Der Roman eröffnet mit einem Superdesaster: Eine gigantische Energiewelle begräbt den amerikanischen Kontinent unter sich, löscht Menschen und Tiere aus und verunmöglicht jegliches Durchbrechen von ausserhalb. Die weltweit noch übriggebliebenen Amerikaner, auf Hawaii,in den Militärstützpunkten, in Europa und auf hoher See, rätseln über die Herkunft des Phänomens und gehen an der plötzlichen Heimatlosigkeit fast zugrunde. Währenddessen eskaliert die politische Situation im nahen Osten. Ein Atomkrieg zwischen Israel (die sich aufgrund der nun fehlenden Weltmacht an ihrer Seite massiv ungeschützt fühlen) und den umliegenden Staaten kündigt sich an. Verzweifelt versuchen Behörden und Militär in den letzten amerikanischen Enklaven, die drohenden Plünderungen aufgrund der Nahrungsmittel-und Rohstoffknappheit in den Griff zu kriegen. Der Untergang Amerikas bringt die Welt aus dem Lot: Börsen schliessen, gewaltige Giftwolken ziehen vom brennenden Festland der USA aus um die Welt. Derweil drohen Super-Gaus in den unbeaufsichtigten Kernkraftwerken unter der Barriere, die nach wie vor undurchdringlich erscheint. Der Verlust der USA stösst die Welt unaufhaltsam in den Abgrund...
Der Roman von John Birmingham zieht alle Register der Katastrophen. Er ist ein ausgeklügeltes "Was-wäre-wenn"-Projekt einer völlig utopischen Idee. An sechs ausgewählten Schauplätzen in der Welt (Hawaii, Kuba, Kuweit, Paris, Acapulco, Seattle)wird gezeigt, welche Folgen die Katastrophe jeweils hat. Dabei geraten die einzelnen Kapitel mit 15-60 Seiten derart lang, dass man bei der Wiedererwähnung eines vormals gelesen Schauplatzes nach rund 100 Seiten schon fast vergessen hat wie die Situation dort zuletzt war. Zudem endet jeder Abschnitt mit einem deftigen Cliffhanger, der den Leser förmlich zwingt nach vorn zu blättern und weiterzulesen.
Die Gliederung des Romans halte ich daher für nicht gelungen.
Aber Stil, Präsentation der Akteure und thematischer Umgang mit diesem hochfiktiven Szenario sind besser als man anfänglich vermuten würde, auch wenn zur Mitte des Buches hin die Geschichte deutlich militärlastig wird und natürlich insgesamt eine Menge Klischees ihren Einzug finden.
Spannend ist der Roman allemal. Auch wenn er einen darüber dennoch seltsam "kalt" lässt.
Vielleicht geht einfach zuviel kaputt.