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Wohin geht die türkische Gesellschaft?: Kulturkampf in der Türkei
 
 
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Wohin geht die türkische Gesellschaft?: Kulturkampf in der Türkei [Taschenbuch]

Rainer Hermann
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Rainer T. Hermann
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Rainer Hermann zeigt sich in diesem Buch als kenntnisreicher und zur verständlichen Darstellung fähiger Autor. [...] Wer immer sich detailliert über das Innenleben der Türkei informieren will, hier wird er bestens bedient.«
Radio Darmstadt 28.01.2009



»Der Materialreichtum genügt höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen. Hermann gelingt es dabei dank seines Schreibstils, seine Auseinandersetzung mit der kemalistischen Staatsideologie der Türkei streckenweise spannend wie einen Thriller zu machen.«
Passauer Neue Presse 14.01.2009



»Rainer Hermann vermittelt seinen Lesern fundierte Einblicke in die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der türkischen Gesellschaft.«
ShortBooks 08.01.2009



»Hermann gelingt Porträt und Analyse eines Staates und einer Gesellschaft, die sich quasi neu erfinden - eine neue, demokratische und islamische Türkei, wenn auch überhaupt nicht frei von Makeln. [...] Damit ist dem Journalisten gelungen, woran deutschsprachige Wissenschaftler noch arbeiten.«
Neue Zürcher Zeitung 14.11.2008



»Glasklarer Blick auf die zerrissene Türkei. [...] Dass sich die Türkei in erster Linie ›selbst blockiert‹, hat der Autor in aller Tiefe faktenstark nachgewiesen. Sein brandaktuelles Buch sei allen, die sich für die Türkei und für die Zukunft des mediterranen Raumes interessieren, nachdrücklich empfohlen.«
Die Tagespost 18.10.2008



»Rainer Hermann beschreibt sehr detailliert die Entwicklung der Türkei. Besondere Beachtung schenkt er dabei der Politik der AKP. In verständlicher und klarer Sprache erklärt er die einzelnen Aspekte der türkischen Gesellschaft. [...] Eine Aufnahme der Türkei in die EU sieht Hermann durchaus positiv. Auch die Integrationspolitik der EU wandelt sich. Bis zu einem wirklichen Beitritt ist es sicherlich noch ein weiter Weg. aber manchmal ist schon der Weg das Ziel.«
Rhein-Neckar-Zeitung 18.10.2008



»In diesem Herbst erscheinen gute neue Bücher, die mit holzschnittartigen Weisheiten über das Land an Europas südöstlichem Rand brechen. Eine davon lautet: In der Türkei tobe ein Kampf von prowestlichen säkularen gegen islamistische Kräfte. Diesem Vorurteil entzieht Rainer Hermann in seinem Buch die Grundlage. Souverän beschreibt er, wie die alte kemalistische Elite, Armee und Bürokratie versuchen, den Aufstieg einer neuen Elite von Geschäftsleuten und gläubigen Türken aus Anatolien zu verhindern. Hermanns Buch ist Pflichtlektüre, um das politische Kräftespiel in der Türkei zu verstehen.«
Die Zeit 16.10.2008



»Spannend an Hermanns Buch ist, dass hier ein Kenner eine Analyse vorlegt, die weder in politikwissenschaftlicher Abstraktion verharrt noch nur Impressionen, Reportagen oder bunte Schlaglichter aneinanderreiht.«
Hannoversche Allgemeine 15.10.2008



»... darf man sein Buch schon jetzt zu den Standardwerken über die Türkei zählen. Mit seiner Materialfülle genügt es fast schon wissenschaftlichen Ansprüchen, durch den flüssigen journalistischen Stil liest es sich zugleich oft wie ein Krimi, außerdem ist es auf der Höhe der jüngsten Entwicklung.«
die tageszeitung 15.10.2008



