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Woher ich komme.
 
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Woher ich komme. [Taschenbuch]

Alexa Hennig von Lange
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 108 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 1 (1. Februar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349923338X
  • ISBN-13: 978-3499233388
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 839.894 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Woher ich komme, Alexa Hennig von Langes vierter Roman, ist der Gedankenbericht einer 30-Jährigen, die sich aus gegebenem Anlass an ihre Kindheit erinnert. Mit ihrem Vater fährt sie zurück in das Ferienhaus, das sie seit ihrer Kindheit kennt. Der erneute Besuch der Meereslandschaft konfrontiert sie mit angenehmen und unangenehmen Erinnerungen, vor allem aber mit dem frühen Verlust von Mutter und Bruder.

"Ich habe dir nie gesagt, wie es damals war", sagt die Erzählerin. Nur vage deutet sie an, wer angesprochen wird. Hennig von Lange spielt subtil mit Auslassungen und Assoziationsangeboten, hantiert souverän mit Stimmungen, Erinnerungsbildern und Zeitebenen -- und legt die Rekonstruktion des Erlebten in die Hand des Lesers. Die Entschlüsselung dieses Familien-Psychogramms macht einen wesentlichen Reiz dieses Buches aus.

Einmal mehr -- nach Ich bin's (2000), Ich habe einfach Glück (2001) und der Erzählung Lelle (2002) -- ist das zentrale Thema "Familie", doch der Ton ist ein völlig anderer. Hennig von Lange konzentriert die Gedanken ihrer Erzählerin auf kurze Absätze. Sie beschreibt leise, melancholisch und setzt nach 1.000 Seiten Teenie-Jargon auf die Wirkung des Schlichten: "Wenn es warm draußen ist, wenn es Nachmittag ist, wenn du, mein Bruder, ausgeschlafen hast, zieht dich Mama flüsternd aus dem Bett, auf ihren Schoß... Du sitzt, halb liegst du noch, fast wie ein Ertrunkener, dein Kopf an ihrer Brust, du blinzelst. Mein Bruder, jetzt öffnest du die Augen".

