Ein Gedankenaustausch zwischen zwei Fremden, die sich scheinbar zufällig um die Mittagszeit in einem Kaffeehaus begegnen.
- Zufälle gibt es nicht, meint der Gerichtsschreiber an dessen Stammplatz sich der Erzähler niedergelassen hat, um der Hetze des Alltags kurzzeitig zu entfliehen. Sie kommen jedoch ins Gespräch. Nun beginnen sehr emphatisch beschriebene Szenen aus der Lebensgeschichte des Gesichtsschreibers vor unseren Augen zu entstehen. Fast ein wenig grüblerisch berichtet unser Gerichts- und Lokalstammgast dem Fremden ohne Umschweife einen Lebensweg mit Umwegen. Tiefgreifende Erkenntnisse überkommen uns im Angesicht von Mördern, Ehebrechern und anderen Gesetzesbrechern. Wo beginnt Schuld, wo endet sie? Kann ein Richter wirklich der wahren Gerechtigkeit dienen?
„ Ich erlebe in den Zimmern dort drüben in diesem Gerichtsgebäude alle Farben der menschlichen Irrtümer. Geldwäsche, Betrug, Mord - alles, das den Menschen zu mehr Glück verhelfen soll und sie mit apodiktischer Gewissheit ins Unglück führt,..."
Verschüttete Fragen bezüglich des Sinns menschlicher Existenz rücken hier während des Erzählens unversehens ins Rampenlicht der Gedanken.
Gabriel Barylli versteht es nicht nur als Schauspieler, die Herzen der Menschen zu gewinnen, sondern auch als Schriftsteller.