»Eine überaus lohnende Lektüre, die die vielfältigen politischen Strömungen in der Türkei beschreibt und hilft, sich von den Klischees zu lösen, die wohl viele über den politischen Islam haben. Und letztlich ein eindringliches und differenziertes Plädoyer dafür, die Türkei als › Brücke zum Osten‹ zu akzeptieren, statt sich von ihr abzugrenzen. Sehr materialreich und dabei sehr gut, teilweise sehr spannend lesbar mit dem Zeug zum Standardwerk.«
Buchtipps von weberberg.de 15.10.2008



»Historisch fundiert beschreibt der Journalist die Kraftquellen wie die Krisenzonen des Landes, setzt sich mit dem ›autoritären Laizismus‹ auseinander und dem speziellen türkischen Islam, dem er Reformpotential zutraut. Der so häufig beschworene Krieg gegen den Terror ist für ihn nur zu gewinnen, wenn der Westen mit den gemäßigten Muslimen zusammenarbeitet. Denn der Kampf zwischen den Zivilisationen findet statt, aber der Graben verlaufe nicht zwischen dem christlichen Westen und dem muslimischen Orient, sondern mitten durch die islamische Welt. In diesem Sinne ist die Türkei, die Islam und Demokratie vereine, für den Autor ›das leuchtende Beispiel, was für Muslime möglich ist‹.«
Süddeutsche Zeitung 14.10.2008



»Politische Sachbücher von Auslandskorrespondenten über ein Land sind mit Vorsicht zu genießen. Erst recht, wenn das Land Schwerpunkt der Buchmesse ist. Die Verlage drängen Journalisten, Bücher zu schreiben. Diese wiederum peppen Artikel auf, und das Ergebnis ist der grobe, fremde Blick auf das Objekt. Angesichts solcher Umstände bereitet es große Freude, auf ein Buch zu stoßen, das uneingeschränkt jedem empfohlen wird, der sich mit der türkischen Gesellschaft und Politik beschäftigen will.«
Berliner Zeitung 14.10.2008



»Um Lesern ein differenziertes Urteil zu ermöglichen, macht er sie mit dem alten Establishment der Republik und ihren neuen Eliten bekannt. Er läutert die unterschiedlichen Aufstiegsgeschichten, die kemalistischen und die islamischen, er widmet sich den türkischen Tabuthemen und zeigt zugleich, auf welche Weise grundsätzliche Probleme unserer Zeit historisch gewachsen sind.«
Stuttgarter Zeitung 14.10.2008



»In seinem Buch über die türkische Gesellschaft zieht er Bilanz - eine Bilanz, die vor allem Kritiker des Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan verblüffen könnte. [...] Gleichwohl offenbart Hermanns kurzweilig geschriebenes Buch dem Leser nicht nur teils überraschende Hintergrundinformationen, sondern öffnet ihm die Augen für einen anderen Blick auf die Türkei.«
Kölnische Rundschau 14.10.2008



»Überzeugend ist auch die große Dichte an Fakten und Erläuterungen, mit der der Islamwissenschaftler und Ökonom seine Analyse unterfüttert.«
Das Parlament 13.10.2008



»Der Islam auf dem Vormarsch? Spurensuche in Kasimpasa, dem Geburtsort von Ministerpräsident Tayyip Erdogan. Ort der Islamisch-Konservativen. Hier treffen wir Rainer Hermannn. Der langjährige Türkeikorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschreibt in seinem neuen Buch eine differenziertere Wirklichkeit. Und die ist in Kasimpasa besonders deutlich zu spüren, sagt er. Viele Fromme haben sich hochgearbeitet. Sind in der Mittelschicht angekommen, Manche, wie Tayyip Erdogan, sogar ganz oben.«
ZDF.de 11.10.2008



»Bei Rainer Hermann, der seit Jahren im Lande lebt, liest man neben kenntnisreich abgehandelten Fragen zur gegenwärtigen Entwicklung der türkischen Gesellschaft auch Genaueres über jenen ›tiefen Staat‹, in dem sich Militärs, Kriminelle und politisch motivierte Drahtzieher (Graue Wölfe, Ergenekon) bei der mörderischen Unterdrückung insbesondere des kurdischen Widerstandes die Hand reichen.«
Neue Westfälische 11.10.2008



