Rückkehr ins Wunderland
Wer kennt nicht Alice im Wunderland, eine wunderschöne Geschichte um ein Mädchen und ihre Abenteuer im Wunderland? Genau dies ist Rückkehr ins Wunderland nicht und will es auch nicht sein. Vielmehr handelt es sich um die gelungene, gruslige Fortsetzung des Kinderbuch-Klassikers. Geschrieben wurde der Comic, der ursprünglich von Zenescope Entertainment veröffentlicht wurde, von Raven Gregory.
Einmal im Wunderland angekommen muss Calie schnell erkennen, dass ihr jeder nach dm Leben trachtet. Alle Charaktere des Wunderlandes wie der verrückte Hutmacher, die Grinsekatze oder die Herzkönigin wollen töten und tun dies auch, sofern sie die Gelegenheit dazu haben. Das einzige Wesen, das Calie im Wunderland unterstützt, ist eine junge Frau, deren wahre Identität erst gegen Ende bekannt wird, obwohl diese Wendung nicht wirklich überraschend ist.
Optisch, wie auch stellenweise inhaltlich, werden Anleihen aus Matrix oder Alien gezogen, die aber so charmant und beiläufig in die Handlung eingebettet werden, dass sie kaum auffallen. Gewaltszenen, wie sie nun einmal in dieser Story vorkommen, werden in auffälligen Splashpages aufbereitet. Für jeden Horror-Fan ist dies eine Augenweide. Für Kinder ist der vorliegende Band auf jeden Fall ungeeignet!
Schließlich erhält man als Leser eine Erklärung, woher das Unheil dieser Welt stammt und wessen Schicksal es ist, zu verhindern, dass es immer wieder unaufhaltsam in unsere Welt strömt.
Dass es immer wieder zu einem vereinzelten Eindringen des Bösen in unsere Welt kommt, wird an Joe, Calies Bruder, deutlich, der sich in eine mordende Bestie verwandelt, als er die Wahrheit über die sexuellen Vorlieben seines Vaters erfährt.
Sollte Gregory noch einmal ins Wunderland zurückkehren, werde ich mit Gewissheit nicht fehlen. Und ich bin gespannt, ob Panini noch weitere Märchen aus der Grimm Fairy Tales-Reihe für den deutschen Markt publiziert.