Kurzbeschreibung
Der Autor über sein Buch
Über den Autor
Im Herbst 2004 erschien das ansprechende Buch Maiglöckchen Variationen eines traditionellen Strickmusters in einer Zusammenarbeit mit Frauen, die an Textilarbeiten interessiert sind. Ein weiteres Projekt ist die Lebensgeschichte ihrer Urgroßeltern, ein faszinierendes Zeitdokument in einem dörflichen Umfeld Sachsens von 1837 bis 1925, dieses Buch ist im Februar/März 2005 erschienen. Weitere Informationen gibt es auf ihrer umfangreichen Homepage lustauffarben.de.
Auszug aus Wolle und Seide mit Naturstoffen färben von Dorothea Fischer. Copyright © 1999. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Dieses Buch ist aus der praktischen Arbeit und Erfahrung mit dem Naturfärben entstanden und soll den Leserinnen und Lesern Vergnügen bereiten, Wissen vermitteln und Anleitung zum praktischen Färben sein.
Da ich meine Kenntnisse als Färberin weithin intuitiv und autodidaktisch erarbeitet habe, ist möglicherweise nicht alles wissenschaftlich einwandfrei formuliert ist.
Fehler lassen sich nicht vermeiden, wenn man sich in ein so umfangreiches Gebiet wagt.
Eines Tages fiel mir auf, dass die meisten Färbepflanzen auch Heilpflanzen sind und viele von ihnen in früheren Zeiten als heilige, mythische Wesen verehrt wurden. Weil dies in der heutigen Zeit weitgehend in Vergessenheit geraten ist, erinnere ich daran mit einigen Hinweisen. Wer sich dafür interessiert, kann in vielen Büchern darüber lesen, angefangen bei der enzyklopädischen Werken bis hin zu Fachbüchern, Sagen und Mythen. Bücher über Heilpflanzen und ihre Wirkungen behandeln dieses von mir nur gestreifte Thema ausführlich, und es ist spannend, die Pflanzen mit ihren unendlich vielen Gaben für die Menschen kennen zu lernen.
Ich habe mich bemüht, die Informationen so verständlich und genau, wie es mir in diesem Rahmen möglich war, weiterzugeben, und ich hoffe, damit Lust und Mut zu machen, dieses weite Experimentierfeld zu betreten.
Einige Begriffe, die ich im Text verwendet habe, sind im Anhang erklärt.
Die hier vorgestellten und von mir erprobten Färbepflanzen sind nur ein kleiner Teil der färbenden Pflanzen. Wenn eine Pflanze Farbsubstanzen enthält, dann lohnt sich auch ein Färbeversuch mit ihr; aus diesem Grund sind auch viele aus der Literatur entnommene Inhaltsstoffe erwähnt. Über die Inhaltsstoffe habe ich Pflanzenfärbungen ausprobiert und erfreuliche oder auch enttäuschende Ergebnisse erzielt. Außer den färbenden und medizinisch wirksamen erwähne ich auch noch andere Inhaltsstoffe. Es gibt ein komplexes Zusammenwirken der Stoffe, das mir nicht bis ins Detail bekannt ist, aber möglicherweise einige Leserinnen und Leser interessiert.
Einige der Pflanzen, die ich hier vorstelle, sind in ihrem Bestand gefährdet und stehen deshalb unter Naturschutz. Das ist in den Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland, in der Schweiz und in Österreich regional unterschiedlich. Ehe Pflanzen gesammelt werden, sollte man sich darüber informieren, ob sie unter Naturschutz stehen. Die Roten Listen gefährdeter Pflanzen, Tiere, Pflanzengesellschaften und Biotope geben darüber Auskunft.
Alle vorgestellten Färbedrogen kann man aber im Kräuterhandel oder in der Apotheke kaufen. Viele Pflanzen werden angebaut. Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe ist sinnvoll, und deren Anbau kann durch die Naturfärberei unterstützt werden.
Dorothea Fischer
Geesthacht im Herbst 1998