»Es gibt viele gelungene Kapitel in diesem Buch. [...] Auch die Beschreibung der mächtigen Religionsbehörde Diyanet und der progressiven Theologischen Fakultät von Ankara sind hoch interessant und mehr als geglückt. Geradezu atemberaubend und fast so spannend wie ein Krimi aber ist das Kapitel über die Gewalt in der türkischen Gesellschaft, namentlich den politischen Mord an dem türkisch-armenischen Publizisten Hrant Dink, und die paramilitärischen Banden, den sogenannten ›tiefen Staat‹.«
Deutschlandfunk 06.10.2008



»Neue Bücher über die Türkei gibt es derzeit fast so viel wie Türken in Deutschland. Der Grund dafür ist klar: Die Buchmesse hat den Staat am Bosporus, der auch noch wünscht, in die EU aufgenommen zu werden, zum Gastland erkoren. Die meisten dieser Bücher müssen nicht unbedingt gelesen werden. Rainer Hermanns Studie über die Türkei der Gegenwart aber stellt eine Ausnahme dar.«
Die Welt 04.10.2008



»Besonders jedem an der Türkei Interessierten ans Herz zu legen ist der Band des kompetenten Islamwissenschaftlers und ›FAZ‹-Korrespondenten in der Türkei. Er analysiert pointiert den gesellschaftlichen Wandel seit der Staatsgründung 1923 und gibt tiefe Einblicke in das Machtgefüge des Staates.«
Rheinischer Merkur 02.10.2008



»Insgesamt gelingt es Hermann, dessen Sympathien für sein Gastland immer wieder durchscheinen, die gegenwärtige politische Situation sowohl sachkundig und strukturiert, aber auch plastisch und mit Gefühl für die kleinen Zeichen darzustellen.«
lesart 01.10.2008



»Rainer Hermann ist optimistisch; er definiert Europas Aufgaben: ›Ins Zentrum rückt eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, die Frieden und Wohlstand erhält, die den Terror bekämpft und die Energieströme sicherstellt.‹ Und ist, trotz vieler Defizite, überzeugt: ›Eine solche Ordnung hat Platz für die Türkei.‹«
kommune 01.10.2008



»Die meisten deutschen Beobachter in der Türkei sind sich einig: Der Vorwurf, Erdogan wolle die Türkei allen Lippenbekenntnissen zum Trotz letztlich in eine islamische Republik zurückverwandeln, ist haltlos. Am weitesten geht in dieser Einschätzung Rainer Hermann, langjähriger Korrespondent der ›Frankfurter Allgemeinen Zeitung‹.«
Literaturen 01.10.2008



»Mit der für ihn bezeichnenden Mischung aus Sympathie für die Türkei einerseits und rationaler Analyse andererseits versteht es Hermann, die gesellschaftlichen Umbrüche in der Türkei präzise zu beschreiben. Selbst für Türkei-Experten bietet sein Buch viele aufschlussreiche ›Aha‹-Momente. [...] Ob es das Militär, das Kopftuch, der Ehrenmord oder der EU-Beitritt ist - das Buch verdeutlicht, dass gerade aktuelle Konflikte, wie sie zwischen alter und neuer Elite herrschen, ihre Wurzeln in der Geschichte des Landes haben. Insofern bietet das Buch unvoreingenommene Einsichten und Hintergründe - ganz gleich, wie man politisch zur Türkei steht.«
qantara.de 18.09.2008



»Gelungen.«
rbb Kulturradio 17.09.2008



»Eindrucksvoll beschreibt der Islamwissenschaftler Hermann, weshalb es nicht zutrifft, dass die AKP das Land islamisiere. Vielmehr nationalisiere das Militär die Religion.«
Deutsche Welle 17.09.2008



»Seit 17 Jahren lebt der Islamwissenschaftler, Volkswirt und Publizist Rainer Hermann in Istanbul. Er kennt die wunderschöne Türkei wie seine Westentasche. Aus dieser Position gibt er religiöse, historische und politische Einblicke, die einen die schwierigen Prozesse der Türkei ›auf dem Wege nach Europa‹ [...] verstehen lassen. [...] Ein spannender und lehrreicher Report.«
Lausitzer Rundschau 08.09.2008



