THE WONDER SHOW OF THE WORLD von Bonnie Prince Billy (Will Oldham) und The Cairo Gang (Emmett Kelly) ist ein Album, das auf der Kippe steht: der eine wird diesen Gitarren-Folk als gediegen langweilig abwerten, der andere wird die leisen Töne lieben. Ich gehöre zur zweiten Gruppe, weil die Musik sehr authentisch und emotional rüberkommt.
Als Referenz dürfen Bob Dylan, Neil Young oder Gram Parsons dienen (oder die mir in den vergangenen zwei Jahren sehr liebgewonnenen Fleet Foxes oder Peter Broderick). Einzuordnen ist es in die Schublade "Singer/Songwriter" und "Folk", weniger in Country. - Anspieltipp: der wunderschöne 7einhalbminüter "That's What Our Love Is".
Unaufdringlich bis minimalistisch sind die Songs schon, außer wenn an wohl gesetzten Stellen mal eine melodiöse E-Gitarre über den eher dezent gezupften oder geschlagenen Harmonien den Spannungsbogen erhöht - aber alles in einem wohl dosierten Rahmen, alles in einem fast intim klingenden Soundgewand. Da atmet viel Luft und ungeheucheltes Gefühl zwischen den Noten. Gelegentlich werden Gitarren und Bass etwas mit Percussion und Schlagzeug unterstützt, aber es fließt alles eher langsam, überdacht vom zweistimmigen Gesang der beiden Gitarristen. Das hat Wärme, das hat Charme, drängt sich nicht auf, verbraucht sich dafür auch nicht so schnell. Insgesamt die Garantie für 52 entspannte Minuten.