Dieser Film in englischer Sprache hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn man als nicht native speaker nicht jedes Wort versteht, sind die Bilder so klar, die Szenen so gut inszeniert und Mimik und Gestik der sehr gut spielenden Schauspieler so aufschlussreich, dass man leicht erkennt, worum es in dem Film geht.
Es ist ein Film über das Erwachsenwerden des 11-jährigen jüdischen Jungen David Wiseman, der in den 60-iger Jahren mit Vater Victor, Mutter Ruth und Schwester in einem Londoner Arbeitervorort lebt. Der Junge ist begeisterter Cricketfan, kommt aber aufgrund seiner unzureichenden sportlichen Leistung zunächst in der Schulmannschaft nicht zum Einsatz. Als nebenan die Samuels, eine Einwandererfamilie aus Jamaica, einziehen und Vater Dennis Samuels im Hinterhof ein Cricketnetz aufbaut, schließt David schnell Freundschaft mit der Nachbarsfamilie, insbesondere mit Dennis, der ihm intensiven Cricketunterricht gibt, und Tochter Judy, einem burschikosen Mädchen in seinem Alter. Davids Eltern, als jüdische Immigranten selbst in einer Außenseiterrolle, versuchen unter dem sozialen Druck der engherzigen und intoleranten Nachbarschaft, den Kontakt zu unterbinden, was ihnen aber nicht gelingt. Im Gegenteil, Frau Wiseman, deren Mann nur für sein Dekorationsgeschäft lebt, gerät selbst in den Bann des Lebensfreude und Herzenswärme ausstrahlenden Dennis. Während Dennis und seine Mutter den Samuels näher kommen, macht der Rest der Nachbarschaft ihnen das Leben zunehmend schwerer. Das geht so weit, dass David sich schließlich entscheiden muss, ob er zu seinen neuen Freunden hält oder nicht.
Der Film thematisiert die Probleme des Antisemitismus und Rassismus und veranschaulicht die völkerverbindende Kraft des Sports. Eine Kenntnis der Cricketregeln ist zum Verständnis nicht unbedingt erforderlich. Der Film vermittelt die Botschaft, dass Freundschaft, Treue und Toleranz im Leben wichtige Werte sind.
Es ist ein bewegender herzerwärmender Film, den auch schon Kinder ab 12 Jahren anschauen können. Einige mögen ihn eine Spur zu lang und zu schmalzig finden.