»Dieses spannende Buch des ausgewiesenen Türkeikenners Rainer Hermann [...] wird keinen Moment langweilig. Der Autor stellt damit die in den 17 Jahren seines Lebens in der Türkei gesammelten Erkenntnisse einer breiteren Leserschaft zur Verfügung, ohne aber die zum Verständnis dieses Landes so notwendige Tiefe vermissen zu lassen.«
rezensionen.ch 07.09.2008



»Im Jetzt und Hier hat Rainer Hermann recherchiert: Der Islamwissenschaftler, der für die FAZ aus Instanbul berichtet, beleuchtet Aspekte wie das Kopftuch, den EU-Beitritt und den ›Ehrenmord‹ und macht klar, dass die Konflikte zwischen alter und neuer Elite ihre Wurzeln in der Vergangenheit haben.«
Buchmarkt 01.09.2008



»Das Buch bietet fundierte Einblicke in die politische und gesellschaftliche Struktur des Landes. Sicher keine leichte Sommerlektüre, aber eine ideale Orientierungshilfe, um zu verstehen, wie es in einem modernen Land wie der Türkei überhaupt dazu kommen konnte, dass die regierende AKP zuletzt nur knapp einem Verbotsverfahren entging, welches das Land um Jahre zurückgeworfen hätte.«
Profil, Wien 25.08.2008



»Ein hervorragend geschriebenes und spannend zu lesendes geschichtliches und kulturelles Panorama des Landes. [...] Nur profitieren kann der Leser von der Lektüre dieses längst überfälligen Buches.«
Deutschlandradio Kultur 24.08.2008



»Ein zweifellos gelungenes Buch.«
ADK, Armenisch-Deutsche Korrespondenz Heft 1/2010

