Zum wiederholten Male haben Gerald Axelrod und Liane Angelico ihre künstlerischen Vorlieben kombiniert und mit "Wo die Schatten wiederkehren. Mystische Orte in Europa" ein neues, faszinierendes Werk geschaffen, wie ich finde. Die mystische, durchaus spannende Geschichte von Liane korrespondiert mit den gewohnt erstklassigen, detail- und stimmungsreichen Schwarz-Weiß-Fotografien von Gerald. (Insofern kann ich das "negative Erstaunen" der vorherigen Rezensenten überhaupt nicht nachvollziehen - das Konzept ist aus mindestens zwei vorherigen Büchern von Axelrod/Angelico bekannt!)
Zwischen Totale und Nahaufnahme, zwischen Wuchtigkeit, Bedrohlichkeit und filigranem Geheimnis - dem Fotografen Axelrod sind einmal mehr beeindruckende Zeugnisse europäischer Baukunst aber auch entsprechende Landschaften vor die Kamera geraten; und er hat sie mit seinem charakteristischen Blick in Szene gesetzt.
Ein erstes Durchblättern kann nur Überblick verschaffen, ich selbst habe es mir schon mehrmals in einer ruhigen Stunde mit ruhiger Musik und einem Glas guten Weines gemütlich gemacht und die einzelnen Fotos in Ruhe betrachtet und immer wieder neue Einzelheiten entdeckt. Und nur, wenn man sich "Wo die Schatten wiederkehren. Mystische Orte in Europa" in Ruhe und mit etwas Zeit annähert, kann sich die Stimmung wohl auch richtig ausbreiten, auch die trotz aller Mystik "leichte" Geschichte von Liane Angelico braucht diese entspannte innere Ruhe, damit das Kopfkino seine Arbeit beginnen kann.
Für mein Empfinden, ein gelungenes, ästhetisches Buch mit viel Atmosphäre.