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Wohin rollst du, Äpfelchen ...: Roman
 
 
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Wohin rollst du, Äpfelchen ...: Roman [Taschenbuch]

Leo Perutz , Hans-Harald Müller
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juli 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342313349X
  • ISBN-13: 978-3423133494
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 9.403 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Leo Perutz
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Getriebene, Desperados – Perutz’ Helden leben wie in einem unaufhörlichen Alptraum gefangen. Kein Lichtstrahl der Hoffnung, der ihnen einen Ausweg aus dem Labyrinth ihrer Obsessionen weisen könnte. So stürzen seine dunklen Abenteuerromane die vertrauten Erzählmuster ins Subversive und demonstrieren derart ganz nebenbei, dass die Grenzen zwischen E- und U-Literatur nur dazu da sind, überschritten zu werden.«
Der Spiegel

»Leo Perutz ist der größte magische Realist unserer Sprache, ein Virtuose des Rätsels.«
Daniel Kehlmann

»Er ist ein Dichter mit der Fähigkeit, ungewöhnlich fesselnde Romane zu schreiben. Ich betone: ein Dichter.«
Carl von Ossietzky

Kurzbeschreibung

Drei Millionen Leser verfolgten den Erstabdruck dieses Romans, der 1928 in der größten Illustrierten des Kontinents, der ›Berliner Illustrirten Zeitung‹, in Fortsetzungen erschien. ›Wohin rollst du, Äpfelchen …‹ wurde von den Lesern verschlungen, der Titel wurde Ende der zwanziger Jahre zu einem Schlagwort, in dem Ungewissheit und Zukunftsangst der Menschen ihren Ausdruck fand.

Wien 1918/19. Der einstige Offizier Georg Vittorin kann die Demütigung nicht vergessen, die er als Kriegsgefangener von dem russischen Lagerkommandanten Seljukow erdulden musste, und beschließt, als Rächer nach Russland zurückzukehren. Eine dramatische Verfolgungsjagd beginnt, die ihn durch die Sowjetunion, nach Konstantinopel, Mailand, Paris und weiter treibt, bis es schließlich zu dem erhofften »Duell ohne Zeugen« kommt.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Minnhera
Format:Taschenbuch
Ein Ex-Kriegsgefangener und Lagerinsasse des Ersten Weltkrieges schwört auf der Heimkehr aus Rußland nach Österreich Rache an seinem Lagerkommandanten und versucht seine Mit-Insassen aufzuwiegeln. Die sind im Zug zwar noch bereit, dem Lagerkommandanten alles erdenkliche anzutun, beginnen nach einer Weile zu Hause allerdings an einer ziemlich selektiven Amnesie zu leiden: Es ist ja vorbei und man will keinen Ärger mehr mit der Sache haben. Das Leben geht weiter.

Der "Held" aber gibt nicht auf. Er beginnt eine Suche nach dem Kommandanten, die ihn noch einmal nach Rußland und später durch die Türkei über Frankreich bis wieder heim nach Österreich führt. Sie kostet ihn wertvolle Lebenszeit; seine von ihm verlassene Freundin begegnet ihm in Frankreich wieder, wo sie sich mittlerweile in einer der Prostitution nicht unähnlichen Stellung befindet und nichts mehr von ihm wissen will.

Als der Kommandant schließlich zweifelsfrei lokalisiert ist, stellt der "Held" fest, daß er eigentlich nur in Wien hätte bleiben und auf ihn warten müssen. Das ganze Ausmaß des Irrsinns seiner Reise wird ihm klar - es kommt zur Konfrontation mit seinem Widersacher...

~~~~~SPOILER!!!~~~~~

..., der mittlerweile in einer kleinen Wohnung in Wien lebt und Holzspielzeug für Kinder herstellt. Dem "Helden" kommt angesichts dieser Situation zu Bewußtsein, wie absurd sein Haß war, wie lächerlich er sich gemacht hat und daß er selbst - und nicht der Kommandant - sein Leben ruiniert hat durch diese auf einen Punkt ausgerichtete Wahnidee der Rache. Er wechselt ein paar Worte mit dem Ex-Kommandanten, kauft etwas Spielzeug und geht unverrichteter Dinge nach Hause.

