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Wo die wilden Kerle wohnen
 
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Wo die wilden Kerle wohnen

Max Records , Catherine Keener , Spike Jonze    Freigegeben ab 6 Jahren   DVD
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (55 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Es ist die Geschichte des ebenso unbändigen wie sensiblen Jungen Max, der sich zu Hause missverstanden fühlt und dorthin flieht, wo die wilden Kerle wohnen:

Max erreicht eine Insel, auf der er geheimnisvollen und seltsamen Wesen begegnet, deren ungestüme Empfindungen und Taten absolut unvorhersehbar sind.
Die wilden Kerle wünschen sich nichts sehnlicher als einen Anführer - und Max träumt davon, über ein Königreich zu herrschen. Also wird Max zum König gekrönt und gelobt, ein Reich zu schaffen, in dem alle glücklich sind.
Doch bald macht Max die Erfahrung, dass sich sein Königreich gar nicht so leicht regieren lässt. Der Umgang mit seinen Untertanen ist weitaus komplizierter, als er sich das ursprünglich gedacht hat.

Produktbeschreibungen

Max ist ein Kind voller Wut und unkontrollierter Impulse, und doch eine sensitive Seele, die sich allein gelassen fühlt. Nach einem Streit mit seiner gutmütigen, aber überforderten Mutter flüchtet er in eine Traumwelt - auf eine Insel mit monströs wirkenden, im Grunde aber kindlichen Kreaturen, die den wilden Jungen als König akzeptieren. Einige Tage lebt und tollt Max mit den neuen Freunden, bis es auch hier zu Enttäuschungen und Streit kommt. Doch Max weiß, dass jemand auf ihn wartet, der ihn immer lieben wird. Bedingungslos. Darsteller: Max Records, Catherine Keener, Mark Ruffalo, Pepita Emmerichs Regisseur(e): Spike Jonze


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55 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Ich werde dich nicht fressen, ich liebe dich!", 6. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Wo die wilden Kerle wohnen (DVD)
Nachfolgend eine längere Filmkritik zu "Wo die wilden Kerle wohnen" von mir. Wer zu faul zum Lesen ist, dem sei Eines gesagt: Ein ganz ganz großer Film, unbedingt anschauen!

Der Film 'Wo die wilden Kerle wohnen' von Regisseur Spike Jonze ist nur auf den ersten Blick eine gewöhnliche, deshalb oberflächliche Kinderbuchverfilmung des berühmten Klassikers von Maurice Sendak, in dem der kleine Max (Max Records) durch Probleme daheim auf die Insel der wilden Kerle flüchtet und deren König wird.

Schon im Vorspann des Filmes wird klar, um wen sich der Film dreht: Max, 8 Jahre alt, Schüler, zerstörungswütig, frech aber auch warmherzig und lieb. Die üblichen Logos der großen Filmfirmen sind überkritzelt mit wilden Kerlen oder seinem Namen. Im nächsten Moment jagd der Zuschauer Max aus der Perspektive einer verwackelten Handkamera nach, welcher wiederrum einen Hund verfolgt und sich schließlich wild schreiend auf ihn wirft. Im direkten Gegensatz dazu der liebenswürdige und niedliche kleine Max, der aus Schnee ein Iglu baut und mit den Freunden seiner Schwester eine Schneeballschlacht veranstaltet.
Danach springt Max zwischen diesen beiden Extrema hin und her: Zuerst zerstört er aus Wut das Zimmer seiner Schwester, das er danach mit seiner Mutter wieder weinend und zutiefst bereuend aufräumt. Ihr erzählt er auch eine Geschichte und muntert sie dadurch von ihrem stressigen Beruf auf. Die Stimmung kippt kurze Zeit danach wieder, als seine Mutter ihren neuen Freund nach Hause eingeladen hat und Max bittet, den Tisch zu decken. Er rastet aus, stellt sich auf den Tisch und brüllt zu seiner Mutter: 'Ich fress dich auf!'
Max flieht aus der Wohnung und segelt auf eine Insel, wo die wilden Kerle wohnen. Anfangs nutzt er die Insel zusammen mit den Monstern, die ihn zu ihrem König gemacht haben, als eine Art Abenteuerspielplatz. Schreiend rennnen sie herum, reißen Bäume aus und beschließen, eine neue Festung zu bauen. Es scheint, als würde das von Max versprochene Schutzschild, das Unglück und Trauer abhalte, wirken. KW, die die Gruppe schon verlassen hatte, kehrt zur Freude Carols, Max bestem Freund, immer öfters zur Gruppe zurück. Auch Judith, die Besserwisserin und ihr Mann Ira scheinen besser als zuvor in die Gruppe integriert.
Doch das Glück und die Freude währt nicht lange. Es kommt wieder zu Spannungen und Streit in der Gruppe und Max als König scheint hilflos dagegen zu sein. Carol und KW verfremden sich zusehends. Wie bei seinen Eltern kann und will Max dies nicht verstehen. Er lernt, dass wild sein allein auch kein Problemlöser ist, sondern eher das Gegenteil. So soll laut ihm eine Schlacht mit Dreckklumpen helfen, sich anschließend wieder vertragen zu können. Was anfangs noch als Spaß beginnt, wird jedoch spätestens dann bitterer Ernst, als der von allen respektierte und gemochte Douglas von einem Klumpen verletzt wird, aber die Anderen nicht aufhören, auf ihn zu werfen.
Lösungen findet Max auf die immer größer werdenden Probleme nicht, er gelangt lediglich zur Einsicht, dass menschliche Beziehungen eben kompliziert seien. Dies führt dazu, dass er beschließt, die Insel und die wilden Kerle zu verlassen und nach Hause zu segeln. Zu seiner Verabschiedung kommt auch Carol, mit dem sich Max zuvor zerstritten hatte. Es scheint, als hätte nicht nur Max dazu gelernt, denn auch die wilden Kerle sind zusammengewachsen. Als Max wieder nach Hause kommt, wartet seine Mutter auf ihn und das Essen ist noch warm.

