Ein Hundeleben ist hart, aber Wolfsblut ist härter. "Wolfsblut" ist eine eigentlich traurige Tiergeschichte von 1906 über den Halbwolf Wolfsblut, der in Alaska aufwächst und zunächst in der Wildnis, dann bei Indianern und schließlich bei den Weißen lebt. Seine Wildheit macht ihn Haushunden überlegen, weshalb er durch die Weißen als Kampfhund missbraucht wird. Im letzten Moment wird er gerettet und findet schließlich in San Francisco doch noch ein schönes zuhause.
Jack London beschreibt und vergleicht aus der nüchternen und neutralen Hundesicht die verschiedenen Welten Wolfbluts. Wolfblut lernt, dass die Indianer und noch mehr die Weißen besser vor den Willkürlichkeiten der Wildnis geschützt sind als die Tiere. Diesen Schutz empfindet er als Macht, der er sich unterwirft. Er lernt aber auch, dass alle Welten ihre Grausamkeiten haben, sei es die Wildnis mit ihrer Kälte und den Hungersnöten, sei es die Unterordnung unter die "Gesetze" bei den Indianern oder schließlich die Rücksichtslosigkeit der Weißen. Auch wenn London das nicht kommentiert, kann man sich selbst denken, dass die Weißen moralisch am schlechtesten abschneiden, denn ihre Grausamkeiten dienen nur dem Spaß und nicht dem Überleben.
Durch seinen Retter Scott lernt Wolfsblut auch die gute Seite der Weißen kennen. Die Annehmlichkeiten von Kultur & Technik in Kombination mit einem gutem Charakter der Menschen ermöglichen ein wunderbares Hundeleben. Man fragt sich, warum die Menschen das nicht überall in der "großen" Welt schaffen.