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Wo bist du?: Demenz - Abschied zu Lebzeiten
 
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Wo bist du?: Demenz - Abschied zu Lebzeiten [Gebundene Ausgabe]

Julia Engelbrecht-Schnür , Britta Nagel
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 220 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (9. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455501079
  • ISBN-13: 978-3455501070
  • Größe und/oder Gewicht: 25,4 x 17,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 306.936 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Auf der Suche nach dem verlorenen Ich - ein berührendes Fototextbuch.


In neun Reportagen, ergänzt durch großformatige Schwarzweißfotografien, berichten Töchter und Söhne, Eheleute und Enkel von einer der größten Herausforderungen ihres Lebens. Mit entwaffnender Offenheit sprechen sie von den Erfahrungen mit ihren kranken Nächsten. Ein Buch, das den Angehörigen Demenzkranker endlich eine Stimme gibt.


Kinder, Enkel und Ehepartner berichten, wie die Krankheit ihres Nächsten auch das eigene Leben dramatisch verändert. Sie beschreiben ihre Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit. Und sie erzählen, wie es ihnen gelingt, die Beziehung zu den Kranken trotz des schleichenden Verfalls lebendig zu halten und auf eine neue Art weiterzuführen. Entstanden ist ein Buch, das anderen Betroffenen Mut machen soll, offensiv mit ihren Ängsten und Schuldgefühlen umzugehen. Es sind viel mehr als nur 1,2 Millionen Demenzkranke, die in Deutschland an der Volkskrankheit leiden, denn ein Großteil der Pflege wird nach wie vor zu Hause von den Verwandten geleistet.

Über den Autor

Julia Engelbrecht-Schnür, 1966 geboren, ist Journalistin und Fotografin und lebt in Hamburg. Nach Stationen bei der »Berliner Zeitung« und der »Dresdner Morgenpost« arbeitet sie heute frei, schreibt vor allem Porträts und Reportagen, unter anderem Reisereportagen für »Die Welt«.




