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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
50 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wer wissen will was morgen diskutiert wird, sollte dieses Buch heute lesen.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
Mit dem wachen Auge des in Deutschland aufgewachsenen und lange Zeit hier wirkenden, jetzt jedoch im Ausland lebenden Beobachters, analysiert Notker Wolf (Abtprimas des Benediktinerordens) die geistige Grundhaltung in der Bundesrepublik.Die insgesamt 21 flüssig geschriebenen Kapitel lassen sich grob in drei Themenblöcke gliedern, deren erster aus der Position des Kosmopoliten heraus geschrieben ist. Getreu der Erkenntnis, dass sich große Zusammenhänge nur mit Abstand erkennen lassen, schaut Wolf mit seinen in der Welt gesammelten Erfahrungen auf unser Land. Ein Land, das er als Wartesaal voller Verbotsschilder beschreibt, bei denen das größte strengstens untersagt, bei Ankunft des Zuges den Bahnsteig zu betreten während sich in der Welt der Globalisierungswettlauf beschleunigt. Der zweite Themenblock ist eine leidenschaftliche Abrechnung mit dem Geist der 68'er. Dieser Strömung wirft Wolf vor, sie habe einen Staat mit moralisch überhöhtem Anspruch geschaffen. Die Folge: Der Einzelne wurde aus der Verantwortung für die Gesellschaft entlassen. Der auf den Staat übertragene moralische Anspruch spricht von eigener Schuldhaftigkeit frei. Selbstverwirklichung tritt an die Stelle von Freiheit in Verantwortung. Was daraus folgt, ist ein Betreuungsstaat, bei dem Reformen vom Scheitern bedroht sind, da sie den Mythos von 68 aufs Spiel setzen. Der Grundtenor von Wolfs Plädoyer ist der freie, selbst bestimmte Mensch, der sein Lebensglück in die Hand nimmt anstatt seine Freiheit und damit seine Würde an einen Staat zu verkaufen, der ihm das trügerische Versprechen gibt, dafür alle Lebensrisiken zu übernehmen. Nach Wolf geht es darum, dass wir unsere Freiheit zurück gewinnen (3. Themenblock) und uns aus der Lage des gehorsamen, resignierten, verzagten, also entmündigten Bürgers befreien. Daher verwundert es nicht, dass sein kämpferischstes, aber auch sein nachdenklichstes Kapitel die Gleichheit betrifft, in der er eine deutsche Obsession sieht, die zur Freiheitsberaubung der Bürger führte. Für diesen Aufbruch aus der Unfreiheit ist er sich weder zu schade geradezu lustvoll in Fettnäpfchen zu springen, noch mit analytischer Unbeugsamkeit verkrustete Denkschablonen zu sprengen. Eine davon, die politische Korrektheit, interpretiert Wolf als die Terrorherrschaft des Hintergedankens. Multikulti versteht er als falsch verstandene Toleranz, die in kultureller Selbstverleugnung endet. Auch beklagt er eine Orientierungslosigkeit mangels einer anerkannten, letzten göttlichen Autorität. Anstöße zur Erziehung in der Konsumgesellschaft und zum Lehrersein runden das Buch ab. Die ketzerischen Gedanken zu Deutschland (Untertitel) sind nicht frei von Schwächen. Zu häufig bezieht Wolf sich auf Regeln und Traditionen der Benediktiner. Das verschafft dem Leser zwar einen guten Einblick in das Wirken in Geschichte und Gegenwart dieses Ordens, rückt das Buch aber zu oft weg von einem Denkanstoß für Veränderung hin zu einer Beschreibung der Lebenswirklichkeit des obersten Repräsentanten der Benediktiner. Interessant, aber nicht immer zielführend. Dazu kommt: Eine Verknüpfung der Gedankenstränge hin zu einem abschließenden Appell Worauf warten wir? fehlt. Sie würde die Schlagkraft des Buches deutlich erhöhen. Lesetipps: F.A. Hayek "Der Weg zur Knechtschaft", Ludwig Erhard "Wohlstand für alle", Roland Vaubel "Sozialpolitik für den mündigen Bürger", Francis Schäffer "Wie können wir den leben?" (auf engl. erhältlich als "How should we then live?") Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