~~~~~Spoiler Ende~~~~~

Das Buch, auch wieder ein zeitgenössisches Perutz-Werk ohne phantastischen Hintergrund, erinnert an Laurens van der Posts "Trennender Schatten", denn es kommt zu ähnlichen Schlußfolgerungen. Der Feind ist letztlich nicht so monströs, wie man sich in der Kriegssituation einredet, und es hat keinen Sinn, nachtragend zu sein. Die pure, nackte Menschlichkeit, die Perutz und van der Post mit ihren Werken offenlegen, ist erstaunlich, ehrlich und völlig unsentimental. Mit anderen Worten: Ganz großes Kino!
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Perutz' Roman "Wohin rollst du, Äpfelchen" fügt sich ein in die Romane, die die Entwurzelung der Frontgeneration des 1.Weltkriegs darstellen. Auch sein Held Georg Vittorin ist Angehöriger der "lost Generation", die sich in der zivilen Gesellschaft nicht mehr eingliedern kann. Um den Preis des Verlustes seiner Familie, seiner Geliebten und seiner Stellung verfolgt er die fixe Idee, sich an einem russischen Offizier zu rächen, der seine Ehre im Kriegsgefangenlager mit Füßen getreten hat.
Um sein Ziel zu erreichen, muss Vittorin zurück nach Russland, dort gerät er in die Wirren des Bürgerkriegs zwischen der Sowjetregierung und den Konterrevolutionären. Doch das ist längst nicht das Ende seiner Odysee. Bis zur Konfontation mit seinem Gegner muss Vittorin erkennen, dass er mit seinem Hass nicht nur sich selbst, sondern auch ihm Nahestehende in den Abgrund gerissen hat.
Geschrieben ist diese spannende Geschichte in einem Atem beraubenden Tempo, hat man einmal angefangen zu lesen, fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Meisterwerk! 22. Juni 2005
Von Ossiwan
Format:Taschenbuch
Georg Vittorin ist ein, kurz nach dem 1. Weltkrieg aus russischer Kriegsgefangenschaft Heimkehrender. Zusammen mit vier anderen Kameraden hat er sich geschworen, erst einmal in Freiheit, noch einmal zurück zu kehren, um an dem Lagerkommandanten, Seljukow Rache zu nehmen. Das haben sich die fünf ob der Erniedrigung während der Gefangenschaft geschworen und Vittorin ist auch gewillt, dies auf alle Fälle zu erfüllen. Doch die Nachkriegszeit in Wien hat andere Probleme und er ist anfänglich damit beschäftigt, sich wieder in einer vom Krieg gezeichneten Stadt sozial einzufügen. Als er jedoch fast wieder ein „normales" Leben sich in Wien geschaffen hat, kommt für ihn die endgültige Wahl, sich in das vom Bürgerkrieg zerrissene Russland zu begeben oder sein Versprechen nicht zu halten. Vittorin entscheidet sich dafür alles liegen und stehen zu lassen und begibt sich auf die Spur von Seljukov um ihn, koste es, was es wolle, zu finden.

Perutz liefert eine Heimkehrergeschichte, anders als die gewohnten. Vittorin ist ein Mann, der aus für ihn wichtigen Gründen, alles um sich aufgibt um einen nur ihm selbst gestellten Kodex zu erfüllen. Um das zu erreichen kennt er keine Moral und kein Gewissen, er gibt Versprechungen, von denen er weiß, dass er sie nicht halten kann, nur um sein Ziel zu erreichen. Sein Ziel ist es Seljukow für die erlittenen Schmähungen, die sich immer mehr nur als verletzter Stolz erweisen, zur Rede zu stellen, obwohl Vittorin selbst nicht weiß, was er machen wird, wenn er dem ehemaligen Lagerkommandanten gegenüber stehen wird. Vittorin bleibt sich immer gleich. Seine Verwandten, seine Kameraden und auch die Welt um ihn verändert sich, während er, wie mit Scheuklappen behaftet, nur dem selbst gestellten Ziel hinterherläuft. Dafür scheut er bei dessen Erfüllung auch weder Mühe noch Kosten, noch kümmert er sich um sein eigenes, noch um das Leben der anderen.

Vittorin ist eine typische Gestalt Perutz', der seinen Weg geht, ohne Konsequenzen und dabei für die Welt um sich zu einem Phantom wird. Wie bei „Zwischen Neun und Neun", wo ein überraschendes Ende die Besonderheit des Helden hervorhebt, ist auch in diesem Roman für den Leser klar, dass Georg Vittorin außerhalb der eigentlichen Maßstäbe handelt. Mit einer ganz hervorragenden Sprache und einem nur Perutz' eigenem Einfühlungsvermögen ist man gezwungen dieses Buch zu verschlingen, wie schon alle anderen von Perutz zuvor.

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