... dieses Buch zu lesen, in dem Robert Pfaller der westlichen Gegenwartsgesellschaft das niederschmetternde Zeugnis ausstellt, sich zwar hedonistisch zu geben, in Wahrheit aber nicht mehr genießen zu können. Unsere Kultur, so Pfaller, negiere unreflektiert jene Momente, die unser Leben lebenswert machen und ersetze sie immer mehr durch kleinliches, bisweilen erniedrigendes Sicherheitsdenken.
Ausgehend vom antiken Materialismus plädiert Pfaller unter Zuhilfenahme der europäischen, vor allem der französischen philosophischen Tradition (hier besonders Bataille und Althusser) und psychoanalytischer Erkenntnisse für ein Erwachsensein auf erwachsene Weise. Diese verdoppelte Erwachsenheit tritt gegen Vereinzelung auf, hält das gemeinsame Feiern hoch und lässt Regelverstöße nicht nur zu, sondern fordert sie. Nur auf dieser Grundlage, sagt der Autor, können wir verhindern, uns schon vor unserem physischen Tod als gestorben betrachten zu müssen.
Ein anspruchsvolles, lehrreiches Buch, das eine Fülle an Querverweisen enthält und zu weiterem Nachdenken und weiterer Lektüre anregt.