Mitte 2008 habe ich die Geduld mit der elektronischen Terminverwaltung verloren, bei der alle Termine immer gleich in Stein gemeißelt mit Anfang und Ende eingegeben müssen. Damals bin ich auf das 18-Monats Weekly Notebook umgestiegen. Ich habe später noch einmal einen Ausbruchversuch unternommen und wollte zumindest für die Termine aufs iPhone umsteigen, aber es ist einfach nicht ideal. In elektronischer Form muß haargenau eingegeben werden, was auf Papier in Sekundenschnelle irgendwie hingekritzelt ist, und wenn zum Eingeben keine Zeit da ist, gehen nach meiner Erfahrung Dinge verloren.
Die Verarbeitung und Haptik des Softcover gefallen mir persönlich von Anfang an nicht zu 100%. Die freiliegende Schnittkante des Umschlags hat Zerfallserscheinungen nur wenig entgegenzusetzen, was sich bei der Version für 18 Monate noch deutlicher zeigt als beim regulären 12-Monats-Kalender. Beim 18-Monats-Kalender brach nicht zuletzt gegen Ende der Nutzungsdauer auch die Rückenbindung an einer Stelle auf, was nicht gerade überzeugend wirkte. An der Haptik des Softcover finde ich störend, daß die Vorderseite weich ist, während die Rückseite mit der Falttasche bretthart ist, mit labberigen Kanten. Ich würde mir wünschen, daß es das Weekly Notebook in Schwarz mit hartem Umschlag gäbe.
Das dünne Papier, darüber muß man sich im Klaren sein, ist nur mit "trockenen" Stiften zu benutzen, die keine flüssige Tinte aufs Papier bringen. Ich benutze hauptsächlich einen Druckbleistift. Kugelschreiber sind auch kein Problem. Von Füllern oder Finelinern würde ich aber Abstand halten.
Wer keinen allzu straff durchgeplanten Tag mit mehr als 3-4 Terminen hat, ist mit der Woche auf einer Seite gut bedient. Sammelt und benötigt man jeden Tag viele Zusatzinformationen für die Arbeit, kann man die leicht beengten Verhältnisse beim Kalender verschmerzen und lernt dafür, die rechte Hälfte mit viel Platz für Notizen zu lieben. Auf der letzte Seite gegenüber von Silvester merke ich mir sehr langfristige Folgetermine fürs nächste oder sogar spätere Jahre vor und übertrage diese dann zu gegebener Zeit ins neue Moleskine.
Ich muß, wenn ich im Jahr zurückblättere und auf dicht vollgekritzelte Doppelseiten stoße, immer ein wenig schmunzeln beim Gedanken daran, was das für Chaoswochen waren. Allein schon diese interessante und unmittelbare chronologische Zuordnung der gemachten Notizen kann kein elektronischer Kalender bieten. Für mich ist das das entscheidende Kriterium, um jetzt zum dritten Mal wieder genau diesen Kalender zu benutzen.