Aus der Amazon.de-Redaktion
Bekanntlich ist für die Karriere einer Band auf Dauer kaum etwas schädlicher, als das ständige Wiederaufwärmen vermeintlicher Erfolgsrezepte, anstatt mutig Neues zu kreieren. Daher setzten die Jungs von Kaiser Chiefs für ihr aktuelles Album Off With Their Heads von Vornherein auf ihre neuen Produzenten Mark Ronson (Amy Winehouse, Lily Allen) und Eliot James (Bloc Party, Kate Nash), die mit frischem Elan die Erfolgsserie der beiden Vorgängeralben aus den Jahren 2005 Employment und 2007 Yours Truly, Angry Mob fortsetzen sollen. Ein Wunsch, der mit Hilfe dieser elf neuen Songs in Erfüllung gehen könnte, denn die großartige Ankündigung Ronsons, dass diese bizarre Mischung Elemente von Talking Heads, Tom Tom Club, The Go-Gos, The Move und ELO miteinander vereint, ist nicht übertrieben! Das Beste an Off With Their Heads ist jedoch der erstaunliche Stimmungswandel, den das Album in seinem Verlauf durchmacht. Zwischen dem Hard`n Heavy Opener Spanish Metal und dem Ohrschmeichler Remember Youre A Girl am Schluss liegen musikalische Welten, deren Entdeckung sogar die lächerlich kurze Spielzeit von 35 Minuten vergessen macht. Doch richtig Packen auf engem Raum ist eine große Kunst. Wer schon mal einen kompletten Wohnungsumzug mit einem VW-Golf absolviert hat, weiß was es heißt einen Song auf 2:23 einzudampfen ohne deshalb das Wesentliche zurücklassen zu müssen. Besonders augenfällig ist die unglaubliche Sorgfalt hinter den Arrangements sämtlicher Songs. So wurde für die dezent platzierten Streicherarrangements eigens Filmmusik-Ikone David Arnold verpflichtet. Das hindert das Album nicht daran, zuweilen herrlich trashig zu klingen, wie in You Want History mit seinem synthetischen Wave-Feeling der 80er Jahre. Oder es erinnert mit dem Song Tomato In The Rain an das wunderbare Brian Eno Album Another Green World von 1975. Musikalische Vielseitigkeit ist Trumpf auf Off With Their Heads, und von der befürchteten Stagnation fehlt glücklicherweise weit und breit jegliche Spur. -- Andreas Schultz
kulturnews.de
Mark Ronson hievte ihren alten Gassenhauer "Oh my God" nachträglich in die Top Ten, indem er ihn von Lily Allen neu interpretieren ließ. Jetzt singt das Popsternchen auf der neuen Kaiser-Chiefs-Single "Never miss a Beat" im Chor, und Ronson hat die Regie beim dritten Album der Partytruppe aus Leeds übernommen - zum Glück. Wurde ihr zweites Album nur durch die nervtötende, aber zugleich unglaublich erfolgreiche Single "Ruby" gerettet, wagen sie nun endlich mehr als die ständige Wiederholung des Mitgrölprinzips. "You want History" startet mit einem Hauch von Elektro und mutiert dann zu einer abgehalfterten Glamhymne, die man eher The Killers zugetraut hätte. "Like it too much" ist nicht zuletzt wegen des grandiosen Streicherarrangements von Filmmusikkomponist David Arnold mit den Beatles auf Augenhöhe, und "Good Days bad Days" experimentiert mit feuriger Perkussion. So geht es endlich vorwärts bei den Kaiser Chiefs - und den Weg zurück ins Stadion haben sie sich mit dieser Platte natürlich trotzdem nicht verbaut. (cs)
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