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Wohin du auch gehst: Die Geschichte einer fast unmöglichen Liebe [Broschiert]

Benjamin Prüfer
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

16. August 2007
Seit drei Jahren ist nichts mehr wie es war: Während seines Urlaubs in Kambodscha trifft der 23jährige Benjamin Prüfer auf eine Frau, die ihren Körper verkauft, um finanziell über die Runden zu kommen. Sie verlieben sich ineinander. Als er erfährt, dass sie HIV hat, muss er sich entscheiden: für oder gegen ein Leben mit Sreykeo. Trotz schier unüberwindbarer Hindernisse entscheidet er sich schließlich - und heiratet seine große Liebe.
Ergreifend, ungeschönt und subjektiv wird die wahre Geschichte zweier junger Menschen erzählt, die sich Tag für Tag dem Kampf des (Über-)Lebens stellen und damit ihre Liebe beweisen.

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Produktinformation

  • Broschiert: 319 Seiten
  • Verlag: Scherz Verlag, Frankfurt; Auflage: 2., Aufl. (16. August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3502150885
  • ISBN-13: 978-3502150886
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 200.959 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

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Die anrührende Lovestory könnte gut und gerne auch den Titel tragen: „Von einem Jungspund, der auszog, einen geilen Urlaub im Abenteuerland zu verbringen und als verantwortungsvolles Wesen zurückkehrte.“ – Angestachelt durch einen Bekannten jener weltläufigen Sorte, die sich gerne hemingwayhaft kernig als ‚Traveller’ bezeichnet, bucht Benjamin Prüfer 2003 einen Trip nach Kambodscha. Nie hätte der erlebnishungrige Jungjournalist damit gerechnet, dass sich ausgerechnet in einer Disco mit dem beziehungsreichen Namen „Heart of Darkness“ in Phnom Penh sein künftiges Schicksal erfüllen sollte. Was der von der zarten Sreykeo hingerissene Deutsche nicht ahnt: In ihrem anderen Leben heißt sie „Rose“, hält sich als Prostituierte finanziell über Wasser und ist überdies HIV-infiziert. Mitten im Fernen Osten schlägt über dem Traveller aus Germany das wirkliche Leben zusammen!

Anfänglich beherrschen noch breitpinselig klischeehafte Bilder die Schilderung des 23-Jährigen (der Deckenventilator, der spätestens seit „Apocalypse Now“ im kollektiven Bewusstsein auf immer und ewig kreist, der „Bus nach Nirgendwo“ etc.). Doch bald schon nimmt der Erzählton zartere Farben an. Benjamin berichtet über seine wankenden Gefühle. Verlangt Sreykeo Geld für Schmuck, rätselt er, ob hier wirklich zusammenfand, was zusammen gehört. Nach einem für westliche Gemüter eher niederschmetternden Vorstellungstermin bei Sreykeos Familie (zu dem ein jämmerlich rauschender Fernseher den Soundtrack liefert), fällt Prüfers Entscheidung für die Liebe. Der Eintritt in eine fremdartige Kultur beginnt. Doch er ahnt -, der weitaus schwierigerer Kampf steht noch bevor.

Zwischen beider Geschichte schiebt Prüfer immer wieder Impressionen eines vom Vietnamkrieg augebluteten und gering entwickelten Kambodschas. Es offenbart sich ein gleichsam wie aus der Welt gefallenes Land, das die ureigene Kultur um jeden Preis vor westlich-dekadentem Lebensstil zu bewahren versucht. Keine idealen Voraussetzungen, eine adäquate Therapie für die vom Tode bedrohte Sreykeo zu organisieren. Benjamin Prüfers langer Marsch durchs undurchdringliche kambodschanische Behördendickicht zählt dabei zu den eigentlichen Heldentaten des Autors. Positiver (pardon!) Höhepunkt aber ist zweifelsohne die launige Schilderung seiner Vermählung mit Sreykeo, von der vor allem der staubtrockene Gattensatz, „man kann sagen, dass eine kambodschanische Hochzeit vor allem fürs Fotoalbum veranstaltet wird“, einen Ehrenplatz in Kambodschas Annalen verdient hätte. –Ravi Unger


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48 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Frauenroman 23. August 2007
Wenn man den Klappentext liest, dann erwartet man einen Frauenroman aus der BasteiLübbe - Serie. Genau das ist dieses Buch nicht. Es ist ein ernstes, ehrliches Stück Literatur, das natürlich auch Träume birgt, in erster Linie aber ganz brutale Wirklichkeit.

Mich hat das Buch sehr bewegt. Weniger wegen des HIV - Schicksals Sreykeos, der Frau, die Benjamin da in Kambodscha kennenlernt, als mehr wegen der Konsequenz und des Verantwortungsbewußtseins, die in heutiger Zeit so selten geworden sind in der westlichen Welt. Ben gibt tiefen Einblick in die manchmal sehr widersprüchliche, verworrene Welt seiner Emotionen; auch in die dunklen Seiten. Dabei ist das Buch nie pathetisch, sondern immer ganz nah am Leben und das macht es so stark.

Die meisten von uns -- mich eingeschlossen -- haben kaum eine Vorstellung vom Leben in Kambodscha, der völlig anderen Kultur dort. Und so ist das Buch nicht nur die Geschichte einer Liebe, sondern auch eine kleine, wirklich interessante und gut geschriebene Einführung in das kambodschanische Leben.

