Wonderland 3: Flucht aus dem Wunderland
Die Reihe um die Horrorversion des Kinderbuchklassikers geht nun schon in die dritte Runde.
Rückblick:
Die einst junge Alice ist nun verheiratet, und hat einen Sohn und eine Tochter. Alles könnte perfekt sein, würde sie nicht immer noch komplett wahnsinnig und traumatisiert sein, was sie zum Suizidversuch treibt.
Ihre Tochter Calie (ein Anagramm für Alice) rettet sie, und nun wird auch sie vom Wahnsinn gepackt. Ebenso wie einst ihre Mutter verschwindet sie in einem Loch im Boden, und findet sich plötzlich im Wonderland wieder, doch das hat es in sich. Die freundliche Grinsekatze hat sich in eine mordende Bestie verwandelt, und auch der verrückte Hutmacher, der Zimmermann oder die Herzkönigin versprühen nicht mehr den Charme der kindlichen Figuren, sondern sind finstere Gegner. Aber auch Calie ist, anders als die etwas naive Alice aus dem Kinderbuch von Lewis Caroll, durchaus wehrhaft.
Doch auch in der normalen Welt ist keineswegs Normalität angesagt. Calies Bruder verwandelt sich in einen gefährlichen Psychopath. Als er erfährt, das sein Vater seine Mutter Alice betrügt, bringt er ihn kurzerhand um, und wird zum neuen verrückten Hutmacher.
Auch Calie steht auf seiner Abschußliste. Sie ist in New York als Kellnerin untergetaucht, und hat gerade eine Tochter zur Welt gebracht, als der neue verrückte Hutmacher mit seinen Kreaturen des Wahnsinns New York überfällt, und Calies Baby entführt.
Zur Story:
Verständlicherweise ist Calie wenig begeistert, und kehrt in Leder gehüllt und mit einem Schwert bewaffnet ins Wunderland zurück, um ihre Tochter zu retten. Doch ihr Bruder ist vorbereitet, und hat sich mächtige Verbündete ins Boot geholt, die mit Krallen und Zähnen alles daran setzten, Calie zu vernichten. Doch auch Calie hat einen Verbündeten. Wer ist die entstellte Kreatur, mit der sie zusammen kämpft?
Fazit:
Neuinterpretationen zum Thema 'Alice im Wunderland' gibt es viele, z.B. der 3D-Film mit Johnny Depp, oder auch 'Lost Girls' von Alan Moore.
Die mit Abstand blutigste Version aber ist definitiv Wonderland, erdacht von Autor Raven Gregory zusammen mit Joe Tyler und Ralph Tedesco. Die amerikanische Originalausgabe stammt vom Verlag Zenescope Entertainment, die sich in der Grimm Fairy Tales-Reihe erfolgreich mit der Umsetzung von Märchen für Erwachsene beschäftigen.
Die morbide Interpretation wurde optisch erneut von Daniel Leister umgesetzt, wobei er bei den Bleistiftzeichnungen von einigen anderen unterstützt wurde. Wie immer ein leckerer Augenschmaus, was nicht nur an den kurvenreichen Frauendarstellungen liegt, sondern auch an der detaillierten Umgebung und den schockierenden Splashpages. Und auch die Cover sind mit Sicherheit einen Blick wert. Aufgrund der Gewaltdarstellung eignet sich die Serie keinesfalls für Kinder (empfohlen ab 16 Jahren)!
Dieses Mal gibt es zwar immer noch eine Menge Action, aber auch auch Calies Psyche wird beleuchtet. Man weiß nie, ob das Erlebte gerade wirklich passiert ist, oder ob es sich nur um Calies innerste Wünsche, Sehnsüchte oder Ängste handelt.
Das Finale der Wonderland-Trilogie wird jedem Fan der Serie die Freudentränen in die Augen treiben.