Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das spricht mir aus der Seele, 28. Oktober 2009
Dieses Buch hat mich letzte Woche gefunden. Sie lesen richtig, das Buch hat mich magisch angezogen, ich habe es in die Hand genommen, die Besschreibung gelesen und es dann gekauft. Noch am selben Tag hatte ich es ausgelesen, es ist ja auch nicht besonders dick. Aber ich lese es seitdem immer wieder, einzelne Abschnitte, mal von vorn, dann wieder von hinten. Es wäre mir niemals eingefallen, eine Rezension zu schreiben, wenn nicht gerade über dieses Buch. Ich habe eine behinderte Tochter, sie ist 7 Jahre alt. Die Gefühle des Autors sind meine eigenen, auch wenn meine vielleicht nicht ganz so heftig sind, aber wer weiss, manches traue ich mich dann noch nicht auszusprechen. Jean-Louis Fournier hat es für mich getan. Ich habe schon viele Bücher über behinderte Kinder gelesen, natürlich. Aber kein einziges davon hat mich so berührt, im Grunde haben sie mich alle relativ kalt gelassen.
Den letzten Abschnitt, wo es darum geht, dass er sich die Frage stellt, wer er eigentlich ist und wie sein Leben verläuft, den könnte ich einrahmen und aufhängen.
Wenn jemand wirklich daran interessiert ist, wie das Leben mit einem oder mehreren behinderten Kindern ist, dann sollte er dieses Buch lesen und nie wieder vergessen.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein echter Bericht über das Leben mit behinderten Kindern, 3. November 2009
Bei einer Schwangerschaft denken sicher die wenigsten Eltern daran, dass das eigene Kind auch behindert zur Welt kommen könnte. Soetwas passiert schließlich immer nur den anderen. Doch genau diese "anderen" dachten vermutlich einmal ganz ähnlich.
Das ist es auch, was Jean-Louis Fournier, dem Autor von "Wo fahren wir hin, Papa?", passiert ist. Nur "traf" es ihn und seine Frau gleich zwei mal. Ihre ersten beiden Söhne sowohl geistig als auch körperlich behindert.
In seinem Buch beschreibt er den Schock darüber, dass die eigenen Kinder nicht gesund sind und niemals ein selbstständiges Leben führen werden. Dies tut er mit einem wirklich bösen schwarzen Humor. Er öffnet damit dem Leser die Augen, denn häufig verhält sich jeder von uns - oft auch unbewusst - unangebracht gegenüber behinderten Mitmenschen.
Jean-Louis Fournier nimmt sich und seine ganze Familie auf die Schippe, und gerade seine extreme Ehrlichkeit hat mich so überzeugt. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, spricht aus, was andere kaum zu denken wagen, und doch merkt man, dass er seine Kinder über alles liebt. Vermutlich ist es genau sein Humor, der ihn über die Traurigkeit darüber, dass seine zwei Söhne krank sind und einer sogar ziemlich früh verstirbt, hinwegträgt.
Wie soll man es ertragen, dass die eigenen Söhne niemals werden lesen können, niemals zur Schule gehen werden, niemals selbstständig werden leben können...? Sich jetzt aber im Selbstmitleid zu vergraben und seine kompletten Gedanken auf die Krankheit der Kinder zu konzentrieren, das kann einen Menschen auf Dauer nur kaputt machen.
So ist Fourniers Prinzip, alles mit Humor zu nehmen und sei er auch noch so rabenschwarz, eine gute Möglichkeit - zumindest für ihn.
Mathieu und Thomas, Jean-Louis Fourniers Söhne, können stolz auf ihren starken Vater, aber auch auf sich selbst sein. Trotz ihrer Behinderung geben sie ihren Eltern so viel Liebe, dass sie all die Schwierigkeiten in ihrem Leben mehr als nur aufwiegt. Und obwohl die Wortwahl des Autors zunächst schockiert, merkt man zunehmend, wie viel Liebe aus seinen Worten spricht.
Durch die extrem kurzen Kapitel, wird der ganz besondere Sog der Geschichte noch verstärkt. Außerdem trifft der Wortwitz den Leser wirklich tief - manchmal unerbittlich tief. Oft ist es nämlich so, dass man liest, weiterliest, ein paar Sekunden überlegt und plötzlich erreicht der Witz das Gehirn mit voller Wucht. Er muss sich nur erst entwickeln.
"Wo fahren wir hin, Papa?" ist ein herrlich ironisches Buch voll Wortgewalt.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Stimmt traurig und nachdenklich, 18. November 2009
Die Leseprobe hat mich absolut neugierig auf das Buch gemacht, bin aber leider etwas enttäuscht worden.
Das Buch wird von einem Vater erzählt, der zwei behinderte Buben hat, und dem normalen Leben mit "normalen" Kindern nachtrauert, obwohl er es nie selbst als Vater erlebt hat. Man spürt zwischen den Seiten die Trauer und die Wut, die der Vater auf die zwei Buben hat, obwohl er sie liebt und ihre Einzigartigkeit großartig beschreibt. Zum Beispiel die Episode über das, was die zwei Jungen in der Nacht alles erleben und bewältigen, weswegen sie sich untertags ausruhen müssen. Einfach schön geschrieben.
Was mich sehr traurig gemacht hat ist, dass der Autor so oft auf der Tatsache herumreitet, dass die zwei nur Stroh im Kopf haben; die Tatsache, dass die Ehe in die Brüche gegangen ist, nimmt er einfach so hin und von der dritten "gesunden" Tochter wird fast überhaupt nicht gesprochen, so als ob sie im Leben der Brüder keinen Platz hätte - genauso wie im Leben des Vaters. Ich weiß, es ist ein Buch über Thomas und Mathieu, aber der kurze Satz, was mit Marie dann passiert ist, macht doch neugierig; sie kommt so überhaupt nicht vor, was mich verwundert, ist sie doch die Schwester.
Enttäuscht hat mich gegen Ende des Buches die Tatsache, dass der Autor schon ziemlich "übertrieben" geschrieben hat für meinen Geschmack; es war irgendwie nicht mehr Thema des Buches, wie es den zwei Buben geht, sondern dem Vater; und dieser "Egoismus" hat mich etwas verwirrt.
Trotz allem, ein wunderbares, anderes Buch zu einem Thema, zu dem es erstens schwer ist nur eine einzige Meinung zu haben und zweitens welches jeden treffen kann, aber dann nicht derart offen ausgesprochen wird.
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