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5.0 von 5 Sternen
"Early in life I had to choose between honest arrogance and hypocritical humility..., 15. April 2009
...I chose honest arrogance and have seen no occasion to change" (Frank Lloyd Wright). Frank Lloyd Wright (1867-1959) bleibt bis heute einer der revolutionärsten und wirkungsmächtigsten Architekten der USA. Zudem faszinierte und provozierte er seine Zeitgenossen mit einem Privatleben, welches selbst heute die reizüberfluteten Konsumenten des Medienzeitalters für ein paar Sekunden aus ihrer Lethargie reißen würde und im prüden Amerika der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts radikal mit als unantastbar geltenden moralischen Konventionen brach. Im Zentrum des Romans stehen die Ehen Lloyd Wrights mit Catherine Tobi, Maude Miriam Noel und Olgivanna Lazovich Milanoff sowie die Beziehung zu seiner Geliebten Mamah Borthwick Cheney.
"Die Frauen" wird erzählt aus der Sicht des japanischen Architekten Sato Tadashi, der zwischen 1932 und 1941 auf Wrights Anwesen Taliesin im ländlichen Wisconsin lebte, wo er eine Art Akademie für vielversprechende und zahlungswillige Nachwuchstalente eingerichtet hatte. Sato erzählt die Geschichte seines Idols anhand der Beziehungen des Maestros zu seinen Frauen. Dementsprechend ist der Roman in drei Teile gegliedert mit den jeweiligen Titeln "Olgivanna", "Miriam" sowie "Mamah". Bemerkenswert ist, dass der Erzähler mit der aktuellsten Beziehung Wrights beginnt, um sich anschließend zurück in die Vergangenheit zu arbeiten, so dass einzelne zu Beginn erwähnte Aspekte erst im weiteren Verlauf der Handlung für den Leser zu erschließen sind. So gelingt es Boyle auf beeindruckenden Art und Weise die Ikone, die er uns zu Beginn des Romans präsentiert, Stück für Stück und für den Leser miterlebbar zu entmystifizieren.
Und was muss dieser Frank Lloyd Wright für eine Person gewesen sein, so faszinierend und abstoßend zugleich. Folgendermaßen wird er von Miriam charakterisiert, als er sie für die 30 Jahre jüngere Olgivanna verlassen will: "He was impossible, the single most infuriating human being she'd ever met, what with his God complex and his perfectionism [...] the utter soul-crushing desolation of rural Wisconsin where he all but kept her prisoner [...]. Of course she'd left him. But that didn't mean she didn't love him still" (42). Verstärkt wird die Wirkung der Hauptperson durch die Reaktion seiner Zeitgenossen, für die er aufgrund seiner als amoralisch und gottlos empfundenen Lebensweise als die Verkörperung des Antichristen erschien. Dabei entsteht im Verlauf der Handlung der Eindruck, dass der Verstoß gegenüber Konventionen ein bestimmendes Element im beruflichen als auch im privaten Leben des Architektens gewesen ist. Seine Einstellungen gegenüber Gesetzen und Regeln formulierte Wright folgendermaßen: "I want to say this: laws and rules are made for the average. The ordinary man cannot live without rules to guide his conduct. It is infinitely more difficult to live without rules, but that is what the really honest, sincere, thinking man is compelled to do" (390). Hier definiert sich Wright als Übermensch im Sinne Nietzsches, der alle tradierten Moralvorstellung ablehnt und einzig und allein aus sich selbst heraus Werte und Normen erschafft, nach denen er zu Leben gedenkt.
Fazit: "Die Frauen" begeistert von der ersten bis zur letzten Seite. Das liegt an der schillernden Hauptfigur des Romans, der herausragenden Rhetorik T.C. Boyles und der gewählten Erzählperspektive, in der das unkonventionelle Leben der Hauptfigur aus der Sicht eines höflich-reservierten Japaners berichtet wird, der sich so seinem Idol zu nähern versucht. Es bleibt zu erwähnen, dass der Roman nicht für sich in Anspruch nimmt, biografisch korrekt zu sein. Vielmehr sollen in dieser fiktionalen Rekonstruktion bestimmende Wesensmerkmale einer Person und einer Epoche verdichtet und für den Leser nachvollziehbar dargestellt werden.
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5.0 von 5 Sternen
T.C. Boyle's "The Women", 31. Mai 2009
T.C. Boyle's most recent work is a fictional telling of just some of the life and times of the very real Frank Lloyd Wright, one of the greatest and most enigmatic architects of the 20th century and one uniquely inspired by the American landscape and experience.
The "women" are HIS women, his wives and mistress. The lines between fact and fiction are blurred and much of the joy in reading Boyle's narrative heightened by the desire to disseminate the actual from the imaginary. A little research certainly satisfies the veracity of time and place and some of the more macabre events, and the author's elegant prose makes for a sparkling tableau.
The cast of characters is grotesque! Wright - the integrity of his work at odds with an egomania that lets little room for moral reflection. What then is genius if not such contradiction? And the damaged women he was drawn to, that he loved and discarded, or they of him, what is it then to be the appendage of this genius?
A sweeping, blistering tale of an America of long ago, that lives still in its creative genius, and its passion to celebrate and destroy that genius. Monstrous and humane. Frank Lloyd Wright IS America. I loved this story and recommend it gladly. (PS: Where are the Coen brothers!)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Fascinating insight into the love life of a genius, 26. Mai 2010
I couldn't help but ask myself how much of this story was fictitious and how much it reflected a true account of Frank Lloyd Wright's lifestyle. T.C. Boyle has created an unexpected account of a messy love life sharply contrasting with the perception one normally associates with Frank Lloyd Wright as the sensitive, perceptive and orderly architectural genius that he was. Quite remarkable!
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