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Aber so, wie Combe Island eigentlich durch ein Verbrechen in den Besitz der Holcombes geriet, droht ein neuer Kriminalfall, die splendid isolation aufzubrechen. Der durch und durch unsympathische Bestsellerautor Nathan Oliver wird am Leuchtturm erhängt aufgefunden. Es ist eindeutig Mord -- und jeder auf dem kleinen hübschen Flecken hätte einen Grund gehabt, den Nörgler ins Jenseits zu befördern. Adam Dalgliesh und seine Truppe werden nach Combe Island befördert, um den Fall zu klären -- und stoßen dabei auf allerlei Überraschungen.
Wo Licht und Schatten ist hat die selbe Struktur wie einige der besten Romane Agatha Christies, allen voran Mord im Orientexpress: Eine überschaubare Anzahl Verdächtiger, die alle mehr als gute Motive haben, blutrünstig zu werden, und einen geschlossenen Raum, der zu einer Art Mikrokosmos niederer Triebe avanciert. P. D. James hat daraus einen faszinierenden Krimi gemacht, der auf jeder Seite zu fesseln versteht -- und zwar nicht nur durch Suspense, sondern auch durch kluge Psychologie und hintergründigen Witz. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Zehn Tote muss es auf Combe Island nicht geben, bis Commander Adam Dalgliesh auf den Plan tritt, einer reicht dafür aus. Die Insel vor der Insel nahe Cornwall (ein fiktiver Ort) soll ein Refugium sein, in das sich hochrangige Persönlichkeiten von ihrem anstrengenden Beruf in aller Abgeschiedenheit erholen können, so steht es in der Satzung der Stiftung. Außerdem ist dort verankert, dass auch diejenigen ein Besuchsrecht haben, die auf der Insel geboren wurden, was gegenwärtig nur eine Person zutrifft: auf den bekannten Schriftsteller Nathan Oliver. Dieser droht dem Verwalter Rupert Maycroft, sich fest auf Combe Island niederzulassen und beansprucht das schönste Cottage der Insel für sich, in dem die letzte Nachfahrin des Stifters Emily Holcombe lebt, womit er sich nicht gerade beliebt bei ihr macht.
Doch auch bei den übrigen Bewohnern, den Angestellten und den beiden zur Zeit anwesenden Gästen ist der egozentrische Schriftsteller nicht gerade gern gesehen. Als seine Leiche am Leuchtturm hängend gefunden wird, hält sich die Trauer stark in Grenzen, selbst bei seiner Tochter Miranda, die ihn immer und überall begleitete. Commander Dalgliesh, der Mann für Sonderaufgaben, wird aufgrund der schwierigen Situation vom stellvertretenden Polizeipräsidenten gebeten, die Ermittlungen zu übernehmen. Detective Inspector Kate Miskin und Detective Sergeant Francis Benton-Smith begleiten ihn. Das Trio merkt recht bald, dass es zwar nur wenige Verdächtige gibt, aber die Lösung ganz und gar nicht auf der Hand liegt.
Interessanterweise beginnt der Prolog mit der Vorstellung der drei Ermittler, was bei P.D. James recht selten ist. In ihren früheren Büchern stellte sie meist das Opfer in den Vordergrund und lies sich um die hundert Seiten Zeit, dieses genau vorzustellen. Nach dem Prolog tut sie das dann auch hier, vielleicht nicht ganz so ausufernd wie sonst (was im Übrigen kein Schaden ist), und wir lernen Nathan Oliver noch zu Lebzeiten kennen.
Was auch immer wieder bei allen Romanen von ihr im Unterbewusstsein mitschwingt, ist etwas Antiquiertes, weniger im Stil, der ist (vielleicht auch dank Übersetzung) modern und flüssig, sondern ausgedrückt in kleinen Andeutungen, wo z.B. auf die Vierzigerjahre Bezug genommen wird. Analysemethoden wie DNA und das Alter einer Figur zeigen jedoch unmissverständlich, dass der Roman bereits im 21. Jahrhundert spielt. Nun gut, die Old Lady ist inzwischen auch nicht mehr die Jüngste und in den Vierzigern erlebte sie ihre goldenen Jugend.
Eines ist gewiss, eine Geschichte mit einem so begrenzten Kreis an Verdächtigen auszustatten und dennoch bis zum Ende offenzuhalten, wer der Täter ist, ist kein leichtes Unterfangen, doch P.D. James meistert dies auch aufgrund ihrer Erfahrung sehr gut. Sie lenkt durch einige falsche Fährten vom wahren Täter ab und gerät dabei nie so weit ins Abseits, dass sie die Aufmerksamkeit des Lesers verliert. Es ist allenfalls ein wenig weit hergeholt, dass dem Commander die Lösung in einem nahezu komatösen Zustand wie Schuppen von den Augen fällt, doch das ist verzeihlich, weil immerhin noch schlüssig.
Der Erfolg der Autorin liegt in der Psychologie, weniger in der Darstellung spannungsgeladener Szenen, die so gut wie nie in ihren Romanen vorkommen. Damit ist wohl wiederum klar, an welchen Leserkreis sich das vorliegende Buch wendet. Trotz nur kleiner Kritikpunkte ist „Wo Licht und Schatten ist" kein Meilenstein der britischen Kriminalliteratur, aber gutgemachte Unterhaltung für Fans der ruhigen Briten und für Fans von Dalgliesh sowieso.
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