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Produktinformation
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Literaturgeschichtlich kommt Thomas Hettches Woraus wir gemacht sind vielleicht etwas spät. Diese Form dekonstruktivistischer, sehr melancholischer Amerika-Krimis sind wir Leser spätestens sein Gerhard Roths grandiosen Romanen Ein neuer Morgen (1978) oder Der große Horizont (1980) gewöhnt. Und auch die etwas enttäuschende Lösung am Ende und der ein oder andere nicht weiter verfolgte Erzählstrang (warum zum Beispiel ist immer wieder von Donald Judd die Rede?) vermögen -- wie schon bei Roth -- nicht ganz zu überzeugen. Trotzdem ist Hettches philosophisch angehauchter Roman keineswegs misslungen, im Gegenteil: Mit größter Spannung führt er durch das Geschehen und vermag seinen Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Und mehr kann man von einem Buch ja eigentlich nicht erwarten. --Stefan Kellerer
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
ich versteh's nicht,
Rezension bezieht sich auf: Woraus wir gemacht sind (Gebundene Ausgabe)
sprachlich angenehm, flüssig zu lesen. Packende Beschreibungen von einsamen Tankstellen und Motels an staubigen Highways.Als Roman im Sinne von Eintauchen in eine andere Welt, Verstehen von menschlichen Reaktionen, konnte ich das Buch jedoch nicht lesen. Nicht daß es mir so fremd wäre wie vielleicht die Beschreibung einer anderen kulturellen Haltung zu vielen Dingen - dann sähe ich von einer Bewertung ab. Aber daß ein Mann, dem seine schwangere junge Frau abhanden kommt (die er liebt und nicht loswerden wollte) monatelang mit obskuren Personen neue Bekanntschaften schließt, nach dem Erhalt von Photos, aus denen hervorgeht, daß es seiner Frau nicht unbedingt gut geht, ein bißchen durch die Gegend fährt und Beef Enchiladas bestellt sowie weitere neue Bekanntschaften schließt und eine Affäre abspult, kann ich schlecht nachvollziehen. Noch nicht mal psychosomatische Beschwerden, etwa Schlafstörungen oder Magenbeschwerden treten auf. Das ist mir eine Klasse zu surreal, und so wird es wohl auch gemeint sein. Wahrscheinlich muß man wirklich das meiste in diesem Roman literarisch-analytisch lesen, wie eine Art Parabel, was ja auch einige Rezensenten schon andeuteten. Leider gehöre ich wohl nicht zur Zielgruppe dieser Art Literatur. Ich fand's überwiegend anstrengend und mühsam zu lesen, aus obengenannten Gründen. Zweifellos ist Hettche ein hervorragender "Schreiber", und es ist ja allemal interessant, welch unterschiedliche Reaktionen dies Werk provoziert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Nur ein B-Movie,
Von
Rezension bezieht sich auf: Woraus wir gemacht sind (Gebundene Ausgabe)
Der 1964 geborene Autor Thomas Hettche wurde für sein bisheriges literarisches Werk mit Preisen überhäuft. So erhielt er u. a. den Rauriser Literaturpreis 1990, den Robert-Walser-Preis 1990 und den Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik 1994. Für seinen neuesten Roman "Woraus wir gemacht sind" war Hettche, der mit seinen Roman "Der Fall Arbogast" in 2001 auch für internationales Aufsehen sorgte (der Roman wurde in zehn Sprachen übersetzt), für den "Deutschen Buchpreis 2006" nominiert. Er hat ihn nicht bekommen - zum Glück. Denn die "abstrus-wirre Geschichte" (tz, 16.09.06), welche uns Thomas Hettche in "Woraus wir gemacht sind" auftischt, überzeugt nicht.Natürlich darf man zunächst fragen: Kann sich die Jury des Buchpreises, die diesen Roman in die Shortlist gewählt, sprich: zu den besten deutschen Bücher des Jahres 2006 gezählt hat, tatsächlich irren? Ja, sie kann! Thomas Hettche ist mit seinem neuen Roman gescheitert ohne wenn und aber. Die Mischung aus Kriminal- und Suspensegeschichte, (natürlich) angelegt vor dem Hintergrund von 9/11, ist gründlich missglückt. Hettche will alles bieten: Thriller und Road-Movie. Dabei bedient er sich amerikanischer Stereotypen und schrammt billige Klischees. Thomas Hettche schreibt vorrangig über die Faszination Amerika mit all seinen Mythen und Legenden. Besonders das Kino hat es ihm angetan (tatsächlich nähert sich sein Roman zeitweise den Bilderwelten eines David Lynch an). Aber auch Lesen ist Kino - im Kopf. Der Roman "Woraus wir gemacht sind" ist nur ein B-Movie und Thomas Hettche, zumindest diesmal, ein kümmerlicher Regisseur. Zum Inhalt: Der deutsche Niklas Kalf, aus geschäftlichen Gründen in den USA unterwegs, ist schockiert. Unbekannte haben seine schwangere Frau Liz in New York entführt, just am ersten Jahrestag der Anschläge auf das WTC. Als Lösegeld fordert man von ihm brutal etwas, das er gar nicht hat. Hängt es mit seiner