Britta Nagel, 1960 geboren, arbeitet als Kulturjournalistin und lebt in Hamburg. Ihr Schwerpunkt ist Architektur. Sie schreibt u. a. für »Welt am Sonntag« und »Wirtschaftswoche«.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Janne Hoffmann TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Für Angehörige ist es unfassbar: Menschen, die sie als stark und selbstbestimmt erlebt haben, versinken in geistiger Umnachtung, können auf direktem Wege kaum mehr angesprochen werden. Ihr Verhalten wird unberechenbar, unlogisch, oft aggressiv. Eine solche Situation erfordert ein völliges Umdenken. Gewohnte Wege der Kommunikation taugen nicht mehr. Erwartungen müssen revidiert werden. Eine der Reportagen des Buches erzählt von Stefan Roggenkamp, der seine Karriere als Investmentbanker aufgab, um seinen Eltern beizustehen, als die Mutter an Demenz erkrankt. Roggenkamp räumte seine Londoner Wohnung und zog zurück nach Westfalen,in sein altes Kinderzimmer. Er stellt für sich einen Zusammenhang mit der Finanzkrise her. "Als mir der Fond um die Ohren flog...erwachte ich aus einem Erfolgstaumel, der all die Jahre ein zuverlässiger Begleiter war...als die Erkrankung meiner Mutter hinzukam, war ich bereit und reif, meinem Leben einen neuen Sinn zu geben." Roggenkamp beschreibt Demenz als eine "unfassbare Tragödie, so grausam und hart, kaum auszuhalten." Doch es gelingt ihm, der Situation etwas entgegen zu setzen: Er gründet eine Stiftung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, dass Demenzkranke in Einrichtungen mit einem speziellen Pflegekonzept ihre letzten Jahre als friedvoll und schön erleben können. Auch seine Mutter soll in einer solchen Einrichtung wohnen. Die vierzehnjährige Nora bekommt wieder Zugang zu ihrer Oma, wenn sie mit ihr "Kosmetiksalon" spielt, wie früher, als Nora klein war. Sie hat sich damit abgefunden, dass ihre "Onno" sie kaum mehr erkennt. Aber wenn sie die Haut der Großmutter eincremt, ihr mit der Bürste durch die Haare fährt, sind beide sich wieder nah wie früher. Beeindruckend auch die Reportage über Frank Lessow, den Altenpfleger, und seine Patientinnen in einem Hamburger Pflegeheim. Lessows Verhältnis zu seinen Schützlingen ist durchaus emotional. "Wenn eine der Damen ins Krankenhaus muss, fehlt sie mir wie eine enge Verwandte. Auch nach dem Dienst denke ich an sie. Und wenn sie zurück auf die Station kommt, freuen wir uns alle." Lessow erzählt von einer Patientin, die seit langem nicht mehr spricht, nur noch apathisch im Bett liegt - und sich eines Tages ganz plötzlich für seine liebevolle Art bei ihm bedankt. Die Reportagen machen klar, dass in Demenzkranken, so unzugänglich sich auch sein mögen, alles noch da ist: die Sehnsucht nach Liebe, die Angst vor dem Verlorensein, die Seele. Doch die Fähigkeit, sich zu orientieren und sich mitzuteilen geht mehr und mehr verloren. Jede Achtlosigkeit und Abwertung trifft einen Demenzpatienten empfindlich - mehr denn je braucht er Schutz, Geborgenheit und Halt. Dass Angehörige mit dieser Aufgabe oft heillos überfordert sind - auch das thematisieren die Autorinnen. Offen und ehrlich berichten Söhne, Töchter und Ehepartner von ihrer Erschöpfung und Hilflosigkeit, ihren Schuldgefühlen, wenn schließlich doch an eine Unterbringung im Heim nachgedacht werden muss. Doch in der Pflege Demenzkranker tut sich was, hier scheint es einige positive Entwicklungen zu geben. "Wo bist du" ist ein informatives, emotional anrührendes Buch mit vielen hervorragenden Fotos.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lebenseinschnitte 21. Mai 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch thematisiert in persönlichen Porträts das Empfinden der Angehörigen von Demenzkranken. Selbst die Wissenschaftler werden porträtiert und so erfährt man ein wenig über den Stand der Forschung, fast beiläufig, dafür umso einprägsamer. Es ist aber nicht das Ziel dieses Buch, das Wissen über Demenz zu erhöhen, sondern die betroffenen Angehörigen zu Wort kommen zu lassen. Überaus viele sind betroffen, jeder findet seinen eigenen Umgang damit, aber kaum einer wohl zur Zufriedenheit. Daher ist dieses Buch so erfreulich und auch so wichtig. Es macht deutlich, dass schlechtes Gewissen der Angehörigen die Regel ist. Typische Veränderungen von Demenzkranken ' zum Beispiel eine Aggressivität, die man sonst bei dem Betroffenen nicht kannte ' werden thematisiert. Wenn man dies weiß, kann man anders damit umgehen.
Es sind durchweg Porträts von Menschen, die nicht mit dem Schicksal hadern, sich aber auch nicht vor dem Problem verstecken, sondern es angenommen haben, ihren persönlichen Umgang gefunden haben.
Sowohl die Demenzkranken als auch die Betroffenen sind sehr unterschiedlich. Sicherlich sind die meisten Demenzkranken alt, aber es wird auch von einem berichtet, der mit Anfang vierzig erkrankt ist, Vater eines elfjährigen Jungen. Das Spektrum der Betroffenen wird möglichst weit gewählt, auch wenn der typische Fall benannt wird: Alte Frauen werden von Frauen betreut. Dennoch gibt es einen Investmentbanker, der seinen Job aufgegeben hat, um seiner Mutter beizustehen und die vierzehnjährige Enkeltochter, die sich inzwischen wieder freut, wenn ihre Großmutter aus dem Pflegeheim zum Besuch abgeholt wird.
Das Porträt des alten Mannes, der seiner Frau in das Pflegeheim hinterher zieht, weil sie sich seit ihrer Eheschließung im September 1939 versprochen haben, sich nicht alleine zu lassen, ist auch eine rührende Liebesgeschichte. Sie kommt einem ungeheuer unzeitgemäß vor, aber gerade deswegen so lesenswert.
Damit ist das Buch auch jenseits von Betroffenheit empfehlenswert. Es ist ein Aspekt unserer Gesellschaft und sicherlich ein extremer mit Alter und geistigem Verfall umzugehen.
Ich wünsche diesem Buch einen großen Erfolg.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hilfreich 27. Mai 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Habe das Buch meinem Vater geschickt, der seine demenzkranke Frau pflegt - es hat ihm sehr geholfen.
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