Marlis Bader offenbart ihren persönlichen Erfahrungsschatz auf klare, eindrückliche Art und bietet dadurch viele Ansätze für Hilfe in verschiedenen Lebenssituationen. Wer sich ihrem dargebotenen Schatz umfassend öffnet, kann bereits beim Studium des Dargebotenen die Schwingungen wahrnehmen (insbesondere die Entwicklung bei den Erfahrungsberichten von den Verkrampfungen bis zur Erlösung) und sie für allfällige eigene Resonanzen heilsam nutzen. Fazit: Ein Buch mit direkten Heilungsimpulsen sowie mit klarer Heilungsanleitung. Dafür erachte ich ***** als gerechtfertigt.
Das Buch bespricht einige Bereiche, die auch im Feng Shui (und in der Geomantie) Beachtung finden. Marlis Bader will sich allerdings – trotz ihrem Respekt für die Weisheitslehren aller Völker – von der Feng-Shui-Lehre deutlich abgrenzen, da sie mangels Interesse wenig Kenntnisse über sie habe. Ihr Weg sei, auf ihrem Flecken Erde zu leben und von diesem Land und aus sich heraus zu schöpfen, eingebunden in die grossartige Natur ihrer Heimat. Das Buch ist daher aus ihrer persönlichen Anschauung heraus entstanden, aus der heraus Erfahrungen erlebt werden, welche wiederum die persönliche Wahrnehmung prägen. Sie bittet daher um Achtung sowie um Glauben in die eigene Wahrnehmung. Ihre Ideen und Erkenntnisse bieten die Chance, das eine oder andere Phänomen näher zu erfassen bzw. zu erklären.
Jedes Haus und jede Wohnung ist eine eigene Welt mit einer eigenen Dynamik und Geschichte. Der Raum spiegelt die Menschen wider, das, was sie mögen, was sie brauchen oder das, mit dem sie hadern. Neben der aktuell herrschenden familiären Atmosphäre schwingt häufig noch etwas anderes mit, was das Wohngefühl bestimmt und prägt: die Vergangenheit, die Geschichte des Hauses und seiner Benutzer, die Geschichte von Freud und Leid, von Trauer und Verlassenheit, von Sterben und Tod, von Nicht-loslassen-Wollen, von Hoffnung und Enttäuschung. All dies ist spürbar, bleibt im Raum stehen, will gesehen, gewürdigt und gelöst werden. Ja, Häuser und Orte können nach Erlösung rufen. Es ist immer die menschliche Geschichte und ihre Auswirkungen, an der sie oft schwer tragen und die in Heilung gehen will.
Marlis Bader ermöglicht solche Heilung (energetische Reinigung) mittels Ritualen und Räuchern von Kräutern, Wurzeln und Harzen. Für sie ergab sich eine immer wiederkehrende Struktur im Hausgefüge. Demnach hat jedes Haus vier Gesichter, die das individuelle Wesen, seinen Charakter und Ausdruck (energetisches Feld, Haussystem) ausmachen: 1. Architektur, Materialien und Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen; 2. nähere Umgebung und landschaftliche Prägung (von Wäldern und Strassen über Flüsse bis zu Wasseradern); 3. Ahnen des Hauses (aktuell und früher hier lebende Menschen, Erbauer, Besitzer); 4. Geschichte des Ortes (frühere Nutzung, Ereignisse). Hinzu kommen der Geist des Ortes, Elementarwesen des Hauses und Naturwesen des Ortes. Der Zustand dieser Ebenen spiegelt sich in der Atmosphäre, der Wohnqualität des Ortes wider. Ist in der Vergangenheit schweres menschliches Leid geschehen, ist dies wahrnehmbar als „dunkler Schleier“ über dem Gebäude im Sinne einer Traurigkeit oder Verlassenheit, die über dem Ort liegt. Dies nennt Marlis Bader den Schmerzkörper des Hauses.
Wer diese Aspekte berücksichtigt, bettet sein Gebäude harmonisch in die Umgebung ein und verbindet Zweckmässigkeit mit Schönheit und Harmonie, um Lebensenergie zum Wohlbefinden fliessen zu lassen. Der Geist des Ortes ist für die Harmonie im gesamten System besorgt. Wird sie gestört, sucht er einen Kanal für deren Ausdruck, damit diese Spannung wahrgenommen und erlöst werden kann. Bis dies geschieht, verstärkt sich die Spannung über Anziehung gleichartiger Energie. Es entsteht ein energetischer Schmerzkörper. Durch menschliches Handeln entstanden, benötigt er das menschliche Bewusstsein zur Transformation. Weil jeder Mensch sein Verhalten und in deren Folge seine Lebensschritte verantwortet, und weil er zwecks Evolution durch Erfahrung auf der Erde weilt, findet jeder magnetisch jenen Wohnraum, der seinen persönlichen Entwicklungsweg am besten unterstützt. Ein Wohnraum mit Schmerzkörper ruft nach Heilung und bietet dafür entsprechende Entwicklungschancen. Heilung bringt also alle Beteiligten auf ein energetisch reicheres Niveau.
Alle Gebäude haben eine Geschichte, doch nur wenige einen Schmerzkörper, denn die meisten Problematiken finden innerhalb der menschlichen Lebensläufe Erlösung. Beim menschlichen Ableben Unerlöstes bleibt für spätere Erlösung haften. Hinter jedem Schmerz steht als ursächlicher Auslöser ein mental unwahres Verständnis. (Marlis Bader erkennt diesen Zusammenhang nur im seltenen Falle vehement verfestigter Gedankenstrukturen im Sinne fanatisch, lebens- bzw. freiheitsfeindlich praktizierter Ideologien und nennt dies „mentaler Schmerzkörper“.)