Kurzbeschreibung

Die Türkei wird als »Brücke zum Osten« bezeichnet und von Europa wie von der arabisch-islamischen Welt sehr misstrauisch betrachtet. Die Gegensätze im Land selbst, etwa zwischen dem ländlichen Anatolien und der türkischen Riviera, könnten größer nicht sein. Sie spiegeln sich in den alten und neuen Eliten wider. Eine neue Elite, vertreten von der muslimisch-konservativen AKP, ist seit einiger Zeit an der Regierung und unter dem Verdacht, die Türkei wieder zu islamisieren. De facto findet jedoch eine Modernisierung statt. Was sind die Hintergründe für diese Konstellation und wohin wird das führen? Wie sieht der Alltag der Menschen in diesem großen Land aus? Als Korrespondent der FAZ beobachtet Rainer Hermann seit langem die Entwicklungen in der Türkei. Er legt hier eine Gesamtdarstellung von Geschichte und Gegenwart dieses Landes vor, dessen Zukunft auch für Europa von großer Bedeutung ist. »Die meisten deutschen Beobachter in der Türkei sind sich einig: Der Vorwurf, Erdogan wolle die Türkei allen Lippenbekenntnissen zum Trotz letztlich in eine islamische Republik zurückverwandeln, ist haltlos. Am weitesten geht in dieser Einschätzung Rainer Hermann, langjähriger Korrespondent der ›Frankfurter Allgemeinen Zeitung‹.« Literaturen, 1.10.08 »Mit der für ihn bezeichnenden Mischung aus Sympathie für die Türkei einerseits und rationaler Analyse andererseits versteht es Hermann, die gesellschaftlichen Umbrüche in der Türkei präzise zu beschreiben. Selbst für Türkei-Experten bietet sein Buch viele aufschlussreiche ›Aha‹-Momente ... Ob es das Militär, das Kopftuch, der Ehrenmord oder der EU-Beitritt ist - das Buch verdeutlicht, dass gerade aktuelle Konflikte, wie sie zwischen alter und neuer Elite herrschen, ihre Wurzeln in der Geshichgte des Landes haben. Insofern bietet das Buch unvoreingenommene Einsichten und Hintergründe - ganz gleich, wie man politisch zur Türkei steht.« Qantara.de, 18.9.08 »Gelungen.« rbb Kulturradio, 17.9.08 »Seit 17 Jahren lebt der Islamwissenschaftler, Volkswirt und Publizist Rainer Hermann in Istanbul. Er kennt die wunderschöne Türkei wie seine Westentasche. Aus dieser Position gibt er religiöse, historische und politische Einblicke, die einen die schwierigen Prozesse der Türkei ›auf dem Wege nach Europa‹ ... verstehen lassen ... Ein spannender und lehrreicher Report.« Lausitzer Rundschau, 8.9.08 »Dieses spannende Buch des ausgewiesenen Türkeikenners Rainer Hermann [...] wird keinen Moment langweilig. Der Autor stellt damit die in den 17 Jahren seines Lebens in der Türkei gesammelten Erkenntnisse einer breiteren Leserschaft zur Verfügung, ohne aber die zum Verständnis dieses Landes so notwendige Tiefe vermissen zu lassen.« rezensionen.ch, 7.9.08 »Im Jetzt und Hier hat Rainer Hermann recherchiert: Der Islamwissenschaftler, der für die FAZ aus Instanbul berichtet, beleuchtet Aspekte wie das Kopftuch, den EU-Beitritt und den ›Ehrenmord‹ und macht klar, dass die Konflikte zwischen alter und neuer Elite ihre Wurzeln in der Vergangenheit haben.« Buchmarkt, 1.9.08 »Das Buch bietet fundierte Einblicke in die politische und gesellschaftliche Struktur des Landes. Sicher keine leichte Sommerlektüre, aber eine ideale Orientierungshilfe, um zu verstehen, wie es in einem modernen Land wie der Türkei überhaupt dazu kommen konnte, dass die regierende AKP zuletzt nur knapp einem Verbotsverfahren entging, welches das Land um Jahre zurückgeworfen hätte.« Profil, Wien, 25.8.08 » ... ein hervorragend geschriebenes und spannend zu lesendes geschichtliches und kulturelles Panorama des Landes ... nur profitieren kann der Leser von der Lektüre dieses längst überfälligen Buches.« Deutschlandradio Kultur, 24.8.08

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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Türkei-Buch zum Weiterempfehlen!, 1. Dezember 2008
Von 
Dr. Michael Blume (Filderstadt, Baden-Württemberg, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Wohin geht die türkische Gesellschaft?: Kulturkampf in der Türkei (Taschenbuch)
Warum würden manche westlich gekleidete und gebildete Türken am liebsten die demokratisch gewählte Regierung ihres Landes stürzen? Warum hat das Militär dort eine so starke Stellung und wird das Verbot religiöser Kleidung und Symbole sowie von Minderheitensprachen oder auch nur -namen so massiv durchgesetzt? Und warum wiederum loben Deutschland, die EU und auch die Kirchen in der Türkei die Reformanstrengungen ausgerechnet der regierenden, islamisch geprägten Partei? Sind deren Demokratisierungsinitiativen ernsthaft gemeint, oder nur Teil einer verborgenen Agenda?

Endlich kann ich Menschen mit solchen Fragen guten Wissens ein einziges Buch empfehlen, das den inneren Konflikt der Türkei zwischen nationalistisch-säkularen Oberschichten und aufstrebenden Mittel- und Unterschichten von der Endzeit des Osmanischen Reiches über Atatürk bis in die heutige Zeit hinein nachvollziehbar schildert. Dabei beschränkt sich der langjährige FAZ-Korrespondent und Islamwissenschaftler nicht auf die Politik, sondern bietet spannende Einblicke in Wirtschaft, Kultur, Religion(en) und die Situation auch der Minderheiten. Zum fünften Stern gefehlt haben m.E. lediglich ein paar wenige Grafiken beispielsweise zum (zunehmenden) Wirtschafts- und (abschmelzenden) Bevölkerungswachstum, der Arbeitslosigkeit, Wahlbeteiligung u.ä., um auch Neuinteressierten an der Türkei die Entwicklungsdynamik und Herausforderungen des Landes aufzuzeigen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Analys eines versierten Kenners, 24. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Wohin geht die türkische Gesellschaft?: Kulturkampf in der Türkei (Taschenbuch)
der Autor kann seine Arbeit auf eine ueber 12jährige Korrespondententätigkeit in der Türkei abstützen. Der Leser spürt dies in jeder Zeile des Buches. Rainer Hermann zieht eine fundierte Bilanz und er kann uns Sachzusammenhänge darlegen und erklären, weil er sie eben durch und durch aufgefasst und verstanden hat.