Obwohl der Film ab 6 Jahren freigegeben und die Verfilmung eines Kinderbuchs ist, ist er für Kinder nicht wirklich zu empfehlen. Zu depressiv, zu melancholisch wirkt Max, die Insel und die wilden Kerle selbst, zu nachdenklich stimmend ist selbst das versöhnliche Ende. Gerade aber diese Stimmung macht den Film zu einem Großartigen! Sie lässt tief blicken ins Bewusstsein und in die Gefühlswelt von Max und Kindern generell. Die Ängste, Menschen, die man liebt, könnten sich ändern und einen selbst verlassen. Die Wichtigkeit wahrer Freunde. Die Spiel- und Zerstörungswut, das Unbelastetsein. Und gleichzeitig die Reue und das Schuldgefühl danach.
Möglich wird dieser tiefe Blick aber nur durch den zwölfjährigen Schauspieler Max Records. Die starken und schnellen Wechsel der Gefühlslagen wirken erst durch ihn so echt und real. Wie er in Sekundenschnelle vom wütenden zum traurigen Max wird, kann man wohl authentischer nur im wahren Leben beobachten.
Spike Jonze hat es geschafft, aus einem dünnen Kinderbuch einen großartigen Film zu machen, bei dem alles stimmt. Die verwackelten Handkameraszenen, die Fotografie ähnelnden Aufnahmen und die mit echten Kostümen gespielten, nicht animierten wilden Kerle bringen einen künstlerischen und inspirierenden Aspekt mit in den Film, den man in vielen anderen aktuellen Hollywood-Blockbustern sehnlichst vermisst. Die Filmmusik von Karen O. zusammen mit einem manchnmal schräg kreischenden Kinderchor tun da ihr Übriges.

'Wo die wilden Kerle wohnen' ist ein Film, der nachdenklich stimmt über das eigene Leben und die eigene Kindheit. Doch er ist gleichzeitig auch ein Film, bei dem man sich - kaum aus dem Kinosaal - wünscht, los zu rennen, zu schreien, zu zerstören.
Und Dreckklumpen zu werfen!
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35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Aufwühlend!, 29. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Wo die wilden Kerle wohnen (DVD)
Es ist seltsam! Es gibt Filme für die gibt es einfach keine Schublade! Dieser gehört zweifelsfrei dazu! Ist es ein Kinderfilm? Für kleine Kinder ist er möglicherweise zu anspruchsvoll. Für größere zu "uncool". Erwachsene gehen da ohne Kinder wohl eher nicht rein. Aber das sollten sie! Besonders die die verlernt haben die Welt mit Kinderaugen zu sehen! Spike Jonze hat Max' Einsamkeit auf der Leinwand fast körperlich spürbar gemacht! Sehr einfühlsam fängt er Max Records Minenspiel auf. Der Junge ist wirklich ideal besetzt. Man spürt die besondere Chemie zwischen dem Regisseur und seinem kleinen Hauptdarsteller! Ein Glücksfall!

Sicher hätt ich auch gern noch mehr gesehen von Max' wirklicher Welt. Aber das hätte sich wohl zu weit von der Buchvorlage entfernt! Das Buch hab ich übrigens neulich in einer Bücherhandlung zur Hand genommen und komplett durchgelesen.Was kein Kunsstück ist bei den wenigen Worten. Es ist mehr ein Bilderbuch. Und erstaunlich wie Spike Jonze den Faden aufgenommen hat und die Geschichte zu noch mehr Grösse verholfen hat! Es heisst dass auch der Autor angetan ist von der erweiterten Fassung seiner Geschichte!
Ich seh in dieser Geschichte vor allen Dingen auch so etwas wie eine Selbsttherapie. Max setzt sich mit seinen Gefühlen auseinander. Wobei jeder dieser wilden Kerle einen Aspekt seiner Charaktereigenschafften darstellt denen er sich stellen muß!
Als der Junge seiner Welt entflieht und auf die wilden Kerle trifft spürt man außerdem auch sehr deutlich den Zeitgeist der 60er. So ein wenig antiautoritärer Geist. So mein Empfinden.

