Eine Liebe gegen jede Vernunft...
So stark und mächtig, dass nicht einmal die Zeit sie zerstören könnte...
Diana und Matthew wurden durch die immer größer werdende Bedrohung gezwungen, in die Vergangenheit zu reisen. Als sie jedoch im London der Königin Elisabeth 1. ankommen, erwarten sie bereits neue Probleme. Diana muss um jeden Preis eine Hexe finden, die sie in der Kunst der Hexerei unterrichtet und ihr hilft, ihre magischen Fähigkeiten zu kontrollieren. Matthew hingegen, plagen die Geister der Vergangenheit, mit denen er sich widerwillen, auseinander setzen muss. Noch immer wissen die beiden nicht, wo genau sich das geheimnisvolle Maniskript befindet, welches den Schlüssel zu allem Leben enthält.
Wie geht es also weiter? Und wie sollen sie zu Zeiten der Hexenverbrennung einen geeigneten Lehrer finden?
Als wäre dies nicht alles schon genug, wird die Liebe der beiden erneut bis auf das Fundament geprüft...
Der Vorganger-Band "Die Seelen der Nacht" konnte mich durch und durch überzeugen. Deborah Harkness gelang es mich mit ihrem Erstling, absolut in ihren Bann zu ziehen und zu begeistern.
Endlich legt sie mit "Wo die Nacht beginnt" nach, und entführt ihre Leser erneut in ihre Welt aus Magie, Liebe und Geheimnissen. Kommen wir also zur berühmt berüchtigten Preisfrage:
Kann Teil 2 mit seinem starken Vorgänger mithalten?
Das erfahrt ihr, wenn ihr weiter lest.
Auch dieses Buch gehört mit seinen stolzen knapp 800 Seiten nicht zu den Büchern, die man normalerweise mal eben zwischendurch lesen kann. Nun, dank des wirklich nach wie vor tollen und sehr flüssigen Schreibstils, hatte ich das Buch innerhalb weniger Tage ausgelesen. Die Autorin beschreibt ihre dieses Mal überwiegend in der Vergangenheit spielende Geschichte, sehr detailliert und mit viel Rafinesse. Fans von Historik-Romanen werden hier voll auf ihre Kosten kommen, denn Szenen, in denen unsere Protagonisten mit Shakespeare und anderen Berühmtheiten einen gemütlichen Plausch halten, kommen nicht zu kurz. Dabei sei gesagt, es könnte dem ein oder anderen doch etwas zu viel Geschichte sein. Mir persönlich gefiel dieser Aspekt aber sehr gut. In meiner Rezension zum ersten Teil, lobte ich Deborah Harkness' Talent dafür, auch über eine Vielzahl von Seiten, nicht das Gefühl der Langeweile oder Wiederholung aufkommen zu lassen. Leider gelang ihr das in diesem Fall, meiner Meinung nach, nicht so gut.
Einige Kapitel empfand doch eher als "Lückenfüller" und die Geschichte wirkte hier auf mich, zu sehr auf der Stelle getreten. Auf 800 Seiten passiert natürlich eine Menge, viele der kleinen Nebenstränge kamen mir aber überflüssig vor und lenkten von der eigentlichen Haupthandlung ab - wirklich Schade!
Diana und Matthew - Hexe und Vampir - verbindet eine starke und untrennbare Liebe, für die sie gegen alle Regeln und sogar gegen das Gesetz der Zeit verstoßen. Betrachtet man die beiden Hauptprotagonisten einmal getrennt voneinander, konnten sie mich erneut überzeugen. Diana war mir nach wie vor durch ihre eigene, selbstbewusste Art sympathisch. Matthew, der uralte und durch nichts zu erschütternde Vampir, zeigte sich auch mal von seiner sanften und verletzlichen Seite.
Zusammen jedoch, nahm die Liebesgeschichte einige für mich nicht nachvollziehbare Züge an. Mir kam es teilweise so vor, als litten beide unter starken Stimmungsschwankungen und wüssten teilweise selbst nicht, was sie wirklich wollen. Verständlich - wenn es sich hierbei um Teenies handeln würde. Jedoch erwartete ich von einem verheiratetem Ehepaar doch etwas mehr...Ruhe? Die Szenen, in denen beide dann wieder "sie selbst" waren, überzeugten mich dann wie gewohnt mit Authenzität, Charme und Humor.
Was mich ebenfalls etwas traurig stimmte, waren die nur sehr kurzen Gastauftritte, der bereits bekannten und liebgewonnen Nebenprotagonisten, allen voran Diana's Tanten.
Selbstverständlich begegnen uns in der Vergangenheit jede Menge neue, und durchaus interessante Charaktere, die durch ihre, für diese Zeitepoche typischen Verhaltensweisen, eine Menge Spaß und Schmunzeln mitbringen. Ein etwas ausgewogeneres Verhältnis zwischen dem Auftauchen der "Neuen" und "Alten" Charaktere, hätte mir aber besser gefallen.
Das Ende war für mich weitestgehend zufriedenstellend, auch wenn noch viele Fragen offen geblieben und Neue dazu gekommen sind. So warte ich also hoffnungsvoll auf den Abschluss der Trilogie und bin schon sehr gespannt!
Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter drum herum reden: Für mich konnte "Wo die Nacht beginnt" leider nicht mit seinem starken Vorgänger mithalten. In Teil 2, fehlte mir die Leichtigkeit aus Teil 1, mit der Deborah Harkness dieses gewaltige Konstrukt einer vielschichtigen und tollen Geschichte- wie aus dem Ärmel geschüttelt und gleichzeitig so nah und authentisch - ihren Lesern servierte. Deswegen an dieser Stelle von mir, knappe 4 Ahornblätter. Nichtsdestotrotz, ist dieses Buch definitiv empfehlenswert - vorallem für Fans des ersten Teils.