Viel mehr über den Autor und seine Werke zeigt die Website: http://www.wolfgangwallnerf.com/
Mit Links zu eigenen Seiten der Bücher.
Bei einer Lesung im ORF/Ö1 wurde Wolfgang Wallner-F. so vorgestellt:
Der Wiener Autor Wolfgang Wallner-F. muss ein entfernter Verwandter von Woody Allen sein. Neben ernsterer Prosa schreibt Wallner-F. auch Erzählungen, die zwischen Philosophie und Nonsens changieren, zwischen Slapstick und tieferer Bedeutung. Philosophisches Erkenntnisinteresse trifft hier auf die Tücken des Alltags und vermischt sich aufs Herrlichste zu einem witzigen Amalgam aus verschrobener Bildungsbeflissenheit und Pointen im Stil der britischen Komikertruppe Monty Python.
Diese Erzählungen zielen aber nicht nur darauf ab, witzig zu sein, sie haben ihre Wurzeln in der Auseinandersetzung des Autors mit der abendländischen Philosophiegeschichte und mit den neueren Erkenntnissen zur Quantenphysik. Wolfgang Wallner-F. meint selbst, es seien auf dem ersten Blick "surreale Welten", in denen viele seiner Geschichten spielen. Nach der sogenannten "Viele-Welten-Interpretation" zur Quantenmechanik könne man noch Zugänge zu vergangenen Zeiten, ja sogar zu den Göttern finden. Was den Vorteil hätte, so Wolfgang Wallner-F., dass die Protagonisten, ja vielleicht sogar die Leser die eigene Welt und sogar die eigene Vergangenheit verändern könnten.
Auf meiner Homepage steht:
Wolfgang Wallner-F. wurde 1948 in Krems an der Donau (Österreich) geboren. Er zog im Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern nach Wien. Dort besuchte er ein humanistisches Gymnasium.
In seiner Jugendzeit war er als Musiker, Texter, Komponist und Arrangeur in diversen österreichischen Ensembles tätig.
Um die Welt kennen und verstehen zu lernen, betrieb er selbstständig verschiedene Studien, z.B. in den Gebieten Zellbiologie, Relativitätstheorie, Quantenphysik, Kosmologie, Psychologie (dort auch "Transpersonale Psychologie", Stanislav Groof) und Philosophie um endlich darauf zu kommen, dass ausschließlich die eigene Psyche den Dingen Wert oder Unwert gibt. Die Beschäftigung mit der Bibel, mit östlichen Philosophien aber auch mit Teilen der Alchemie (C.G. Jung), mit Dschuang Dsi, Meister Eckehart, Jakob Böhme, Martin Buber, Sri Aurobindo, Teilhard de Chardin und anderen Denkern und Dichtern war dazu ebenso unverzichtbar.
Seit 2003 widmete sich vermehrt seiner schriftstellerischen Arbeit.
Das "F." in seinem Namen begründet sich aus der künstlerischen Verehrung für seinen Onkel, den Maler Franz Wallner (* 1929).
Wie das Schreiben vielleicht begann:
Es wird so zu meinem Schulbeginn gewesen sein, als ich diesen Traum hatte, der mir noch immer ganz deutlich bewusst ist.
Ich lebte am Rande eines Dschungels und war etwa in meinem wirklichen damaligen Alter.
Der Dschungel war undurchdringlich, doch musste er für den Weg zum Unterricht irgendwie überwunden werden, die Schule war von mir gesehen hinter dem Urwald. Wahrscheinlich in einer anderen Ansiedlung.
Um die Möglichkeit zu geben, in diese andere Ortschaft zu gelangen, gab es eine Schmalspureisenbahn, recht wackelig, alt und mit Waggons versehen, die zwar ein Dach auf Eisenstangen festgemacht hatten, aber keine Seitenwände, nicht einmal Türen.
Die Bahn führte auf zwei Wegen zu ihrem Ziel: Links oder rechts herum um den undurchdringlichen Wald.
Das tägliche Problem für die Kinder war sich zu entscheiden, welchen Weg man einschlagen wollte, es fuhr gleichzeitig einen Zug in jede Richtung. Und kein Transport war irgendwie bewacht.
Dies war eine folgenschwere Entscheidung, denn im Dschungel lebte ein gefräßiger, riesiger Tiger.
Und es war sicher, dass er einen der beiden Züge auflauerte und Kinder für seine Nahrung schlug.
Bisher war es eben üblich gewesen, dass sich einige Kinder für Links, einige für Rechts entschlossen, ein Zug wurde aber täglich angegriffen.
Offensichtlich war es eine Premiere, dass ich zum Unterricht musste, denn ich hörte zum ersten Mal von diesem tödlichen Sachverhalt.
Ich schlug vor, dass alle Kinder zusammenbleiben, alle gemeinsam einen Zug benutzen sollten. Ich schlug auch die Linie nach rechts vor, was angenommen wurde.
Leider erwies sich die Wahl der Fahrtrichtung als folgenschwer, denn gerade dort lauerte heute die Bestie.
Doch rief ich die Kinder auf, ihre (damals hölzernen) Federpenale (Schreibwarenetuis) zu öffnen und den Tiger mit den Füllfedern zu beschießen. Was auch geschah.
Das hungrige Untier wurde also von unseren Füllfedern wahrlich bespickt und es rannte auch bald schreiend, über und über mit Tinte und Federn beschmutzt und behangen davon.
Wir waren gerettet und der Weg zur Schule frei.
Meine Interpretation des Traumes:
Ich glaube es war Carl Gustav Jung, bei dem ich gelesen habe, dass mit annähernd hundertprozentiger Gewissheit Kinder einen (fast immer unvergesslichen) Traum haben, der über die Zukunft Auskunft gibt.
Sicher aber war es Jung der postulierte, dass jeder Traum mit einem kreis- oder quadratförmigen Symbol (wie mein Dschungel) sich auf das Selbst bezieht.
(Das Selbst ist ein Archetyp, ein Mittelpunkt, der sich aus der Gegenüberstellung von Bewusstem und Unbewusstem ergibt. Die Geburt des Selbst bedeutet eine Verschiebung des bisherigen psychischen Zentrums und damit eine vollständig veränderte Lebenseinstellung und Lebensauffassung, eine "Wandlung", siehe z. B. Jolande Jacobi: "Die Psychologie von C.G. Jung").
Das Untier in meinem Traum ist selbstverständlich eine Angst, die im Unbewussten wurzelt, vielleicht weist sogar die Richtung der Fahrt, nach Rechts, auf die Gefahr von Links, die im Normalfall die des Unbewussten ist.
Jedenfalls wurde diese Gefahr erkannt und erfolgreich bekämpft. Dies geschah solidarisch, durch eine Gemeinschaft, die auch einen gemeinsamen, gleichen Weg einschlug. Die Waffe war Tinte und Feder, die Waffen des Buches und der Aufklärung.
Vielleicht war dieser Traum der, der meine zukünftigen Absichten schon damals aufzeigte, oder sie aber auch begründete.
Wie auch immer, es ist mein erster, unvergesslicher Traum.