Ist die Sehnsucht nach Heilung übermächtig bedeckt von Schmerz und Verletzung und Erinnerung, die davon abhalten, die volle Schönheit der Wahrheit zu sehen (mental zu erkennen, sog. Erleuchtung), muss vorerst das Schmerzniveau reduziert werden, bevor die Aufmerksamkeit auf die Heilung stiftende mentale Wahrheit gerichtet werden kann. Allerdings ist es in den meisten Fällen durchaus möglich, die Aufmerksamkeit direkt auf den mentalen Krisenherd zu richten.
Immer ist Erkennen und Akzeptieren der wahren Situation vorausgesetzt, um starre Emotionen ins Fliessen zu bringen und alle Betroffenen zu erlösen. Der Schlüssel für Heilung ist, sich auf Einklang (Übereinstimmung, Harmonie) auszurichten und bei allem Mitgefühl und Wertfreiheit zu bewahren, denn das entspricht dem höchsten Wohl aller. Etwas anderes wäre ein Eingriff in die Freiheit anderer und bewirkt eine Anbindung, welche für die Befreiung aller Beteiligten wieder gelöst werden müsste. Jeder Lebensweg hat die Würde, respektiert und geachtet zu werden (selbst wenn er der eigenen Wegwahl zuwiderläuft). Marlis Bader behandelt dies als Thema mentaler Abgrenzung und emotionaler Ausschliessung (bei Nachbarn). In Wahrheit ist es ein Thema vollendeter Würdigung in einem offenen Feld (auf allen Ebenen), denn mein alle Ausprägungen respektvoll würdigendes Verhalten braucht nichts zu befürchten (jeder Täter braucht ein gleichartig schwingendes Opfer-Gegenstück).
Wie ein altes Märchen einprägsam rät, ist bei Arbeiten mit Fremdenergien wichtig, dabei sorglich und auf der Hut zu sein, nichts von Geistwesen anzunehmen, nichts Angebotenes zu ergreifen, nichts Geheissenes zu tun, und sie stets vorangehen zu lassen. Mit anderen Worten bestimmt das Unerlöste das Tempo und den Weg. Jeder Lösungsschritt braucht seine eigene Zeit, und erst wenn die Sättigung des einzelnen Themas erlebt wird durch Eintritt einer inneren friedlichen Stille, ist er vollendet und öffnet die Tür für den nächsten. Wir sind durch unsere klar kommunizierte Wahrheit Wegöffner und Wegbegleiter, denn wahre Heilungsarbeit beinhaltet die Würdigung, anderen das eigenständige Tragen ihres Schicksals zuzutrauen.
Für die Heilung braucht es also die vorbehaltslose Annahme der Lebenssituation. Diese Lebensbejahung bewirkt eine Öffnung des Herzchakras und das Ausströmen transformierender Energie. Dies hilft der Verarbeitung der Krisensituation (Erkennen der Wahrheit). Hilfsmittel auf dem Heilungsweg sind: Wegbereiter (Heiler), rituelles Aussprechen und Würdigen der wahren Situation, unterstützende Edelsteine sowie Räucherungen mit Pflanzen (und Weiteres).
Wesen und Aufgabe der Pflanzen sind u.a. zu nähren und zu heilen. Sie kommen gehäuft oder besonders kräftig wachsend vor, wo ihre Heilkraft vom Ort selbst oder den dort ansässigen Menschen benötigt wird. Je nach Kraftentfaltung eignen sie sich eher für Räucherungen oder versprühte Kaltwasserauszüge. Sind sie für die aktuelle Heilung relevant, erfolgt magnetisch ihr Ruf auf einer geistig-emotionalen Ebene.
Beim Räuchern besteht die Absicht, die durch die Glut gelösten geistigen Wirkstoffe der Pflanzen mittels Rauch als Träger in den Raum zu bringen. Da es sich also um ein geistiges Ritual handelt, ist es wichtig, den Inspirationen zu folgen (die sich über Gefühle, Bilder und Gedanken einstellen).
Marlis Bader legt ihren Ritualen die Absicht zugrunde, die in Räumen und Gebäuden verhafteten Lebensthemen symbolhaft darzustellen, um die Verstrickung bewusst zu machen und eine geklärte Sichtweise anzubieten, die Heilung und Erlösung bewirkt. Entscheidenden Einfluss haben dabei unsere Klarheit, Mitgefühl und Wertneutralität, die höchste Würdigung der Wahrheit und des individuellen Schicksals der Verirrten. Weil dabei hoch verdichtete Emotionen ans Licht gelangen dürfen, ist eine reiche, mitunter sehr spontane und heftige (Mit-)Gefühlserfahrung garantiert, der Schatz der Verirrten, der mit dem Heiler geteilt wird. Der freigesetzte hochgradige Magnetismus hat zuweilen magisches Ausmass. Durch das Ritual verbinden sich die Beteiligten mit dem Höheren, der geistigen Welt. Alle diesem Zweck dienlichen Mittel (wie z.B. Gebete, Lieder, Mantren) können dazu gewählt werden, auch in Verbindung mit den Räucherungen.