In sieben fiktiven Gesprächen über Gott und Welt versucht Heiner Geißler eine Antwort auf die Frage. Allerdings beim Versuch muss es auch bleiben. Daran lässt der Autor auch keinen Zweifel aufkommen. In Anlehnung an Platon's sokratische Gespräche lässt Heiner Geißler jugendliche Frager zu Wort kommen, um auf die Fragen aufbauend das Gespräch weiterzuentwickeln. Die Frage nach der Existenz Gottes löst er dabei nicht im kant'chen Sinne, dass der theoretischen Vernunft nur zugänglich sei was seh-, wäg- und messbar ist, auch nicht im Sinne von Descarte, dass alles gedachte auch existiert, sondern eher etwas schwachbrüstig , indem er Gründe die für eine Existenz Gottes sprechen gegen die Gründe, die gegen dessen Existenz sprechen, stellt. Die daraus resultierende Frage, wie denn die Welt ohne Gottesglaube aussähe mündet in die Auseinandersetzung der Naturwissenschaften mit der Theologie.
Am Ende dieses vierten Gesprächs wird deutlich, dass Heiner Geißler es für vernünftiger hält an Gott zu glauben. Folgerichtig beschäftigt sich dann das fünfte, sechste und siebte Gespräch mit der Frage der Vernunft versus Glaube, dem Sinn des Elends in der Welt und verschiedenen Idolen und Vorbildern.
Heiner Geißler beschließt die Gespräche mit den Worten: „Wissen wir jetzt, wo Gott ist? - Ich jedenfalls weiß, wo ich ihn finden könnte."
Dem Werk merkt mann die Belesenheit des Autors an. Die Auseinandersetzung bezieht Philosophen von der griechischen Antike bis heute ein. Atheistische Positionen werden ins Gespräch gebracht und Aussagen aus den Weltreligionen in die Wagschale gelegt.
Trotzdem wird dem Leser schnell deutlich welche Grundposition hier vertreten wird.: „Der Glaube an Gott gibt dem Leben mehr Sinn, als wenn es ihn nicht gäbe."
Die einzelnen Fragen sind dem, der sich mit Jugendlichen unterhält durchaus bekannt. Die versuchten Antworten auch. Die Antworten Heiner Geißler's fordern aber darüber hinaus dazu auf, weitere Überlegungen anzustellen und das Gedruckte zu vertiefen.
Ich stelle mir es spannend vor das Buch mit Jugendlichen der Sekundarstufe II ausschnittweise zu lesen.