Varg... Ich mochte sie mal, dann mochte ich sie nicht mehr, jetz wollte ich sie nicht mehr mögen, aber ich tu es trotzdem! Warum?
Zuerst einmal: Was sind Varg überhaupt? Pagan? Death? Viking? Mit Black und Rock anteilen? Ich könnte es echt nicht genau sagen. Varg sind für mich einfach Varg. Die Kritik in der RockHard benutzte den schönen Begriff der Musik für "Pausenhofgermanen". Mag sich lustig und etwas beleidigend anhören, aber irgendwo, mit einem Augenzwinkern, stimmt das.
Aber ich definiere das jetzt nicht negativ. Sondern eher als Synonym für Massentauglichkeit. Und DAS sind Varg definitiv! Und zwar auch hier im positiven Sinne!
Klar, Varg sind vom Songwriting her keine Götter wie Opeth, haben keine Geschwindigkeit und Technik wie Nile, und keine tiefer gehenden Texte wie Paradise Lost. Brauchen sie auch nicht. Varg sind einfach Varg.
Das bedeutet: den sprichwörtlichen Stock ausm Hintern ziehen, vielleicht ein Bierchen aufmachen, und Matte schütteln! Ihr Händchen für eingängige Riffs und den wohlbekannten Mitgröhlfaktor ist unglaublich und respektabel hoch! Bei Liedern wie dem klasse Opener "Wir sind die Wölfe", wo es darum geht, dass es die Band immernoch gibt und sie wietermachen, egal was gesagt wurde und wem sie ein Dorn im Auge sind oder waren, dürfte niemand live still in der Ecke stehn können! Auch Tracks wie "Schwertzeit" oder "Wolfskult" fahrn mit grandios-mosh-und-bang-baren Riffs auf, dass es eine Freude ist. Man merkt dabei, es muss nicht immer extrem komplex sein, um so zu funktionieren, wie es gedacht ist!
Aber auch die davon etwas stilistisch herausfallende Tracks wie "Nagelfar", das schwärzer rüberkommt, oder das lange, epochale und sogar atmosphärische "Sehnsucht", welche über die ganze Zeit so wächst und Spannung aufbaut, wie ichs den Jungs nicht zugetraut hätte, wissen zu gefallen und setzen auch schon ein bisschen die Weichen für eventuelle neue Sachen, die auch in ein bisschen andere Richtungen gehn könnten. Man darf gespannt sein!
Über die Texte will ich nicht groß reden, sie gehen von Pagan/Wikinger-ähnlichem bis zu modernem und persönlichem und laden schon wegen ihrer - trotz verzerrten Stimme - guten Verständlichkeit und natürlich der deutschen Sprache zum mitgröhlen ein!
Fazit: Bier auf, Varg an! Eine Scheibe, bei der man absolut Spass haben und mitmachen kann, und auch nicht-Varg-Fans mal ganz unverkopft reinhörn könnten!