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Zwei Stühle in der Flughafenbar des Newark Airport werden zu Fixpunkten in ihrem Leben. Hier verabschiedet Philip Susan, als diese Richtung Honduras aufbricht. Hier wartet er zwei Jahre und zahlreiche Briefe später auf Susan in der Hoffnung, sie endlich ganz für sich zu haben. Doch Susan bleibt nur zwei Stunden, sie will Honduras und die Menschen, die auf sie vertrauen, nicht im Stich lassen. So geht das Jahr für Jahr -- der emotionale Abstand zwischen beiden wächst, doch ganz können sie nicht voneinander lassen. Bis Philip kapituliert, eine andere Frau heiratet und mit ihr einen Sohn bekommt. Als er seine Vergangenheit fast begraben hat, steht ein kleines Mädchen vor seiner Gartentür: Susans Tochter.
Mit seinem Debütroman Solange du da bist landete Marc Levy mehr als einen Achtungserfolg: Monatelang stand der französische Architekt damit auf den internationalen Bestsellerlisten, US-Regisseur Steven Spielberg sicherte sich die Filmrechte. Auch bei seinem zweiten Roman, Wo bist du?, scheint Levy bereits mit der Kinofassung zu liebäugeln: Wie eine Kamera kreist er über seinen Protagonisten, liefert reichhaltige Bilder für das Kopfkino statt dem Leser Zutritt in die Gedankenwelt seiner Figuren zu verschaffen. Sprachlicher Schliff ist Nebensache, Unterhaltung und Rührung stehen im Vordergrund. Levy hat Mut zu großen Gefühlen, ohne dabei an den Klippen von Kitsch und Klischee zu scheitern. Die Leser danken es ihm. --Beate Strobel -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Zunächst ist diese Geschichte , die als Briefroman beginnt, etwas langatmig und zuweilen auch langweilig. Im zweiten Teil aber beginnt eine für mich sehr fesselnde Familiengeschichte.
Ein junges Paar, Philip und Susan, sind Studenten , die sich schon aus Kinderzeiten kennen. Sie lieben sich , aber Susan ist vom Helfersyndrom besessen: sie will nach Honduras, um dort Entwicklungshilfe zu leisten.
So erleben wir sie beim Abschied auf dem Flughafen von Newark. Fortan sehen sich die beiden nur noch wenige Stunden im Jahr, wenn Susan auf dem Weg nach Washington einen Zwischenstop in New York einlegt.
Philip bleibt in NY , um Werbefachmann zu werden.
In ihren Briefen versichern sich die beiden ihrer Liebe , aber sie sind über die Zeiten der Trennung auch traurig und verzagt .
Besonders Philip wird die Zeit des Wartens zu lang. Er heiratet schließlich Mary, eine Journalistin, die einen sehr liebenswerten und geduldigen Charakter hat.
Sie bekommen einen Sohn, und als dieser fünf Jahre alt ist, taucht plötzlich eine Tochter von Susan, Lisa, bei ihnen auf. Sie ist neun Jahre alt , und in einer Art Vermächtnis vertraut Susan diese Tochter Philip und seiner Frau an, da sie selbst bereits tot sei, wenn sie diese Zeilen erreichten.
Die Geschichte der Familie wird nun sehr fein und psychologisch gut beobachtet weitergesponnen. Lisa ist zunächst eine Exotin, wild und schwer erziehbar. Mary, Philips Frau, wird mit der Lage kaum fertig, zumal sie bemerkt, daß Philip durch die Tochter wieder sehr an Susan erinnert wird, sich immer mehr verschließt und die Ehe recht problematisch wird. Durch Marys Einfühlungsvermögen und Charakterstärke kann das Familienleben gerettet werden.
Alle handelnden Personen sind mit ihren Zweifeln, ihrem Zögern und einer ausgeprägten Nachdenklichkeit durchaus realitätsnah, besonders Mary und Philip. Am wenigsten verständlich bleibt Susan mit ihrem lebenslänglichen Sozialeinsatz, dem sie alles persönliche Glück geopfert zu haben scheint.
Der Schluß kam mir ein wenig irreal vor . Hier konstruiert Marc Levy eine Geschichte, wie man sie sich so nicht vorstellen kann.
Mir fällt in diesem Zusammenhang auf, daß der Autor Schwierigkeiten hat,einen Roman mit einem schlüssigen Ende zu versehen. So finden sich in diesem Buch interessante und fesselnde Einblicke in ein Familienleben, wie es sicher viele von dieser Art gibt. Gewisse Schwächen aber beeinträchtigen gelegentlich das Lesevergügen.
Insgesamt liest sich das Buch unterhaltsam und anregend.
Claudine Borries
BR>SCHADE!!!
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