Fazit: absolut lesenswert.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Buch 10. September 2007
Eine tolle und mitreissende Geschichte! Benjamin Prüfer, eine junger Journalist, lernt auf einer Asien-Reise eine Kambodschanerin Sreykeo kennen ? und verliebt sich. Sie arbeitet als Prostituierte, doch es entwickelt sich mehr zwischen ihnen. Die beiden verbringen glückliche Tage miteinander, danach kehrt Benjamin wieder zurück nach. Er möchte die Beziehung auch über die Distanz fortführen, und besucht Sreyko regelemäßig in Kambodscha. Doch bald wird Sreykeo krank, und es stellt sich heraus, das sie sich mit dem HI-Virus infiziert hat. Das stürzt Benjamin in große Verwirrung. Schließlich beschließt er sogar, die Beziehung abzubrechen. Doch wenige Tage später ist er bereit, zu seiner Liebe zu stehen. Trotzdem steht den beiden noch ein schwieriger Weg bevor: Sie müssen in Kambodscha eine bezahlbare und zuverlässige Therapie gegen HIV organiseren, damit Sreykeo ein Chance hat zu leben.
Ohne Vorbehalte und schonungslos offen auch sich selbst gegenüber schildert der Autor die Liebesgeschichte zwischen ihm und seiner heutigen Frau. Sprachlich auf hohem Niveau, differenziert und humorvoll geschrieben, ist das Buch ein eindrucksvolles Dokument dessen, was Liebe bewegen kann. Wunderbar anrührend und gleichzeitig enorm witzig ist auch die Schilderung der buddhistischen Hochzeit im Dorf Sreykeos. Klasse Geschichte voller Menschlichkeit, hervorragend erzählt!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Oberflaechlich betrachtet handelt das Buch von der Liebe eines Deutschen zu einer an HIV erkrankten Kambodschanerin, die er in seinem Urlaub kennengelernt hat. Es beschreibt die Lebensumstaende in Kambodscha, weist auf die Bedeutung der Familie beim taeglichen Kampf ums Ueberleben hin, zeigt die Rolle des Einzelnen im kambodschanichen Sozialgefuege auf und outet die Backpacker und Rucksacktouristen als die wahren Neckermaenner unserer Zeit, die sich in den weltweit bekannten "Alternativ-Ghettos" treffen, in diesen ausnahmslos verweilen und oftmals jegliche Auseinandersetzung mit der heimischen Kultur ebenso verneinen, wie es die von ihnen so verschmaehten Pauschaltouristen tun.
Doch das Buch ist weitaus mehr. Ein Plaedoyer fuer mehr Menschlichkeit. Ein Plaedoyer fuer Menschlichkeit! Es beschreibt eine Entwicklung, die eines jungen Mannes hin zum jungen Menschen, der sich seiner (unserer?) Verantwortung stellt und nicht, wie ueblich, die Augen vor der Realitaet schliesst, um ihr spaetestens dann zu entkommen. Er uebernimmt Verantwortung fuer den Menschen, in den er sich verliebt hat ... trotz des niederschmetternden Urteils AIDS". Er stellt sich dieser Verantwortung, stellt sich seiner Freundin, aber auch sich selbst, was um so bemerkenswerter ist, da es der schwierigste und oftmals schmerzhafteste Prozess ist, dem sich ein Mensch unterziehen kann.
B. Pruefer vollzieht einen Wandel. Vom ehemals passiven Mitlaeufer zu einem Mann, der Entscheidungen trifft und diese auch umsetzt. Er reflektiert sein (bisheriges) Leben in Deutschland mit all den verbundenen Werten, Normen und Verhaltensmustern, um zu der Erkenntnis zu gelangen, so auf keinen Fall weitermachen zu wollen. Oftmals unverbindliche und nur auf den eigenen Vorteil bedachte in Deutschland praktizierte Beziehungen sind nicht mehr das, was er sucht und braucht. Pruefers Situation, sein ungewoehnliches Handeln, seine kritische Auseinandersetzung mit Deutschland aber auch mit sich selbst aus der kambodschanischen Distanz heraus laesst den Leser nicht unberuehrt und wirft Fragen auf, die zwangslaeufig zu eigener Betroffenheit fuehren muessen. Bei all seinen Ausfuehrungen vermeidet es der Autor, mit erhobenen Zeigefinger auf die anderen (und uns) zu zeigen. Deutschland und Kambodscha sind nicht zu vergleichen, weder schlecht noch gut ... einfach anders. Den Unterschied machen die Menschen und ihre Handlungen, hier wie da.
Pruefers persoenliche Veraenderung ist faszinierend, sein Buch ist voller Lebensweisheit und macht betroffen, zeigt uns unsere eigenen Schwaechen auf. Dennoch macht es Hoffnung, auf eine Welt, in der wir uns nicht mehr verstecken, sondern uns unserer Verantwortung bewusst werden und anfangen, selbstbestimmt zu handeln. Ich waere froh, nur 10% der Courage zu besitzen, die Pruefer aufweist.
Ein Buch, das zur Pflichtlektuere bestimmt ist.
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