Arbeit an einer Biografie über den jüdischen Emigranten Eugen Meerkaz zusammen? Ein erpresserischer Anruf bestätigt den Verdacht: Kalf wird gezwungen, brisantes Material zu beschaffen, was tatsächlich mit Eugen Meerkaz zu tun hat. Kalfs verzweifelte Suche nach Liz wird ein Trip ins Innere der USA - vom Central Park in die texanische Wüstenstadt Marfa, von einer Villa am Pazifik auf das Dach des Standard Hotels in L.A. Am Vorabend des Irak-Krieges muss sich ein Deutscher in der Fremde entscheiden zwischen Liebe und Verrat. Thomas Hettches neuer Roman will intellektuell sein, man spürt deutlich: der Autor hat einen hohen literarischen Anspruch. Eine Antwort auf den etwas arg prahlerischen Titel seines Buches findet er aber nicht. Auch nach dieser Lektüre wissen wir nicht, woraus wir gemacht sind. Nicht nur allein deshalb, denn wer hätte schon ernsthaft eine Antwort auf diese Frage erwartet, bleibt am Ende ein schaler Eindruck zurück. Hettche wollte zu viel - oder konnte sich ganz einfach nicht entscheiden: wohin soll die Geschichte führen? Der eigentliche Plot vermag nicht zu fesseln, die Figuren sind lustlos gezeichnet (und zudem in ihren Handlungen häufig mehr als nur unglaubwürdig) und der Genre-Mix kocht über. Dabei ist Hettche natürlich ein intelligenter Autor, er verlässt sich ungern auf den Zufall. So ist auch der Titel "Woraus wir gemacht sind" mit Bedacht gewählt. George W. Bush verwendete diese Worte in einer Rede an die Nation im März 2002 "They didn't understand America. The didn't understand our fiber. They don't understand our core. THE DON'T KNOW WHAT WE'RE MADE OUT OF - at least, they didn't. Now they do". Den hier besprochenen Roman von Thomas Hettche kann man getrost vergessen, aber zumindest über dieses Zitat nachzudenken erscheint ratsam. Die mutmaßlichen "Feinde der Nation", welche wohl die eigentlichen Adressaten dieser Worte waren, haben es bestimmt getan. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Ein Möchtegern-Cowboy im wilden Westen,
Von Jupiter (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Woraus wir gemacht sind (Taschenbuch)
Eines sei vorausgeschickt. Thomas Hetche kann schreiben, sogar verdammt gut. Die Amerika-Schilderungen in diesem Buch sind durchweg überdurchschnittlich gut, oft sogar atemberaubend poetisch. Egal ob Stadtlandschaft (New York), texanische Einöde oder Plastikdschungel Los Angeles, die sprachlichen Bilder sitzen, und man möchte als Leser gern (auch über hunderte von Seiten hinweg) diese fantasie- und kraftvolle Prosa in sich hineinsaugen. Irgendjemand scheint aber diesem Autor erklärt zu haben, dass es auch noch eine Handlungsschiene in diesem Roman geben muss. Und da beginnt das Desaster.Was hat Hetche sich ausgedacht? Der Autor einer Biografie reist mit seiner schwangeren Frau aus Recherchegründen nach New York. Dort trifft er einige Verlagsmenschen und nach wenigen Tagen wird seine Frau entführt. Der Autor erhält einige ominöse Anrufe und Besuche, wodurch er erfährt, dass man von ihm Informationen haben will, die er aber leider nicht besitzt. Er solle im Übrigen auf keinen Fall zur Polizei gehen. Das tut er dann auch nicht. Vielmehr hält er sich noch Wochen mehr oder weniger grundlos in New York auf, reist dann nach Texas, um einer Spur zu folgen, die sich sofort zerlegt, was ihn aber nicht davon abbringt, erst mal kräftig in der Provinz zu versumpfen, ein Verhältnis zu beginnen etc., etc. Währenddessen wird seine schwangere Frau gefoltert, wie er anhand von Fotos erkennen kann. Unternimmt er etwas? Nein. Geht er jetzt endlich zur Polizei? Damit keine Missverständnisse entstehen: Er will seine Frau nicht loswerden, er behauptet, sie zu lieben, sich auf das Kind zu freuen, das sie inzwischen doch bald gebären müsste - oder vielleicht auch schon geboren hat. So genau kann er sich nicht mehr erinnern. Macht auch nix. Denn jetzt muss er erst einmal einen Mord begehen, wie sich das für einen echten Cowboy schickt. Dann muss er die Konfrontation mit einem sattelfesten, schießwütigen Filmproduzenten überstehen, fast in aller Einsamkeit an einer Blutvergiftung zugrunde gehen und schließlich das Geheimnis, um dessentwillen man seine Frau festhält, eher durch Zufall aufdecken. Natürlich ist das Geheimnis ziemlich banal und hat mit finsteren 2.Weltkriegs-Machenschaften zu tun, wie es sich für ein echtes B-Movie gehört. Ach ja, am Ende ist die Frau wieder da und das Kind ist es auch. Aber wie es dazu gekommen ist, wird nicht verraten. Von mir nicht und von Thomas Hetche auch nicht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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