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Es ist eine Geschichte, wie sie sich vielleicht öfters zu jener Zeit zugetragen hat, von der man aber bis zum heutigen Tag kaum weiß. In knapper, nüchterner Sprache ohne Adjektive, ohne Rache und Klischees schildert der Musiker Wladyslaw Szpilman in seinem Buch
Das wunderbare Überleben seinen Leidensweg im Dritten Reich. 1911 im oberschlesischen Sosnowiec geboren, studierte er unter anderem bei Arthur Schnabel und Franz Schreker und arbeitete seit 1935 als Pianist beim Warschauer Rundfunk. Mit der deutschen Besatzung begann seine Leidensgeschichte und die seiner Familie. 1942 wurde sie auf dem Platz, der in Warschau bis heute "Umschlagplatz" heißt, in die Viehwaggons nach Treblinka gepfercht -- doch im letzten Moment erkannte ein jüdischer Ghetto-Polizist den Pianisten und riss ihn zurück. Damit begann für ihn der einsame Kampf ums Überleben.
Die Erinnerungen Szpilmans, der im Jahre 2000 starb, faszinierten den Regisseur Roman Polanski, der selbst ein Teil seiner Kindheit im Ghetto von Krakau verbrachte, derart, dass er beschloss, sie zu verfilmen. Dazu erscheint die CD mit originalen Interpretationen Szpilmans, darunter Werke von Chopin, Rachmaninoff, Debussy, Bach aber auch Szpilman selbst. 1940 hatte er im Warschauer Ghetto ein Concertino für Klavier und Orchester komponiert. Besonders Chopins Nocturne cis-Moll wird viele Zuhörer bewegen, nicht nur weil es ein wunderbares Werk ist, sondern weil Szpilman damit einen deutschen Wehrmachtsoffizier derart beeindruckte, dass dieser beschloss, ihn nicht dem sicheren Tod auszuliefern. Rettung durch Musik könnte man plakativ sagen; bei Szpilman hat sich dies bewahrheitet. --Teresa Pieschacón Raphael