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Dieser schwedische Autor aus dem 19. Jahrhundert ist in unserer Zeit wieder entdeckt worden; und es ist ein Vergnügen, sein Büchlein über die Liebe zu lesen!
Die Protagonistin Sara, Tochter einer gehobenen Handwerkerfamilie, trifft den Sergeanten Albert auf der Heimreise aus Stockholm auf einem Schiff.
Man kommt ins Gespräch, und es entwickelt sich ein Zwiegespräch zwischen den beiden, wie es ihres gleichen sucht.
Worum geht es? Natürlich um die Liebe!
Aber WIE darüber gesprochen wird, das ist der Reiz , der dieser kleinen Geschichte inne wohnt.
Sara nämlich vertritt zugleich emanzipatorische als auch zukunftweisende Einsichten.
Sie spricht über die Freiheit, die Sicherheit, das Vertrauen, das in der reinen Liebe herrschen soll. Daß keiner den anderen einengt, gängelt, bevormundet oder gar quält, das sind nach ihrer Meinung die Voraussetzungen für die Liebe, wie sie alleine für sie in Frage kommt.
Albert erlebt alle diese Fragen und Gedanken mit größter Überraschung und ist zugleich von ihnen bestrickt, auch von Sara in ihrer reinen, anständigen, unvoreingenommenen, sachlichen und liebenswürdigen, bestimmten Art.
Es ist ein Manifest auf die freie, unabhängige, in Toleranz und von gegenseitiger Zuneigung und Respekt gekennzeichneten Form der partnerschaftlichen Liebe, wie man sich das für alle Zeiten, früher und heute, wünschen würde!
Der Haken dabei ist, dass diese Form durchaus lebbar ist; dass sie aber da endet, wo Kinder geboren werden und damit ein Ende der Freiheit beginnt. Daß diese Form der Freiheit weiter bestehen könnte, ist sicher. Es gehört dazu aber die innere Sicherheit und Zuversicht, alle schweren und guten Zeiten zusammen zu bestehen. Diese Zuversicht, endet oft, wenn der Alltag mit allen Sorgen und Nöten Einkehr hält.
Und so wird es aus der ganz persönlichen Kindheitsgeschichte der Protagonistin auch beschrieben.
Das Buch ist in einer feinen, gepflegten Sprache geschrieben; Dank an die Übersetzerin Anne Storm!
Der Autor erntete zu seiner Zeit Ärger und Spott und musste sein Leben armselig bechließen. Galten zu seiner Zeit doch noch ganz andre Normen und Riten, als er sie beschreibt.
Umso beachtenswerter ist sein Buch, das auch für heutige Zeiten absolut aktuell ist, und manch’ einem Eheberater mit seiner Theorie über die Freiheit und Verantwortung zur Ehre gereichte!
Cl.B.
Nun zu der Geschichte, die wir in diesem kleinen Besuch erzählt bekommen. Wir treffen auf eine junge Frau, Sara, die an die Liebe glaubt, nicht aber an die Ehe und die Einengung die die Ehe mit sich bringt. Sie empfindet die Ehe mehr als einen Käfig und das führt ihrer Meinung nach dann möglicherweise eines Tages dazu, dass man auch dann zusammenleben muss, wenn man sich nicht mehr sehen kann. Sie findet jeder Partner sollte frei für sich leben, jeder auf seine Weise glücklich werden. Diese Einstellung, zu der man auch heute geteilter Meinung sein kann, war etwas Unerhörtes im neunzehnten Jahrhundert.
Und dann trifft diese junge Glasmeistertochter Sara Videbeck, auf einer Schiffsreise über den schwedischen Mälarsee, den jungen Unteroffizier Albert. Er verliebt sich in sie, macht ihr den Hof. Doch zunächst zeigt die junge Frau ihm die kalte Schulter. Von einem jungen Bauernmädchen erwirbt er einen netten kleinen Ring, schenkt ihn ihr und muss erleben wie sie diesen sofort über Bord wirft. Ein Ring fesselt und das ist nichts für diese Sara. Und unser Sergeant Albert kann nur noch zuhören, eine solch erstaunliche und faszinierende Frau hat er noch nie getroffen. Und doch, bei einem Landgang kommen sie sich schließlich näher. Sie hält ihm ein Plädoyer über ihre Vorstellung der freien Liebe. Sie sagt:" Ich bin beschwingt und frei wie ein Vogel und du kannst sicher sein Albert, dass ich meine Flügel immer behalten werde. Wenn du auch fliegen kannst, ist es gut, aber wenn du bloß ein Schwätzer bist, dann sag es mir gleich auf der Stelle".
Und dann, wie gesagt man schreibt das Jahr 1839, schlägt sie ihm vor in einem ländlichen Gasthof zu übernachten. Er ist von ihr so beeindruckt, dass er sich auf ihre Vorstellungen vom freien und doch gemeinsamen Leben schließlich nach und nach einlässt. Ob das dann alles gut geht? Diese Frage lässt der Autor offen.
Es ist ein kleines, vielleicht ein bisschen altmodisches Buch, etwas verdreht möglicherweise, aber es bereitet dem Leser ein richtiges Lesevergnügen, leider nur für ein paar Stunden.
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