Als radikale Abspaltung des US-amerikanischen SDS (Students for a Democratic Society) am 18. Juni 1969 als Weatherman, nach einer Textzeile ("You Don't Need a Weatherman to Know Which Way the Wind Blows") eines Bob Dylan Songs ("Subterranean Homesick Blues") gegründet und aufgrund des aufkeimenden Feminismus in den eigenen Reihen am 6. Dezember 1970 (New Morning Changing Weather Kommuniqué) in Weather Underground umbenannt, kämpfte die Bewegung gegen den innerstaatlichen Rassismus, den Imperialismus sowie gegen die Hegemonialbestrebungen der USA. Erfolgte der Kampf bis Ende Dezember 1969 mittels Besetzung von Universitäten oder der Organisation von Protestmärschen, so radikalisierte sich dieser mit der Entscheidung in den Untergrund zu gehen und via Organisation in klandestinen Zellen Bombenanschläge durchzuführen. Die Anschläge, die das Ziel hatten Aufmerksamkeit zu erregen und Sachschaden zu verursachen, nicht aber Menschen zu verletzen, richteten sich vor allem gegen multinationale Konzerne und nahmen in gewisser Weise den Widerstand der Globalisierungsgegner der 90er Jahre vorweg. So standen Mitglieder des Weather Underground ab den frühen 70er Jahren auf der berüchtigten Fahndungsliste des FBI. Bis zum 6. Jänner 1994 stellten sich die meisten Mitglieder des Weather Underground selbst, wobei der Großteil von ihnen aufgrund von illegalen Ermittlungsmethoden der Polizei und des FBI ungestraft bzw. mit geringen Geldstrafen davonkamen.
Ron Jacobs stellt nun die Geschichte und die gesellschaftlichen Hintergründe der 68er Bewegung in den USA, teilweise zwar etwas plakativ, durchaus aber sehr informativ dar. Insgesamt gesehen also ein sehr anschauliches Porträt der vermutlich wichtigsten US-amerikanischen Studentenbewegung.