Von Rauchhaupt beginnt mit der geschichtlichen Entwicklung des Wissens, und zwar wie in der Evolution die Wissenden sich durchsetzten, weil sie bessere Überlebenschancen hatten. Nicht nur beim Menschen, sondern auch bei den Tieren. Vom englischen Philosophen Francis Bacon stammt „Tantum possumus quantum scimus" oder kurz „Wissen ist Macht". Im alten Griechenland tauchte neben dem praktischen Wissen die Theorie auf, Wissen über Hintergründe, das keinen direkten Nutzen brachte, aber den Menschen und die Gesellschaft weiterentwickelte. Heute heißt es eher grundlegendes und angewandtes Wissen oder auch Leistungs- und Orientierungswissen. Beides ist nötig für uns Menschen heute und all die Debatten darüber, was man lehren und lernen sollte, sind eigentlich unnötig, wenn man bedenkt, daß Wissen Spaß machen kann und der Mensch eigentlich neugierig auf neues Wissen ist. Der Sinn des Wissens liegt im Leben, aber auch ein Sinn des Lebens liegt im Wissen.
Des weiteren führt von Rauchhaupt die Eigenarten, Probleme und Vorteile des Informationszeitalters und der Wissensgesellschaft an (er definiert diese Begriffe auch, genau wie die Unterschiede zwischen Information, Bildung und Wissen) und erklärt, warum wir Wissen brauchen, um uns in der Welt zurechtzufinden. Am Ende nennt er drei Arten von Wissen, die jeder besitzen sollte. Metawissen (Oreintierungswissen), Rasterwissen (um neue Information einordnen zu können) und Ankerwissen (worin man Spezialist ist).
Ein sehr informatives und lehrreiches Buch, das ich jedem empfehlen kann, der sich mit der Frage nach dem Warum und Wohin des Wissen beschäftigen will.