Es gab in den 80ern eben nicht nur Michael Jackson und Prince, die neue Messlatten im Bereich "Black Music" legten ...
Das 1986 veröffentlichte elfte Album "Word Up!" der nur noch als Trio agierenden Formation Cameo, mit Frontmann Larry Blackmon (Vocals, Bass, Drums, Arrangement), Thomas "Tomi" Jenkins (Vocals) und Nathan Leftenant (Vocals) erschien zu einem Zeitpunkt als der Funk schon fast tot zu sein schien.
Aber dieses Album, welches mit "Word Up!" gleichzeitig den namengebenden und größten Hit von Cameo aufweist, hatte eine "neue", tanzbare Klangvision aus Hardcore-Funk (à la George Clinton) gemischt mit schwelgerischen Balladen, die die Musik von "Kool & the Gang" und "Earth, Wind and Fire" am Ohr neu und anders auferstehen ließen. Wobei die geplauschten Gesänge Blackmons mit den Soul-Begleitklängen in Hip-Hop-beeinflusster Manier hervorragend kontrastieren.
"City Limits" schrieb: "Die einzige Möglichkeit, eine Platte dieser Qualität wirklich zu würdigen, ist, sie in der Disco abzuspielen und mit den Füßen zu hören"!
Nebenbei hat Blackmon auch schon Background-Vocals für Musiker wie Ry Cooder ("Get Rhythm") oder Cindy Lauper ("A Night to Remember") gesungen. Von 1991 bis 1994 war er Vize-Präsident des "Artists and Repertoire"-Bereichs bei Warner/Reprise. 1994 gründete er das Label "Way 2 Funky".
1995 zeigte sich die Qualität von "Words Up!" zum Klassiker nicht nur des Black Music-Genres, als die Heavy Metal Band GUN den Cameo-Song coverte und damit in England die Top 10 erreichte - nebenbei der einzige wirkliche Hit dieser Band.
Fazit:
In jedem Fall stellt "Word Up!" einfach eine unglaublich geile Scheibe Black Music dar. Sie ging damals durch alle Radio-Stationen, Clubs und MTV - selbst in die Coca-Cola-Werbung!
Für mich ohne Zögern ein Fall für die "ewigen" Top-100 der Funk- und R&B-Musik. Heute noch genauso, wie damals 1986 als sie bei Mercury erschien! Darf eigentlich in keiner "Black Music"-Sammlung fehlen!
Wertung: Note 1 (14 / 15 Punkten)