Georg Vittorin ist ein, kurz nach dem 1. Weltkrieg aus russischer Kriegsgefangenschaft Heimkehrender. Zusammen mit vier anderen Kameraden hat er sich geschworen, erst einmal in Freiheit, noch einmal zurück zu kehren, um an dem Lagerkommandanten, Seljukow Rache zu nehmen. Das haben sich die fünf ob der Erniedrigung während der Gefangenschaft geschworen und Vittorin ist auch gewillt, dies auf alle Fälle zu erfüllen. Doch die Nachkriegszeit in Wien hat andere Probleme und er ist anfänglich damit beschäftigt, sich wieder in einer vom Krieg gezeichneten Stadt sozial einzufügen. Als er jedoch fast wieder ein „normales" Leben sich in Wien geschaffen hat, kommt für ihn die endgültige Wahl, sich in das vom Bürgerkrieg zerrissene Russland zu begeben oder sein Versprechen nicht zu halten. Vittorin entscheidet sich dafür alles liegen und stehen zu lassen und begibt sich auf die Spur von Seljukov um ihn, koste es, was es wolle, zu finden.
Perutz liefert eine Heimkehrergeschichte, anders als die gewohnten. Vittorin ist ein Mann, der aus für ihn wichtigen Gründen, alles um sich aufgibt um einen nur ihm selbst gestellten Kodex zu erfüllen. Um das zu erreichen kennt er keine Moral und kein Gewissen, er gibt Versprechungen, von denen er weiß, dass er sie nicht halten kann, nur um sein Ziel zu erreichen. Sein Ziel ist es Seljukow für die erlittenen Schmähungen, die sich immer mehr nur als verletzter Stolz erweisen, zur Rede zu stellen, obwohl Vittorin selbst nicht weiß, was er machen wird, wenn er dem ehemaligen Lagerkommandanten gegenüber stehen wird. Vittorin bleibt sich immer gleich. Seine Verwandten, seine Kameraden und auch die Welt um ihn verändert sich, während er, wie mit Scheuklappen behaftet, nur dem selbst gestellten Ziel hinterherläuft. Dafür scheut er bei dessen Erfüllung auch weder Mühe noch Kosten, noch kümmert er sich um sein eigenes, noch um das Leben der anderen.
Vittorin ist eine typische Gestalt Perutz', der seinen Weg geht, ohne Konsequenzen und dabei für die Welt um sich zu einem Phantom wird. Wie bei „Zwischen Neun und Neun", wo ein überraschendes Ende die Besonderheit des Helden hervorhebt, ist auch in diesem Roman für den Leser klar, dass Georg Vittorin außerhalb der eigentlichen Maßstäbe handelt. Mit einer ganz hervorragenden Sprache und einem nur Perutz' eigenem Einfühlungsvermögen ist man gezwungen dieses Buch zu verschlingen, wie schon alle anderen von Perutz zuvor.