Mit philologischer und musikhistorischer Akuratesse hat Rainer Böhm mit seinem Ensemble die musikalische (Um-)Welt des Oswald von Wolkenstein beleuchtet. Die Subtilität der Liedsätze spiegelt sich in der präzisen und dennoch anschaulichen Interpretation wider. Mindestens genau so elaboriert wie die Dichtung ist die musikalische Faktur, in der Oswald alle relevanten musikalischen Trends seiner Zeit aufgenommen hat. Fast schon selbstverständlich ist die ebenfalls mittelalterliche Praxis, Liedsätze teilweise instrumentaliter auszuführen. Die Kunstfertigkeit der Komposition kommt dadurch besonders gut zur Geltung. Ein gelungenes Panorama der Musik im frühen 15. Jahrhundert!