen Werte abzielt (hier werden keine Superreichen dargestellt - die Relationen zwischen den Berufen, die die Charaktere ausüben und ihren Besitztümern sind relativ real umgesetzt), sondern sich mehr um die Probleme ihrer Serien-Charaktere kümmert und wie sie damit umgehen. So zeigt "The L Word" relativ reale Charaktere, reale Probleme, mit denen sich viele Menschen identifizieren können, auch wenn sie nicht homosexuell sind, denn man muss nicht homosexuell sein, um diese ausgezeichnete und wunderbare Serie zu mögen.
Noch ein Wort zu Jennifer Beals, die in dieser Serie die wohl bekannteste Schauspielerin ist (neben der wunderbaren Pam Grier, die als Kit die Halbschwester von Jennifer Beals spielt). Sie hat als Bette Porter den Part des Kontrollfreaks übernommen und spielt diesen sehr komplexen Charakter wunderbar in ihrer ganzen Vielfalt. Es ist toll, dass es endlich eine Rolle für sie gibt, in der sie ihr schauspielerisches Talent so voll zur Geltung bringen kann und, in der sie die Probleme von Menschen gemischtrassischer Abstammung thematisieren kann, die auch Teil ihres eigenen Lebens sind (ihr Charakter Bette Porter ist wie sie im wirklichen Leben afroamerikanischer Abstammung). Die Themen und Probleme der Serie gehen demzufolge über die Thematik der Homosexualität und ihrer Sichtbarkeit in der Gesellschaft hinaus und da dies zum ersten Mal in unserer Menschheitsgeschichte ein Sender öffentlich macht und medial thematisiert, ist dies mehr als historisch einzigartig und von weitreichenderer Bedeutung.
Es lässt sich bereits jetzt sagen, dass diese Serie aufgrund ihrer gesellschaftlich-problematischen Thematiken (Homosexualität, Toleranz & Akzeptanz, Probleme gemischtrassischer Menschen, etc.) und ihrer Umsetzung als ein wichtiger, bedeutender und bahnbrechender Meilenstein in die Medien- und Fernsehgeschichte eingehen wird.
Wunderbar ist auch der Kommentar von Jennifer Beals und Ilene Chaiken zum Pilotfilm (Folge 1 & 2), in dem sie beide zum Teil sehr persönlich über die Dreharbeiten, die Begleitumstände und die Entstehung der Sex-Szenen sprechen, die von den Schauspielern sehr überzeugend und mit Hingabe gespielt wurden.
Übrigens kann ich jedem empfehlen, die Serie im englischen Originalton anzusehen (mit dt. UT), da die Dramatik und die Emotionen der Schauspieler viel besser zur Geltung kommen (die Stimme von Jennifer Beals ist schon ein Hörgenuss für sich).
Dass diese Serie so lange auf einen Ausstrahlungstermin in Deutschland warten muss, während sie rund um den Globus bereits erfolgreich läuft (in einigen Ländern lief bereits die 2. Staffel im Fernsehen), ist unverständlich.
Fazit ist, dass diese Serie ohne Abstriche zu empfehlen ist, gleich welcher sexuellen Orientierung man ist, denn gegenüber den deutschen 0815-Studio-Serien mit schrecklichem Ton und ätzender Musik hat "The L Word" einiges mehr zu bieten. Ein großes Dankeschön an den US-Sender Showtime!
Rezension von Antje Thiel
Hinweis: Diese Rezension bezieht sich auf die UK-DVD.
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
addictive, 26. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: The L Word - Die komplette erste Season (4 DVDs) (DVD)
Ich habe mir die ersten drei Folgen im TV angesehen und war nicht so sehr begeistert, da es anfänglich sehr viele prekäre Szenen gibt und man in diesen den Tiefgang vermisst. Nachdem ich die vierte Folge sah, wurde jedoch mein Interesse geweckt, was allerdings erst einmal einzig und alleine durch den Cliffhanger zustande kam.
Ich habe mir die Box dann schließlich auf gut Glück gekauft und muss sagen: ich bin begeistert! The L Word macht wirklich süchtig!
Auch als heterosexuelle Frau gefällt mir die Serie. Man vergisst während des Schauens des Öfteren, dass es sich die meiste Zeit um homosexuelle Frauen handelt. Die Probleme, Sehnsüchte und Gefühle der Hauptfiguren lassen sich wohl auf jeden Menschen übertragen. Überhaupt finde ich die Figurenkonstellation und die Auswahl der Schauspielerinnen schlichtweg sehr gut! Auch wenn ich nicht genau weiß, ob diese authentisch sind, kommen sie mir jedenfalls so vor.
Die Liebesszenen sind sehr ästhetisch und teilweise auch romantisch dargestellt, was mir sehr gut gefällt. Einziger Wehmutstropfen ist eben, wie oben schon angesprochen, dass man am Anfang der Serie noch nichts von den eigentlichen Themen mitbekommt.
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