Stellenweise trieft das ein wenig vom Kitsch der poetischen Pose. Trotzdem ist diese Geschichte (mit etwas mehr als 100 Seiten eher eine Erzählung als ein Roman) glaubwürdig. Und es liegt in dieser Spurensuche in der Geschichte der persönlichen Gefühle ein Urmotiv des Aufschreibens: die Bergung der Momente des Älterwerdens. Die Generation der Autorin hat sich bisher nur wenig dafür interessiert. Was wäre, wenn niemals einer gesagt hätte, wie es damals war? --Nikolaus Stemmer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Ein Sommer der Erkenntnis: Eine junge Frau Anfang dreißig fährt mit ihrem Vater in das Ferienhaus, in dem die Familie früher Urlaub machte. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, und im Rückblick offenbart sich ein vielschichtiges Familiendrama... Wieder einmal widmet sich Alexa Hennig von Lange einem großen Thema mit viel Gespür für den richtigen Ton: dicht, lakonisch und deshalb umso berührender.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gekünstelt 20. November 2003
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Zum einen nutzt Alexa Hennig von Lange, in ihrem inzwischen vierten Roman „Woher ich komme", betont plastische Sätze („Meine Mutter sitzt vor dem Kuhstall, beißt auf der Hornhaut ihres Daumens herum." - „Nach dem Essen mäht Papa unseren Rasen. Kräftig muss er sich gegen die hellgrüne Nähmaschine stemmen, damit sich die verrostete Trommel mit den scharfen Klingen über den unebenen Boden bewegt."-„Wenn sie im Bett lagen, mein Bruder schlief, ging ich raus auf die Veranda, riss mir manchmal einen Splitter ein, das Holz war roh, der Himmel über dem Meer sehr hell.".). Zum anderen hält von Lange die Stimmung und das Ziel des Romans vage; das erreicht sie über ein Splitting des Geschehens in vier Ebenen. Diese „Verebnung" (Zeit- und Raumsprünge) entpuppt sich allerdings als Kunstgriff. Langes Roman fehlt die Substanz, um auf vier Sphären wirken zu können. In „Woher ich komme" versucht die 30jährige Ich-Erzählerin, sich über ihre Vergangenheit klar zu werden; Vergangenheit, das war und ist in ihrem Fall Familie, und da die Mutter („Es gibt kein festes Bild von meiner Mutter, das immer wieder aus der Erinnerung auftaucht. Es sind eher Körperpartien, die ich sehr genau vor Augen habe.") und der um Jahre jüngere Bruder („Ich war süchtig danach, ihn anzufassen. ‚Komm her'. Seine weiche, duftende Haut. Mein Bruder. Ich hätte ihn immer umarmen, immer fassen, fangen mögen, um ihn am mich zu drücken. Genauso ging es meiner Mutter.") bei einem Unglück im Watt („...und plötzlich füllten sich die Priele...Mein Vater kam allein zurück.") ums Leben kamen, bleibt ihr nur ihr Vater; der allerdings „sieht müde aus...der Ehering scheint viel zu eng", er wirkt abgelebt, ratlos, im Stillstand, verstummt, weit weg, ein erster Dialog über die Geschehnisse vor einem viertel Jahrhundert will nicht aufkommen. Die gemeinsame Fahrt im Auto samt Ankunft im Ferienhaus ist geprägt von gegenseitiger Hilflosigkeit; die Tochter, d. h. die Ich-Erzählerin, fühlt sehr viele Fragen in sich, sogleich merkt sie, ihr Vater ist nicht mehr der Vater von damals; Ungewissheiten bestehen weiter. Dieses mit-ihren-Fragen-alleine-bleiben bei parallelem Erinnerungsstrom bildet eines der nostalgischen Momente im Roman. Andere Momente folgen folgenden Themen: Schlachten von Schafen, die erste Schulstunde, Autogenes Training, Tschernobyl, Pädophilie.
Ich war etwas verwirrt bei der Lektüre, denn in „Woher ich komme" treffen schlichtes Thema und schwer nachvollziehbare Aufmachung aufeinander. Unglücklich machte mich auch das verzweifelte Fährten-Legen von Langes, z. B. „ sie hatte viele Sommersprossen, im Gesicht und auf den Armen". Von Langes Roman ist in autobiografischen Ton gefasst, ja; mit seiner Autorin hat er nichts zu tun, nein. Zwar bietet die Lektüre Unterhaltsames, aber nichts Nachhaltiges; nach dem Buch ist vor dem Buch.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Alexa Hennig von Langes vierter Roman ist der erste dieser Autorin, den ich gelesen habe. Zugegebenermaßen war ich über die Kürze dieses Romans ein wenig überrascht. Man könnte meinen, es handelt sich um ein Buch, das man "mal eben liest", während man auf den Bus wartet. Wer jedoch meint, die Sätze "Ich weiß sehr vieles nicht. Ich weiß nur, woran ich mich erinnere, und das wird von Tag zu Tag mehr." sowie das Zitat "Wo ist das Kind, das ich gewesen, ist es noch in mir oder fort? Warum starben wir denn nicht beide, damals, als meine Kindheit starb?" von Pablo Neruda, zu verstehen, der wird auch dieses Buch verstehen.
Es ist eine sehr gefühlsintensive und authentische Darstellung der Gedankenwelt einer jungen Frau, die sich an ein schlimmes Erlebnis Ihrer Kindheit, nämlich den Tod ihrer Mutter, erinnert und das daraus resultierende Verhältnis zu ihrem Vater überdenkt. Der Schreibstil ist genauso wie auch die Gedankenwelt eines Menschen in dieser Situation aussieht. Eben nicht geordnet und chronologisch. Vielmehr setzt sich im Laufe der Erzählung durch verschiedene Gedankengänge und Erinnerungsbruchstücke ein Gesamtbild zusammen, sowohl für die Ich-Erzählerin als auch für den Leser. Für mich ein, wenn auch etwas kurz geratenes Werk, dennoch sehr interessanter Roman, der das gewählte Thema äußerst realistisch darstellt und den Leser sehr gut mitfühlen läßt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Sie hat einen besonderen Stil für eine besondere Geschichte versucht; nur sind kurze Bücher äußerst selten gute Bücher; denn die wahre Kunst Autors liegt zumeist darin, Personen zu entwickeln. Davor scheut sie. Somit ist es also beim Versuch geblieben. Vielmehr verwirrt sich die auf mehreren Zeitebenen spielende Retrospektive mit zunehmender Seitenzahl. Vielleicht schafft sie es mit dem nähsten Werk. Auch junge Künstler sollten sich den Mut nehmen, mal einen richtig guten Wurf zu landen. Hierfür gibt es gerade in Amerika genügend Beispiele....
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