100 Jahre (!) nach dem Kampf um Thay ist das Land fest in den Händen von Szass Tam und seinen untoten Schergen. Das Land liegt brach und seine Bewohner sind mehr Futter für die untoten Herrscher als freie Bürger während Szass Tam die Vernichtung von Toril plant. Richard Lee Byers schafft es mit dem Aufgreifen der Frage aus Teil 1 der Trilogie "Warum musste ... sterben?" den Spannungsbogen auch im dritten Teil weiter hoch zu halten.
Leider wirken verschiedene Elemente der Geschichte so sehr konstruiert, dass sie einen faden Nachgeschmack hinterlassen: Wie schafft man es die Geschichte, die 100 Jahre nach den ersten Bänden spielt, mit den gleichen "Helden" weiter erzählen zu können?
Richtig, man lässt sie "unsterblich" werden: Den einen Helden, weil er durch die Spellplague nicht altert, den anderen, weil er zum Untoten wird, den nächsten weil er von Anfang an ein Geist ist und den letzten, weil dieser zur Unsterblichkeit verdammt wurde. Insbesondere der untote Barde, der durch seinen "Charme", seine "Stimme" und sein "Charisma" die Menschen beeinflusst, wirkt nach wie vor völlig unglaubwürdig und fehl platziert. Ebenso überflüssig ist weiterhin die Mönchs-Rolle eines weiteren Protagonisten. Und auch der Geist entwickelt sich nicht weiter, bzw. der Leser erfährt nicht Genaueres über ihn. Das Ende/Finale der Geschichte ist vorhersehbar und dem Leser ist von vorneherein klar, wer denn am Ende "überleben" wird. Byers bietet so ein einfallsloses
Ende der Geschichte. Schade. Desweiteren gibt es einige Szenen=Schlachten, die völlig unmotiviert sind und absolut nichts zur Geschichte beitragen. Dies wirkt so, als ob ein gewisser Autor mit italienisch klingendem Namen bei Byers vorbeigekommen ist und gesagt hat: "Hey, Byers, da ist zuwenig Blut und Gemetzel in deiner Geschichte drin. Bau doch einfach ein paar sinnlose Schlachten am Anfang und ans Ende des Romans ein."
Schade, eine riesen Geschichte, die im Laufe der drei Bücher zur D&D-Alltagskost herunterkommt. Die Trilogie "The Haunted Lands" ordne ich insgesamt in etwa auf dem Niveau von "The Hunter's Blade" und
kurz hinter der Trilogie "The Last Mythal" ein. "The Haunted Lands" kommt lange nicht an die Erevis-Cale-Trilogien und bei weitem nicht an "War of the Spiderqueen" heran.