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Wohin mit Vater?: Ein Sohn verzweifelt am Pflegesystem
 
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Wohin mit Vater?: Ein Sohn verzweifelt am Pflegesystem [Broschiert]

Anonymus
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Produktinformation

  • Broschiert: 190 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (3. Juli 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596175305
  • ISBN-13: 978-3596175307
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 174.244 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Es gibt Augenblicke, die auf einen Schlag alles ändern. Als plötzlich die Mutter starb, die den schwerkranken Vater jahrelang gepflegt hatte, war das so eine Situation: der Vater, ein Pflegefall, der Sohn und die Tochter nicht in der Lage, ihn aufzunehmen. Wohin mit Vater? ist die ergreifende Geschichte einer Familie, die plötzlich mit einem Pflegefall konfrontiert ist und nicht weiterweiß. Ein Fall wie viele in Deutschland. Ein Fall, der in einer alternden Gesellschaft immer alltäglicher wird. "Die Ausnahme Pflegefall wird zur Regel", heißt es in dem Buch. Die Konsequenz ist eine fatale Ungewissheit: "Wie sollen die Alten leben, wenn sie krank, gebrechlich, behindert werden?" Wer pflegt sie, wenn die Jungen eine eigene Familie gegründet haben oder weit entfernt vom Wohnort ihrer Eltern wohnen? Das "sind Fragen, die an die Existenz gehen ... Fragen, die sich mit jedem Jahr mehr Menschen stellen müssen. Sie gehen alle an. Und fast alle sind nicht vorbereitet, wissen keine Antwort darauf. Was tun, wenn die Eltern Pflegefälle werden - das ist die neue soziale Frage."

Der das schreibt, zeichnet mit Anonymus. Der Sohn, die Schwester, sie bleiben anonym. Aus gutem Grund. Denn die Lösung, die sie für die Frage "Wohin mit Vater?" fanden, ist illegal: Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung von Ausländern und was da noch alles an Gesetzeswidrigkeiten zusammenkommen mag. Doch es gab keinen Ausweg, alles andere war gescheitert, gescheitert vor allem an der humanen Weigerung der Kinder, den Vater menschenunwürdigen Pflegeheimen zu überlassen. Das erste Heim: eine nach Urin stinkende Menschenverwahranstalt; das zweite kaum besser, nur deutlich teurer; die ambulante Pflege unbezahlbar. Letzten Endes blieb nur eine Telefonnummer. Landesvorwahl 0048, Polen. Ein Vermittlungsnetzwerk für Pflegekräfte, die zur häuslichen Pflege nach Deutschland kommen, weil sie in ihrem Heimatland keine Perspektive mehr sehen.

Für Anonymus und seine Schwester, nicht zuletzt auch für ihren Vater, war es ein Glücksfall. Denn es kam Teresa, eine Krankenschwester, die neben ihrer professionellen Pflegeausbildung etwas mitbrachte, woran es den deutschen Einrichtungen, die Sohn und Tochter besichtigt hatten, komplett mangelte: menschliche Zuwendung. Es ist rührend zu lesen, wie die resolute Polin nicht nur das Pflegeproblem löste, sondern auch dem Vater seinen Lebensmut zurückgab. Darüber hinaus bietet das Buch hilfreiche Orientierung im Dschungel des deutschen Pflegesystems.

-- Winfried Kretschmer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Dieser Tag wird kommen. Für beinahe jede und jeden. Der Tag, an dem die alten Eltern nicht mehr können, krank werden, Pflegefälle sind. Alle Töchter und Söhne wissen, dass es irgendwann so weit sein wird, aber kaum jemand bereitet sich darauf vor. Und mit dem Tag X kommen Hilflosigkeit, Ohnmacht, Selbstvorwürfe: Was tun mit dem Vater, was tun mit der Mutter?

Ein Pflegeheim will man den Eltern ersparen, häusliche Pflege ist unbezahlbar - aber den Beruf und das eigene Leben aufgeben, um die Pflege selbst zu übernehmen?

In eindrucksvoller Offenheit erzählt der Autor das Drama einer Familie und berichtet, mit welchen grundlegenden Fragen er sich plötzlich konfrontiert sah. Er schildert packend die Gewissenskonflikte und auch die bürokratischen Schwierigkeiten seiner Situation. Und er schlägt Alarm angesichts der Untätigkeit, mit der Gesellschaft und Politik vor einer der großen sozialen Fragen unserer Zeit stehen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
60 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das deutsche Pflegesystem ist nicht gerade einfach, insbesondere wenn man darin steckt oder es benutzen möchte. Viel Geld ist da aufzubringen, Formulare auszufüllen und am Ende steht schließlich nicht gerade verlockend das HEIM für den Delinquenten, um es einmal etwas überspitzt auszudrücken. Der Autor ANONYMUS, wer macht seine Misere denn schon gerne öffentlich, beschreibt im Buch WOHIN MIT VATER was ihm widerfahren ist und dabei wird einem wirklich Angst und Bange.

