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,Wo warst Du. Adam.
  
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,Wo warst Du. Adam. [Taschenbuch]

Heinrich Böll
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 155 Seiten
  • Verlag: Ullstein., Frankfurt 1959., (1. Januar 1959)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0025WKE0W
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Sondereinband
Heinrich Böll - Wo warst du, Adam?

„Wo warst du, Adam?" ist Bölls erster Roman, erschienen 1951. Es ist eine Kriegsgeschichte, die einzelne Soldatenschicksale zwischen 1943 und dem Frühjahr 1945 schildert. Der Autor benutzt die einzelnen subjektiven Kriegserlebnisse, um daraus ein Gesamtbild des Krieges zu kreieren. Der Titel des Buches bezieht sich auf ein Zitat aus den Tag- und Nachtbüchern des deutschen Kulturkritikers Theodor Haecker: „Eine Weltkatastrophe kann zu manchem dienen. Auch dazu, ein Alibi zu finden vor Gott. Wo warst du, Adam? Ich war im Weltkrieg." Der Krieg ist also ein Alibi für den Menschen, der sich von jeder Verantwortung für sein Tun befreit sehen möchte.

Der Roman ist in neun nur lose verknüpfte Kapitel eingeteilt. Ein allwissender Erzähler berichtet über den im Herbst 1944 bereits verlorenen Zweiten Weltkrieg am Südabschnitt der Ostfront. Die neun Kapitel des Textes sind verschiedenen Figuren gewidmet. Der Soldat Feinhals ist die wichtigste Figur, rückt aber erst im 5. und dann im 9. Kapitel deutlicher in den Vordergrund.

In „Wo warst du, Adam?" steht nicht die Schlacht im Vordergrund sondern der einzelne Mensch. Meiner Meinung nach war die entscheidende Frage für Böll: Wer sind eigentlich diese Menschen wirklich, die sich als grosse oder kleine Räder im unheimlichen, anonymen Getriebe des modernen Krieges drehen müssen? Ich denke, der Autor hat viele eigene Erfahrungen über den Krieg in den Roman eingebracht. So war er an vielen Kriegsschauplätzen des Buches selbst anwesend. Auch der Handlungshintergrund wie z.B. ein Lazarettaufenthalt oder Kampfhandlungen hat der Autor wohl erlebt. Böll hat mit dem Roman die Absicht, den Krieg nicht als Abenteuer, sondern als ansteckende Krankheit darzustellen. Diese Absicht ist aus einem Zitat am Romananfang von Antoine de Saint-Exupéry ersichtlich. Böll zeigt in den verschiedenen Episoden immer wieder die Sinnlosigkeit des Krieges und seiner Menschenopfer. Die Absurdität zeigt sich z.B. auch im Bau einer Brücke und der anschliessenden Sprengung derselben. Ich denke, die Sinnlosigkeit des Krieges kommt in diesem Roman besser zum Vorschein als in den grausigsten Schlachtpanoramen anderer Kriegsbücher. Die Sprache ist einfach, nüchtern, realistisch, mit wenigen deutlichen Symbolen versehen. Für mich wirkt seine präzise und harte Sprache manchmal sogar brutal, was aber passend zum Thema des Buches ist. Der Autor kann mit wenigen Worten eine Situation oder eine Person so darstellen, dass sie einem deutlich vor Augen erscheint. Seine Bilder vermitteln mir als Leser meistens die Stimmung des Todes und der Trostlosigkeit. Die Bilder sind so scharf und von Spannung erfüllt, dass man die Sätze nicht vergessen kann. Es braucht nur ein Stichwort, und ich habe die ganze Thematik wieder vor Augen. Des Inhalts und der Sprache wegen ordne ich den Roman der Trümmerliteratur zu. Im ersten Kapitel gibt es eine Situation, wo die Truppe aufgeteilt wird und deshalb immer kleiner wird, bis nur noch einer übrig bleibt (Feinhals). Für mich bedeutet dies ein Symbol für den weiteren Verlauf des Romans, wo viele den sinnlosen Tod finden. Es zeigt aber auch, dass die Soldaten als „Menschenmaterial", sozusagen als Verbrauchsgegenstände verwendet werden. Der Roman hat einen pessimistischen Grundton, positive Aspekte sind selten. Böll zeigt jedoch mit seinen Figuren im Roman, dass es auch gute, anständige Menschen im Krieg gab. Dabei denke ich vor allem an die rangniederen Soldaten, die ihren Vorgesetzten gehorchen müssen. Bezeichnend ist auch, dass die Offiziere häufig fliehen können und überleben, die eigentlichen „Helden" aber zum Untergang verurteilt sind. Durch die Jüdin Ilona wird ein gläubiger Bezug zum christlichen Gott hergestellt. Sie betet „um Gott zu trösten". Ich finde, durch das Studium dieses Buches kann man sich gut vorstellen, wie es im 2. Weltkrieg wirklich war. Andere Bücher konzentrieren sich auf genaue Daten und Darstellungen von Schlachten. Was aber in der Psyche der Menschen im Krieg vorgehen muss, kommt bei diesem Roman viel besser zur Geltung. Die Lektüre dieses Buches hat mir im Nachhinein sehr viel zu denken gegeben. Denn Böll stellt eine Wirklichkeit dar, die sehr grausam ist. Man kann heute leicht sagen: „Das ist vor 50 Jahren geschehen". Aber der Inhalt dieses Buches lässt sich auf alle Kriege anwenden, und die haben wir heute wie früher. Meiner Meinung nach brauchte es Mut, schon 1950 als Deutscher so negativ über den Krieg und die höheren Offiziere zu schreiben. Böll ist auch der erste, der in der Nachkriegszeit eine KZ-Szene schildert. Was mir an „Wo warst du, Adam?" besonders gefällt, ist, dass Böll die Wirklichkeit nicht verzerrt und idealisiert wie andere Autoren in dieser Zeit. Denn kein Schweigen kann die Vergangenheit ungeschehen machen.

