Wittelsbacherinnen - ein Buch das mich im Vorfeld bereits interessiert hat - ich wurde mal wieder enttäuscht von Frau Panzer. Wie bereits in einer ihrer anderen Publikationen - die Fürstinnen von Thurn und Taxis - hat Frau Panzer nur die Themen angerissen und relativ oberflächlich behandelt - man hätte auch hier mehr daraus machen können.
Für jemanden, der sich noch nie mit der Familie Wittelsbach befasst hat, mag das ein netter Einstieg sein - mehr gibt das Buch aber nicht her. In Wikipedia kann man kostenlos zu den hier vorgestellten Damen mehr Information finden! Ein Beispiel für die Oberflächlichkeit der Recherche ist auch auf Seite 178 des Buches. Hier wird erwähnt, dass Marie Königin von Neapel zusammen mir Ihrer Schwester Sissi und der franz. Kaiserin Josephine die elegantesten Frauen ihrer Zeit waren - hierzu sei anzumerken, daß Kaiserin Joesphine bereits knapp 50 Jahre verstorben und keine Zeitgenossin von Sissi und ihrer Schwester war!
Auf Seite 209 schreibt Frau Panzer, dass Therese von Bayern aufgrund des 1. Weltkrieges nicht mehr mit ihrer Freundin Königing Olga von Württemberg Kontakt halten konnte, weil diese eine Tochter Zar Nikolaus I von Russland war und somit im feindlichen Lager. Hier sei anzumerken, dass diese Korrespondenz auch schwer zu bewerkstelligen gewesen wäre, denn Königin Olga war bereits 1892 verstorben, noch eine Freundin von Therese von Bayern und auch nicht im freindlichen Lager, da Bayern und Württemberg zusammen im 1 Weltkrieg gekämpft haben.
Dies Beispiel zeigt vielmehr, dass Frau Panzer sich überhaupt nicht mit Therese von Bayern auseinander gesetzt hat, noch geschichtliche Zusammenhänge in den richtigen Kontext bringt. Die Freundin von Therese von Bayern war Königin Olga von Griechenland, und diese Freundschaft zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Therese von Bayern, und diese Olga konnte nicht mehr den Briefwechsel aufrechterhalten, weil diese sich zu diesem Zeitpunkt in Russland - also im feindlichen Lagern aufgehalten hatte.
Fazit: ein Buch das man nicht haben muss, denn es wird nichts erwähnt was nicht bereits in anderen Publikation steht, und dann noch fehlerhaft zusammengefasst! Trotzdem musste ich einen Stern vergeben - hat aber keinen verdient!