Der Wolf polarisiert. Die einen lieben ihn, die anderen fürchten ihn eher. Das kommt immer auch auf den eigenen Standpunkt an: Heute ist die Angst vorm Wolf seltener anzutreffen - aber echte wild lebende Wölfe draussen im Wald, fast vor der Haustür? - Na, vielen Dank.. Gelegentlich steht ja auch mal was in der Zeitung, z.B. über Wölfe im Bayerischen Wald, die angeblich zurückkehren. Der Wolf jedenfalls ist ein Tier, das schon in der Vergangenheit eine besondere Beziehung zum Menschen hatte und um diese Verbindung geht es in diesem volkskundlichen Bild- und Textband. Bayern als waldreiches Land hat dem Wolf schon in der Vorzeit eine Heimat geboten und in eine direkte Konkurrenzsituation zum Menschen treten lassen. Der "Hass" auf den Wolf ist allerdings keineswegs so "uralt" wie man meinen könnte - ursprünglich konnten sich schließlich Mensch und Wolf noch aus dem Weg gehen und es war genug für alle da. Im Verlauf des Mittelalters wuchs aber die (menschliche) Bevölkerung und man drang auch in die letzten Rückzugsgebiete vor..
Das Buch macht das anhand von archivalischen Fundstücken sehr gut deutlich. Der Wolf hat in Namen und Ortsnamen seine Spuren hinterlassen, ebenso in Wappen aber auch in Sagen, Märchen und Liedern - erstaunlich was man alles finden kann, wenn man sich näher mit dem Thema "Wolf" einlässt. Auch der Phantasie wird wird im Buch viel freier Spielraum überlassen - Mythologisches und Märchenhaftes mischt sich und erzählt von Urängsten des Menschen, aber auch dem Wolf als freiem Tier, das sich nicht unterjochen lässt und für Energie und List steht.
Wolfsspuren in Bayern ist das umfassende Buch für alle, vielleicht auch volkskundlich interessierten, Freunde des Wolfs, darüber hinaus ein toller Bildband mit schönen Tierfotographien und hat ein umfangreiches Quellenverezichnis zum Weiterlesen. Mit einem Vorwort des bekannten Tierfilmers Erik Ziemen.