Heinrich Böll ist mit „Wo warst du, Adam?" ein ausserordentlich gutes Buch gelungen. Der Roman ist eine Anklage, ein Mahnruf gegen den Krieg. Er deckt bittere Wahrheiten auf, an die manche Leute nur ungern erinnert werden möchten. Wegen seines einfachen Stils und seines Inhalts kann ich das Buch jedem sehr empfehlen!

Gian Andrea Prevost, Kantonsschule Chur

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Sondereinband
Noch nie habe ich ein Buch gelesen, welches den (zweiten Welt-)Krieg so detailliert und so greifbar beschreibt, ihn dabei so furchterregend und vor allem so sinnlos erscheinen lässt. Wahnsinn....

Es ist das Erstlingswerk Heinrich Bölls, der ohnehin zu meinen persönlichen Lieblingen gehört und irgendwie hatte ich als Leser das Gefühl, jede einzelne Granate explodieren zu hören, jeden noch so winzigen Spritzer Blut, von dem Böll schreibt, sehen zu können...

Es ist im Prinzip eine Aufreihung von verschiedenen Kriegsgeschichten, die alle mehr oder weniger miteinander verbunden sind, aber im Prinzip auch getrennt voneinander zu lesen sind, was mir es jetzt schwer macht, es irgendwie anschaulich zu beschreiben, ohne die Pointen vorwegzunehmen, wesehalb ich mich auch auf ein oder zwei dieser kurzen Geschichten beschränke:

Zum einen wäre da die Brücke (die wird auch im Klappentext als Beispiel hergenommen), die im Krieg gesprengt wurde, die dann nach einer ganzen Weile plötzlich wieder neu aufgebaut werden sollte. Böll beschreibt detailliert die Einzelheiten während des Brückenbaus, während den Tagen, bis die Brücker endlich fertig ist, die vom restlichen Ort abgeschnittenen Bewohner eines kleinen ungarischen Weilers wieder mit diesem verbindet. Und dann, just an dem Tag, an dem die Brücke fertig ist, hört man, wie die Russen im Anmarsch sind, eben auf diese Brücke und paff, keinen Tag steht sie und wird wieder gesprengt...

Im Klappentext steht zu dieser Sache: Was kann die Sinnlosigkeit des Krieges besser verdeutlichen als die Sprenung dieser Brücke? (nicht wörtlich, aber sinngemäß)

Die andere Sache, die, die mich persönlich am meisten mitgenommen hat, spielt sich in einem KZ ab, dessen Vorsteher einen seltsamen Hang zur Musik hat und daher jeden Juden bei Einweisung singen lässt und dann, je nach Gesangsqualitäten, sofort hinrichten lässt oder ihnen eine Schonfrist zu geben, die er dann im "Lagerchor" zu verbringen hat. So lange, bis plötzlich eine junge Musiklehrerin vor ihm steht und anfängt zu singen, so schön, wie er noch nie wen hat singen hören, ein katholisches Kirchenlied...

Mehr möchte ich dazu nicht sagen, der Krieg war eine furchtbare Sache und "Wo warst du, Adam?" trägt sicher dazu bei, dass wer dieses Buch gelesen hat, den Krieg niemals vergessen kann... auch wenn er ihn nie selbst miterlebt hat!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
authentische Einzelschicksale 11. November 2008
Von Lydia B.
Format:Sondereinband
Wo warst du, Adam?" Ist ein realistisch verfasstes Buch, in welchem man die Schicksale der handelnden Personen mitfühlen kann. Es ist kein schönes Buch in dem Sinne, denn es handelt von Krieg und Tod. Und doch ist es beeindruckend geschrieben. Heinrich Böll verknüpft die einzelnen Schicksale zu einem großen Gesamtwerk. Er fängt an über einen General zu schreiben und im nächsten Kapitel schreibt er von einer anderen Person, die vorher in der Geschichte des Generals vorkam und sei es nur am Rande. Doch eine Person lässt sich in den Kapiteln öfters wieder finden: der Soldat Feinhals, der eigentlich Architekt ist. Mit ihm fängt das Buch an und endet es. Doch ein Happy End ist hier nicht zu erwarten.
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