63 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
klare Sprache als Ausdruck klarer Gedanken,
Von
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
Hier spricht jemand in großer Freiheit über die Freiheit. Das lesenswerte Taschenbuch deckt mehrere Ebenen ab. Der Leser erfährt, für manche welch Überraschung, etwas über den Einfluß der Benediktiner auf wesentliche Elemente europäischer Kultur, die Abtprimas Wolf Notker, völlig zu Recht für die Benediktiner einnimmt.Hart ins Gericht geht er mit den "68-ern" und, anhand aktueller Beispiele, seziert er messerscharf die niederschmetternden Ergebnisse des "Marschs durch die Institutionen" und die Zerstörung der Freiheit. Gerhard Schröder wird in diesem Zusammenhang gnadenlos "geoutet" - und: überraschend logisch transparent. Eigene Erlebnisberichte aus Missionsreisen nach Asien unter kommunistischen Regeln, die einen mutigen, freien und völlig unabhängigen Geist zu Tage treten lassen, zeigen auf, dass sich Freiheit lohnt. Ohne Anstrengung und klarem Verstand wird nichts erreicht. "Ora et labora", die alte bendediktinische Lebensregel wird aus vielen Facetten beleuchtet. Sie scheint aktueller, denn je. Ein starkes Playdoyer gegen den "moralischen Obrigkeitsstaat", der uns bereits wesentlich eingelullt hat und warum wir diesen Zustand ändern sollten. Erfrischend lesenswert und nachdenklich machend! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
34 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hmm... Hart zu schlucken.,
Rezension bezieht sich auf: Worauf warten wir?: Ketzerische Gedanken zu Deutschland (Taschenbuch)
Die Deutschland AG braucht eine neue strategische Ausrichtung, das ist mittlerweile jedem klar. "Zukunftsorientiert" ist auch ein gutes und oft missbrauchtes Schlagwort. Ich war bereit, dieses Buch in einem Atemzug durchzulesen, mich über die vermeitliche Besserwisserei grün und blau zu ärgern, und es dannn entsetzt mit Schwung zum Altpapier zu werfen. Weit gefehlt. Ich habe es zum Schritt zwei gar nicht geschafft."Worauf warten wir? Ketzerische Gedanken zu Deutschland" bringt eine rücksichtsvoll aufbereitete Sammlung von Einblicken in zwei parallelle Realitäten der Welt, in der wir leben (müssen, denn es gibt ja bekannterweise keine andere Welt); zwei Realitäten, die zusammenwachsen und im Zuge dieser Entwicklung unsere Zukunft als Nation und Weltmacht bedrohen. Wir haben diese Wirtschaftsrealitäten selbst erschaffen und noch sitzen wir am längeren Hebel. Aber bei uns ist die Puste heraus. In dem abgesicherten, verstarrten System unseres deutschen Aquariums sind wir unglücklich, unmotiviert und unzufrieden, und während wird uns laut beschweren, ziehen China und Indien in ihrem illusorischen Glauben an unbeschränkte Möglichkeiten einfach an uns vorbei. Während wir mit unseren Steuern die Agrarwirtschaft stützen, betreiben die Chinesen fröhlich unseren Transrapid (und entwickeln ihn weiter vor sich hin). Während wir über die IT-Inder lachen, bauen die Inder Universitäten und Forschungsinsitute, um aus den niedrig bezahlten Call-Centre-Jobs in die besser bezahlten Jobs zu migrieren, die in Indien genauso gut gemacht werden können. Nach Indien wandern unsere mit steuergeldern gesponserten Firmen mit ihren Forschungsabteilungen aus, in China bauen sie ihre Produktionsstätte, während wir uns darüber streiten, was man in Deutschland noch besteuern kann. Eine Lektüre zum nachdenken und vermutlich auch zum verstärkten beten für die Deutschland AG, denn die meisten von uns können ja eh nichts am Kurs ändern. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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