Hermann hat sein Buch in drei Teile aufgeteilt. Sicher kommt es immer wieder zu Ueberschneidungen, aber insbesondere der dritte Teil, in welchem es um die Schwächen und Stärken der türkischen Gesellschaft geht, sei jedem Leser ans Herz gelegt. Da sind die Probleme durch eine zunehmende Gewaltbereitschaft, durch Terrorakte als ein Bruch mit dem starren nationalen Korsett aber die aufkeimende Bereitschaft zur echten Demokratisierung, die sich gerade in einem Aufbegehren gegen die Gewalttätigkeit zeigt.

Hermann bleibt nie an der Oberfläche. Er deckt Verstrickungen auf und nennt Namen. Dabei bleibt er angenehm sachlich. Nie lässt er sich zu Polemik hinreissen oder verfällt in flapsigen Stil. Trotzdem ist er nicht langweilig. Und damit hebt er sich wohltuend von vielen anderen Türkei Sachbüchern ab.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Meine Informationen über die Türkei wurden aufgefrischt, 25. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Wohin geht die türkische Gesellschaft?: Kulturkampf in der Türkei (Taschenbuch)
Rainer Hermann versucht in seinem Buch Wohin geht die türkische Gesellschaft? Kulturkampf in der Türkei" ein umfassendes Bild von der türkischen Gesellschaft" zu malen. In diesem Sinne beinhaltet es umfangreiche Informationen aus verschiedenen Zeiten und Epochen. Doch ist die zentrale Frage in der Türkei die Diskrepanz zwischen Staat und Gesellschaft. Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch alle Kapitel des Buches.

Das entscheidende Merkmal des Staates ist der kemalistische Nationalismus, verknüpft mit einem durch die Kemalisten bestimmten Verständnis vom Islam. Der Autor führt aus, wie der kemalistische Nationalismus von Anfang an dazu diente, das Wesen der anderen großen Volksgruppen wie der Kurden, Armenier, Tscherkessen und anderer zu leugnen. Zu diesem Zweck bedienen sich die Kemalisten einer Palette staatlich festgelegter Möglichkeiten. Darüber hinaus wird, wenn sie zu kurz kommen, das Militär tätig, das mittlerweile auf zahlreiche Putsche zurückblicken kann, wobei es sich zugleich als Bestandteil bzw. Garant des nationalistischen Staates versteht, bzw. ihm diese Rolle zugewiesen wurde. (So fand alle 10 Jahre ein Putsch statt z.B. 1960, 1971 und 1980.) Das Militär ist stets bereit, die Demokratie bzw. zivile Regierung außer Kraft zu setzen, wenn das Türkentum in Gefahr scheint.

Neben dem Militär wird die Judikative instrumentalisiert, um der Gesellschaft den Nationalismus aufzuzwingen, und wenn das nicht ausreicht, werden Kritiker bzw. Abweichler" durch bestimmte Gruppen, die einen Draht zum Kemalismus und Nationalismus haben, terrorisiert. Die Kemalisten instrumentalisieren auch den sunnitischen Islam, um die religiösen Minderheiten wie Aleviten, Jeziden, Christen und Juden als türkische Staatsbürger nicht zu akzeptieren. Hier wird deutlich, dass die Kemalisten, die sich selbst gern als Laizisten bezeichnen, ein anderes Verständnis vom Säkularismus haben, als es in den europäischen Ländern der Fall ist. Zum Konzept des kemalistischen Staates gehören also weder Freiheit noch Demokratie. Die kemalistische Staatsauffassung ist nichts anderes als eine Herrschaftsform, die sich je nach dem auf eine Partei oder das Militär stützt. Der Staat ist ein unantastbares Ganzheitsgebilde, das auf dem Türkentum basiert und über allen anderen gesellschaftlichen Instanzen steht.

