Jedermanns Lieblingsfranzosen melden sich mit Album Nummer Vier zurück - und haben durchaus Grund zum Größenwahn.
Was für ein Albumtitel. Aber wer Thomas Mars und seine Jungs kennt, weiß natürlich, dass der Bezug zu Mozart (und auch jener zu dessen Kollegen Liszt, im Titel "Lisztomania") weniger etwas mit Mut oder gar Größenwahn zu tun, sondern viel mehr als frecher Scherz gedacht ist.
Und tatsächlich haben Phoenix, längst auch jenseits modischer Hipster-Kreise jedermanns Lieblingsfranzosen, auf dem wunderbaren "Wolfgang Amadeus Phoenix" allen Grund für gutgelaunte Witze.
Denn wo sie vor drei Jahren beim Vorgänger "It's Never Been Like That" allzu sehr Richtung Strokes und Franz Ferdinand schielten und zwischen all den Gitarren mitunter fast die eigenen Stärken aus dem Blick verloren, stand dieses Mal auch wieder verstärkt die verspielte Eleganz von Ferry und Eno Pate.
Vor allem aber erobert das Quartett, mit mehr Synthies und entsprechendem Glamour denn je, die Indie-Elektro-Tanzfläche zurück.
Mit "1901", "Armistice", "Fences" oder dem eingangs erwähnten "Lisztomania" reiht sich Pop-Perle an Pop-Perle, die gar nicht so sehr wegen Mars' Gesang, sondern viel mehr wegen der raffiniert gebauten Rhythmen und Melodien und nicht zuletzt der brillanten Produktion (u.a. von House-Meister Philippe Zdar) glänzen. Und mit dem fast instrumentalen "Love Like A Sunset" gelingt Phoenix sogar ein kleines Kabinettstück, das in seiner musikalischen Vielschichtigkeit vielleicht sogar Mozart gefallen würde.
Produktbeschreibungen
Phoenix - Wolfgang Amadeus Phoeni