Durch die Verantwortung für den alt gewordenen Vater kommt Anonymus in einen Notstand, nicht nur durch die Pflege, sondern auch bezüglich seines Gewissens, denn er ist weit weg von Zuhause und weis nicht wie er sich, sein Leben und das seines Vaters koordinieren soll.

Selbst zu betreuen, kommt für viele Dank der eigenen Arbeit und der beengten Verhältnisse nicht in Frage. Eine Zugehfrau ist oftmals ein Schock, wie im vorliegen Fall, wo die Dame nicht einmal die Grundkenntnisse der Deutschen Sprache hat. So schildert denn nun Anonymus in seinem Buch WOHIN MIT VATER wie es denn einem Durchschnittsdeutschen ergeht, dessen Eltern pflegebedürftig werden. Eine Katastrophe sonders Gleichen bahnt sich an, nicht nur finanziell, aber Pflege kostet Geld, viel Geld!

Anonymus beschreibt ergreifend und erschütternd, wie er umhergeschubst wurde, wie groß die Bürokratie in Deutschland dabei ist und mit wie viel Unverständnis Seitens der Pflegeträger er konfrontiert wurde - ein Gewissenkonflikt bahnt sich an.

Ein Buch das einem stillen Aufschrei der Gesellschaft gleicht. Wer hier vorüber geht, vergisst, dass er selbst einmal alt werden wird und vielleicht ja auch in die Pflege kommen könnte... und wer wirklich selbst einmal in ein Altersheim geblickt hat, vielleicht sogar in eines dieser Abschiebealtersheime, weit draußen auf dem Land oder in eines der üblen Himmelfahrtaltersheime - der weis nur eines - DA WILL ICH NIE HINKOMMEN und auch mein Vater oder meine Mutter sollen dahin nie abgeschoben werden!

Absolut empfehlenswert!
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Endlich!

Endlich wagt ein Autor, was nicht einmal ein großes Nachrichtenmagazin in seiner Artikelserie über Pflege im Alter wagte: Hinzuschauen! Dass es auch eine realistische und vielleicht die einzig menschliche Möglichkeit ist, Pflegebedürftige zuhause zu betreuen! Aber es ist hierzulande in dieser Form "illegal"! Angeblich , weil ca. 1000 EUR plus kostenfreies Wohnen und Verpflegung dem deutschen Standard nicht entsprechen! (gleichzeitig dürfen wir ungestraft ein-Euro-Jobs verrichten).

Tausende von Betroffenen haben sich für die Pflege ihrer Eltern durch eine Rundum-Betreuung entschieden - wohl wissend, dass sie mit einem Bein in der Illegalität stehen. Die offiziellen Pflegedienste wissen es - und dulden, solange sie am Kuchen weiter partizipieren dürfen. Mancher hat selbst erlebt, was der Autor beschreibt: dass neben der polnischen Pflegerin, die den alternden Menschen zum Aufblühen bringt, weil er in seinen vier Wänden bleiben darf und nicht entwurzelt wird - ein deutscher Pflegedienst für eine halbe Stunde morgendlicher "Pflege" bis zu 700 EUR einnimmt. Wie kommt es, dass wir hier bereit sind, wegzuschauen und wie in "des Kaisers neue Kleider" behaupten, was es nicht geben dürfe, gebe es nicht?

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von _tintin_ VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der Autor schildert eindrücklich eine Situation, wie sie sich tagtäglich in deutschen Haushalten abspielt: die Mutter verstirbt plötzlich und unerwartet und der Vater, ein Pflegefall, bleibt zurück... Wohin also mit ihm? Die Möglichkeiten sind vielfältig und gleichzeitig unzureichend. Nur wer reich ist, darf heutzutage scheinbar in Würde altern - ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Und oft gibt es keinen anderen Weg als den nach Osteuropa, in die Illegalität.

Meiner Meinung nach ist "Wohin mit Vater? Ein Sohn verzweifelt am Pflegesystem" ein sehr gut recherchiertes, direktes Buch. Der anonyme Autor bringt auf den Punkt, was offensichtlich ist und doch viel zu oft ignoriert wird: der katastrophale Pflegenotstand in Deutschland.

Im Grunde genommen sollte "Wohin mit Vater?" zur Pflichtlektüre werden - für Politiker und Lehrer, für Eltern und Kinder, kurz: für alle. Immerhin ist Altern ein Prozess, der zum Leben gehört wie das allmorgendliche Zähneputzen und jeden einzelnen angeht. Jünger wird schließlich niemand, nur das Leben länger.
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