Dieses zweite Buch von Robert Rauch ist eher für die Fans seiner ersten Publikation (siehe Amazon) von grösserem Interesse.
Es beinhaltet weniger spannende Besteigungen einsamer Berge, sondern setzt sich in erster Linie mit dem von ihm gewählten Leben in Bolivien auseinander.
Positiv ist die ungeschminkte Beschreibung seiner Bemühungen in Bolivien ein kleines Trekkingunternehmen aufzubauen, zu bewerten, dass mit herben Rückschlägen und den damit verbundenen Entäuschungen einhergeht.
Rauch versucht nicht, dies als seinen `Glücksritt` darzustellen, sondern als eine logische Konsequenz seines jahrelangen Haderns in der Gesellschaft zu Hause, und das macht ihn wiederum sehr sympatisch und glaubwürdig.
Allerdings wird man den Eindruck nicht los, dass die gewählte `Freiheit` sich wahrlich nicht als solche bezeichnen lässt, sondern wie überall, mit einem harten Überlebenskampf einhergeht.
Rauch hat demnach eher eine für sich `bessere` Lebensweise in einem Land gefunden, in dem man sich aber in der alltäglichen und direkter spürbaren Korruption dieses Landes stets von neuem behaupten muss.
Ein Land, das trotz der schönen, abwechslungsreichen und einsamen Landschaften, für denjenigen der dort leben muss, auch erhebliche Schattenseiten bereithält...
Allerdings wurden ja die Brücken nach Hause nie ganz abgebrochen, Rauch lebt nach wie vor teilweise in Mittenwald..
Für diejenigen, die sein erstes Buch verschlungen haben, eine willkommene und ungeschminkte Fortsetzung über die Umsetzung eines Traumes....wohin einer kommt, wenn er geht...wie wahr. Man möchte ihm dabei alles Gute wünschen und vielleicht erscheint auch noch ein späteres Werk von ihm: schlicht, einfach und wahr...