Dieser Bericht über die Erschießung eines amoklaufenden Elefanten im abgelegenen Nordostindien ist eine äußerst vielschichtige Geschichte. Er ersetzt mehrere Bücher zugleich. Hall ist als Journalist in Indien tätig und reist einem Jäger hinterher, der im Regierungsauftrag einen Elefantenbullen jagt, der schon über 30 Menschen getötet haben soll.
Im Verlaufe der gemeinsamen Reise erfährt man wenig über den Journalisten, aber erhält ein ungeheuer facettenreiches Bild des aktuellen (nordöstlichen) Indien, insbesondere von Assam. Nicht nur die Geschichte des Landstrichs seit der Kolonialzeit, auch die Geschichte der Jagd auf und der Haltung von Elefanten wird beschrieben, eine Beschreibung der in diesem Landstrich lebenden Bevölkerung und Geschichte fehlt ebenso wenig wie das Eingehen auf den Kampf zwischen Wilderern und Bauern auf der einen und Natur- und Tierschützern auf der anderen Seite. Die allgegenwärtige politische Korruption wird deutlich und der Hindu-Glauben tritt deutlicher zutage als in manchem Fachbuch über Weltreligionen. Am Ende ist es ein Buch der Sympathie für die letzten noch lebenden asiatischen Elefanten, welche mit der Vernichtung ihres natürlichen Lebensraums vor der Ausrottung stehen, während die Öffentlichkeit in erster Linie um die afrikanischen Elefanten bemüht ist.
Das ganze hört sich nach ziemlich belehrendem Stoff an, ist aber unterhaltsam und anschaulich geschrieben.