Technisch gesehen find ich den Film auch sehr gelungen! Traumhafte Bilder wunderbar eingefangen! Toll ausgeleuchtet in warmen Farben. Ein wunderbarer Soundtrack mit stimmungsvollen Songs ergänzt das ganze perfekt! Die Austattung und die Effekte wohl dossiert dominieren in keinster Weise! Sehr beeindruckend fand ich die Miniatur Welt die Carol sich da aufgebaut hat! Sehr liebevoll gemacht!

Die Meinungen zu diesen Film gehen sicher auseinander! Für mich war es ein wunderbares Kinoerlebnis! Eine aufwühlende emotionale persönliche Erfahrung!
Und nun freu ich mich auf die DVD!
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Melancholische Traumwelt, 28. April 2010
Von 
Daniel Dilly - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Wie verfilmt man ein Kinderbilderbuch dessen Text locker auf eine DIN-A-4 Seite passen würde (handschriftlich und in Großbuchstaben) und eigentlich gar keine Geschichte, sondern lediglich ein Gefühl vermitteln will? Im schlimmsten Fall kommt dabei ein banal bis schlechter Kinderfilm heraus, im besten eine märchenhafte Traumwelt. Der Name "Tim Burton" fällt einem da als erstes ein, der für so etwas prädestiniert zu sein scheint, aber Regisseur Spike Jonze hat mit "Being John Malkovich" bewiesen, dass er so etwas auch ganz gut kann.

Zur Geschichte: Kleiner Junge fühlt sich im Familienkreis vernachlässigt. Vater gibt es nicht mehr. Mutter und große Schwester haben eigene Sorgen und beachten ihn kaum. Aufmerksamkeit erhält er nur bei der Entladung aufgestauter Wut und dann ohne erfreuliches Feedback. Er flüchtet sich in eine Traumwelt mit grässlich aussehenden Monsterriesen, die sich jedoch schnell als überwiegend harmlos und sogar gutherzig erweisen. Der Junge ernennt sich kurzerhand zu ihrem König und hat zunächst viel Spaß in seiner neuen Welt. Schnell merkt er jedoch, dass es auch dort die selben Sorgen und Probleme wie in der Realität gibt und sich zwischenmonsterliches nicht einfach auf des Königs Befehl lösen lässt, sondern Einfühlungsvermögen und Respekt vor den Gefühlen und Bedürfnissen des jeweils anderen erfordern.

Der Film sieht gut aus, die Monsterkostüme sind großartig und dem Original detailliert nachempfunden. Die Umgebung ist zwar ein bisschen öd und leer, was der Atmosphäre aber eher gut tut, als ihr zu schaden.
Inhaltlich fällt die Einordnung schwerer. Für einen reinen Kinderfilm ist der Subtext womöglich zu kompliziert, gleichzeitig sind die Geschehnisse aber ausgesprochen infantil, denn diese werden ausschließlich von dem kleinen Junge vorangetrieben, der auf sein Gefühlschaos entweder euphorisch "Lasst uns alle gegenseitig mit Dreckklumpen bewerfen" oder traurig "Nimm mich in den Arm und hab mich lieb" reagiert. Diese Art von Problembewältigung ist zwar nachvollziehbar, aber als Erwachsener hat man im Laufe der Jahre doch (hoffentlich) ein paar komplexere Methoden der Analyse entwickelt. Zu allem Überfluss nimmt sich der Film auch noch für jede Kleinigkeit sehr viel Zeit, so dass die ohnehin schon nicht sonderlich spannenden Ereignisse etwas zäh dahin plätschern.

Regisseur Spike Jonze ist es tatsächlich gelungen, 101 Minuten Film zu füllen, ohne dabei signifikant ausführlicher zu werden, als das Bilderbuch. Als gelungenen Unterhaltungsfilm würde ich das nicht gerade bezeichnen, aber vielleicht als meditativen Einstieg in eine Selbsterforschung. Alles in allem bleibt bei dem Film trotz der großartigen Atmosphäre ein fader Beigeschmack zurück, da er streng genommen nichts bietet, was das Bilderbuch nicht kürzer auf den Punkt bringt. Da bleibt die Frage, ob es unbedingt die Umsetzung in eine andere Kunstform gebraucht hätte und wer eigentlich das Zielpublikum sein soll.

Die technische Seite der Blu-ray ist ordentlich und merklich besser als eine DVD, aber auch nicht von der Qualität die man seinen Freunden vorführt, um sie von Blu-ray zu überzeugen.
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