Ein gigantisches Epos, ein Meisterwerk, wie man es selten findet, ist der Roman von Hans Fallada auf jeden Fall. Es hat geradezu dokumentarischen Charakter, was die Schilderung der Umstände der Inflationszeit anbelangt. Es finden sich in anrührenden Einzelschicksalen die verschiedensten Probleme der wirtschaftlichen Krisensituation, mit der das Volk als Ganzes zu kämpfen hat. Es werden viele Handlungsstränge ausgelegt, viele Personen in ihrem alltäglichen Dasein vorgestellt, Menschen vom Land wie aus der Stadt, der Oberschicht wie der Unterschicht, die im Laufe der Erzählung zu einem großen Allgemeinschicksal zusammengeführt werden. Die Kämpfe des Einzelnen gegen den drohenden allgemeinen Bankrott, gegen den Verlust jeglicher Existenzgrundlage, gegen den Verlust persönlicher Ehre und Würde, sozialer Anerkennung wird auf beiläufig-unaufdringliche Weise geschildert, gibt ein Psychogramm der Menschen und der Zeit, ein historisches Dokument, das uns die Problematik dieser Epoche auf anschauliche Weise schildert, besser schildert, als es ein Geschichtsbuch jemals vermöchte. Fallada zeigt sich als souveräner Erzähler, der es meisterhaft versteht, hinter seinen Figuren zurückzutreten, um sie selbst und die Umstände jener Zeit sprechen zu lassen. Stets verknüpft er das Schicksal des einzelnen Menschen mit der Belastung durch die Gesamtsituation, nie versäumt er es, auf die einfachste Art und Weise dies in Erinnerung zu rufen, indem er schlicht und einfach die bestimmende Information jener Zeit einstreut, den Kurs des Dollars, der zu Anfang des Buches bei 414 000 Mark und zum Ende sind die Menschen kaum mehr in der Lage einen Schein der neuen Rentenmark als wertvoll anzusehen, soweit er nur eine oder zwei Nullen angefügt hat. Ein lesenswertes Buch, ein Dokument der Zeitgeschichte! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)