Mit Death Metal konnte ich noch nie etwas anfangen. Dieses dunkle, eintönige Gegrowle, nee. Ich mag Power-, Melodic-, Symphonic-Metal. Aber zudem liebe ich Frauen, die singen können, egal ob Evanescence oder Vanessa Carlton. Ich hätte niemals erwartet, dass mich eine Band mit einem growlenden Sänger begeistern könnte.
Und dann sah ich Deadlock, ganz ohne Erwartungen, am Baden-in-Blut-Festival. Und wurde von der Performance umgehauen. Keine Band an diesem Tag hat mich so begeistert.
Verrückt, wie Johannes' Gegrowle passend gekontert wird von Sabines wunderschöner Stimme, und das alles zu harten, melodischen Gitarrenriffs, gemixt mit experimentellen Keyboard-Sounds bis hin zu einem kurzen Ausflug in den Techno-Bereich... ein orchestraler Metal-Mix, den ich so noch nie gehört habe, und den es so vielleicht auch kein zweites Mal gibt.
Dazu kommt, dass die Band ungemein sympathisch rüberkommt. Sabine lächelt vergnügt ins Publikum, man merkt wie sie alle riesigen Spaß an ihrem Auftritt haben.
Bemerkenswert ist die Straight-Edge-Einstellung der Band. Ganz weg von dem, was man eigentlich von einer Death-Metal-Band erwarten würde. Hier hat niemand eine Zigarette im Mund, keiner hebt demonstrativ sein Bier in die Luft. Alle Mitglieder sind zudem Veganer und engagieren sich für den Tierschutz, was sie auch in ihren Texten zum Ausdruck bringen.
Wer also offen für neues ist, wer den Gegensatz von Härte und Gefühl so richtig spüren möchte, wer Metal mag, wer melodiöse Frauenstimmen liebt, wer nicht engstirnig und verbohrt ist... der wird "Wolves" lieben.
In mir hat die Band jedenfalls einen neuen Fan gefunden. Und an Sabine, Johannes, Sebastian, Gert, Thomas und Tobi: Macht weiter so!