Der Autor zeigt die Unterdrückungsmechanismen dieses blinden Nationalismus anhand zahlreicher Beispiele wie Putsche, Parteienverbote, Inhaftierung der Kritiker, Massenmorde an Kurden, Armeniern ... Straßenterror. Das Aufkommen der islamistischen und islam-orientierten Bewegungen, Parteien und Persönlichkeiten hält der Autor für glaubwürdige Indizien für den Übergang der Türkei zur Demokratie, die gerade die Türkei für den Integrationsprozess in die EU befähigt. Auch hat die Übernahme der Regierungsgeschäfte durch Islamisten und islam-orientierte Parteien der Türkei in den letzten Jahrzehnten wirtschaftliche Erfolge und eine Ausweitung der geschäftlichen Beziehungen mit der EU und insbesondere mit Deutschland beschert.

Das Aufkommen der neuen politischen Bewegung, die sich auf den Islam bezieht, sieht der Autor im Kontext der Peripherie-Zentrum-Theorie. Das Zentrum ist nichts anderes als eine kleine Gruppe von volksfernen urbanen Eliten, die immer noch stur an dem kemalistischen Nationalismus festhalten. Obwohl sich diese Eliten als westlich Orientierte über die Massen erheben, haben sie außer für ihre eigene Bereicherung zu sorgen, nichts zur Integration der Türkei in Europa beigetragen. Sie vergrößern, im Gegenteil, mit ihrem nationalistischen Getöse die Distanz von Europa, da sie durch die Integration in Europa das Türkentum gefährdet sehen. Diesen kleinen gescheiterten Eliten steht nun eine gewaltige neue Elite gegenüber, deren Wurzeln in der Peripherie, nämlich in Anatolien, liegen. Ausgerechnet diese Elite fordert mehr Freiheit und setzt auf die Demokratisierung der Gesellschaft und Enttabuisierung der Existenz der großen Volksgruppen wie zum Beispiel der Kurden. Bei den letzten Wahlen haben die Türken mehr und mehr Zustimmung zur AKP (Adalet ve Kalkýnma Partisi; deutsch: Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) gezeigt, welche zurzeit diese neue Elite repräsentiert. Nach Meinung des Autors ist diese Partei keine islamistische Partei im Sinne ihrer Vorgängerin, sondern eher eine Partei, die auf konservative Werte und Demokratie setzt, vergleichbar mit der CDU in Deutschland.

Alles in allem ist die türkische Gesellschaft gekennzeichnet durch eine Vielfalt vorhandener Probleme wie der Kurdenproblematik, der religiösen Minderheiten, der Frauenfrage, der kulturellen und Meinungsfreiheit, die der Autor in verschiedenen Kapiteln immer wieder thematisiert. Obwohl Hermann in der Schilderung dieser Fragen sehr vorsichtig ist, zeigt sein Buch, dass die Türkei vor einem Berg von politischen und kulturellen Problemen steht, während die Gesellschaft weitgehend polarisiert ist. Eine Lösung dieser bestehenden Probleme ist nur auf demokratischem Wege möglich, was die Islamisten bzw. die islam-orientierten politischen Gruppen erkannt hätten. Das Buch ist in diesem Sinne sehr informativ. Es ist zu empfehlen, wenn sich jemand nicht durch ständige Zeitsprünge, wenig strukturierte Kapitel und Wiederholungen gestört fühlt. Das Buch schien mir sehr schnell aus verschiedenen voneinander unabhängigen Beiträgen zusammengestellt zu sein. Doch mich hat das nicht gestört, meine Informationen über die Türkei wurden aufgefrischt.
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