Aus der Amazon.de-Redaktion
Das gleichnamige Debüt des Trios Placebo aus England wurde oft mit den Smashing Pumpkins und Rush verglichen -- Smashing Pumpkins wegen seiner unbekümmerten Anlehnungen an den Progressive Rock der Mitte der 70er Jahre und Rush wegen der ungewöhnlich hohen Stimmlage des Sängers Brian Molko, dessen Stimme fast schon wie die eines Zwitters klingt. In Wirklichkeit war Placebo viel anzüglicher, ungeniert liederlich und kulturell verwirrender als diese beiden Bands. (Die Band ist ein Mix von Amerikanern, Schweden, Engländern, mit eingestreuten Elementen aus dem Libanon und aus Luxemburg.) Für ihr zweites Album hat sich Placebo bei den späten 70er Jahren umgesehen und sich vom Sound des frühen New Order und von den Banshees inspirieren lassen -- mit einem Touch der 90er Jahre: "Brick Shithouse" beginnt z.B. wie sonst nur die vulgärsten Prodigy Songs. Als solches ist es eine Klasse besser, intelligenter und zu toll, um es bei den Nachwehen einer durchzechten Nacht zu hören. "I'm unclean / A libertine / And every time you vent your spleen / I seem to lose my power of speech" ("Ich bin nicht clean/bin ein Wüstling/Und jedes Mal, wenn Du Dein Gift verspritzt/verliere ich die Gewalt über meine Sprache") haucht Molko bei dem schrecklich überfrachteten Titeltrack. In einem Jahr, in dem Marilyn Manson und Bauhaus weiterhin versuchen, die Horrorbewegung "Goth Movement" in ganz Amerika wieder zu beleben, ist Placebos Zeit gekommen. --Everett True
INTRO
Die sind demnächst wahrscheinlich Stars. Nicht, weil sie anspruchsvolle Popmusik mit dem gewissen Quäntchen Massenkompatibilität machen (wie "Nancy Boy", britische Top 5-Plazierung anno 97), sondern weil sie in einem Film über GlamRock ("Velvet Goldmine") mitspielen, in dem das Jahr 1984 (?!??!) so entworfen wird, wie man es sich in den frühen 70ern vorstellte. Und so verfahren PLACEBO gelegentlich auch auf "Without You I'm Nothing", das streckenweise klingt, wie man sich in den 80ern die frühen 90er vorstellte. Andererseits gibt's auch einfache, stolze, gegenwärtige und sehr englische Songs, die manchmal eine fast sakrale Stimmung fern jeglicher Düsternis verbreiten. "Without You I'm Nothing" führt uns eigenständig extrem durch zwei Dekaden populärer Musik: "You Don't Care About Us" klingt nach CURE, "Burger Queen" erinnert an GRANT LEE BUFFALO und "Evil Dildo" schielt nach den NINE INCH NAILS. Ein Zeitentaumel.
Christoph Lebeus / © Intro - Musik & so
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Der Titel klingt zwar etwas deprimäßig, er spiegelt aber nicht die selbstbewußte, vor Emotionen strotzende Musik von Sänger und Gitarrist Brian Molko, Bassist und Keyboarder Stefan Olsdal sowie Drummer Steve Hewitt. Der Amerikaner, der Schwede und der Engländer sind unsere "Aufsteiger des Monats". Drive-Nummern wie "You Don't Care About Us" oder "Pure Morning" (der Gesang erinnert an Rush) sowie feinfühlige Melodien und Arrangements machen diese Platte rundum zum Genuß.
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Stereoplay
Mit fast punkiger Energie machen sich Placebo über ihre Hörer her und türmen glamrockige Gitarrenriffs über High-Speed-Rhythmen. Fraglos wurzelt dieser Sound tief in den 80er Jahren (der melodische Baß-Sound in "You Don't Care About Us" etwa verweist klar auf The Cure) - und kann doch nicht flugs unter R wie Revival abgelegt werden. Zu eigenständig hantiert dieses amerikanisch-englisch-schwedische Trio mit Elementen der Punk-/Wavepop-Ära, formt diese zu modernen Rocksongs und dunkel-romantischen Balladen und zelebriert diese mit höchster Emphase. * M: 7-8
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Produktbeschreibungen
2nd Album from 1998 includes "Pure Morning" and "Every You Every Me".