Mit "Der einzige Zeuge" hat Harrison Ford wohl seinen entscheidenen Schritt in die Richtung Filmheld gemacht, vor allem in der Rolle als Polizist.
Der Film beginnt damit, dass eine alleinstehende Mutter einer Amish-Gemeinde einen Ausflug mit ihrem kleinen Sohn unternimmt, der damit endet, dass der Junge auf einer öffentlichen Toilette Zeuge eines brutalen Mordes wird und als einziger Zeuge unter polizeilichen Gewahrsam genommen wird. Er hat den Mörder gesehen und nun geht es darum, diesen ausfindig zu machen. Dies passiert an unerwartendster Stelle: auf dem Polizeirevier, wo der Junge den Mörder auf einem Foto wiedererkennt. Doch ist dieser Mann kein Krimineller, sondern ebenfalls auf polizeilicher Ebene tätig und dort von höchster Position. Als der ermittelnde Polizist (Ford) damit an seine Vorgesetzten treten möchte, ist auch sein Leben plötzlich in Gefahr. Er schafft es, die Mutter und ihren Jungen, wieder sicher zurück in ihre Amish-Gemeinde zu bringen, wird aber auf der Flucht angeschossen. In der Gemeinde wird er wieder gesund gepflegt und in das einfache Leben der Leute integriert. Natürlich gibt es einige Spannungen und viele Unterschiede. Eine kleine Romanze darf natürlich auch nicht fehlen und noch weniger das spannende Ende.
"Der einzige Zeuge" ist kein gewöhnlicher Kriminalfilm, wie ich finde. Zwar sind die Mordtat und die dazugehörigen Ermittlungen wichtig, doch vordergründig sind auch andere Themen, z.B. die kulturelle Näherbringung des Amish-Lebens, in das man als Zuschauer wirklich sehr gern abtaucht und ihre Einfachheit und Lebensfreude einfach auf sich wirken lassen kann. Die einzelnen Charaktere sind sehr sorgfältig bearbeitet wurden und werden uns durch gute Schauspieler sehr sympathisch vorgestellt. Dabei sind die meisten von ihnen eher unbekannt, mit Ausnahme von Harrison Ford und Danny Glover, die aber beide zum damaligen Zeitpunkt auch noch nicht die Top-Namen von heute waren.
Besonders schön sind die Kameraaufnahmen aus der Amish-Gemeinde. Das funktionierende Gemeindeleben wird perfekt eingefangen und lebhaft wiedergespiegelt. Dennoch werden auch die negativen Apsekte dieses Lebens aufgezeigt, z.B. die Engstirnigkeit der Ältesten und ihre Striktheit in manchen Regeln. Das sorgt für eine weitere Ausbreitung des Charakter-Sprektrums und für mehr Intensität in der Geschichte. So ist dieser Film nicht eine bloße Kriminalgeschichte, sondern vielmehr auch ein Gesellschaftsbild mit schönen Aufnahmen, guten Schauspielern und einer Handlung, die nicht langweilig wird aufgrund ihrer Vielseitigkeit und die dennoch von vorn bis hinten zusammenpaßt.
Der Film ist ein Klassiker und Pflicht für jede Filmesammlung.
Die DVD ist trotz des Alters des Filmes ziemlich gut gelungen.