Bonnie "Prince" Billy alias Will Oldham hat mit "Wolfroy goes to town" seinen künstlerischen Tiefpunkt in seinem an Höhepunkten so reichem Werk erreicht. Ich besitze annähernd alles, was Oldham bis dato veröffentlicht hat. Alle Studio- und Live-Alben, EPs, Maxis, Vinyl-Singles und die unzähligen Gastauftritte bei anderen Musikern. Oldhams letztes gutes Album war m.E. "Ask forgivness" (2007), die ausschließlich aus Coverversionen bestand. Seitdem hat er die wunderbaren Singles "Midday", "Bertrand my son" oder die EP "Mindeater" veröffentlicht. Auffällig ist, dass Perlen nur noch auf EPs, Vinyl-Singles etc. auftauchen, auf regulären Alben sich dagegen nur noch mediokres Material tummelt. Auffällig ist auch, dass Oldham offenkundig das Songwriting verlernt hat. Während früher so ziemlich jeder Schuss ein Treffer war, ist nunmehr alles nur noch langweilig, uninspiriert und ärgerlich. Die neue Platte "Wolfroy goes to town" besteht aus Balladen ohne jede Melodie, ohne jede Inspiration. Und aus grauenvollen Frauenstimmen wie der von Angel Olsen. Wenn ich nicht der Meinung wäre, dass Oldham das Songwriting verlernt hat, müsste ich denken, er hat die Songs für deises Album aus dem Ärmel geschüttelt, so einfach gestrickt und vorhersehbar sind sie. Und das Schlimmste: sie sind schlicht langweilig. Es interessiert überhaupt nicht, wie's weitergeht. Schade um einen vormals großen Singer-Songwriter. Ein toller Sänger ist Will Oldham teilweise immer noch. Wenn ihm keine guten eigenen Songs mehr einfallen, soll er sich eben auf Coverversionen beschränken. Wäre ja auch kein Malheur.